Grün-Weiss Mannheim: Auf Titeljagd in der Tennis-Bundesliga
Von Daniel Hund
Mannheim. Knallharte Aufschläge, eine Vorhand, die kaum spektakulärer sein könnte und dann noch dieses Ballgefühl. Maximilian Marterer, 23, ist ein Ausnahme-Könner. Ein Tennisspieler, dem die Zukunft gehört. Momentan wird er im ATP-Computer an Position 48 geführt. Tendenz steigend. Längst ist der gebürtige Nürnberger auf den größten Center Courts der Welt zuhause, spielt gegen die Besten der Besten. Mal in Paris, mal in Wimbledon.
Demnächst wird er nun in der Kurpfalz aufschlagen. In Mannheim, für Mannheim. Marterer ist neu im Bundesliga-Kader von Grün-Weiss Mannheim und heiß ohne Ende. "Maxi wird sofort in den ersten drei Ligaspielen für uns spielen", sagt Grün-Weiss Teammanager Gerald Marzenell. Im Klartext: Seine Grün-Weiss-Premiere feiert Marterer schon am Sonntag ab 11 Uhr beim Ligastart in Neuss, ehe er am nächsten Freitag (gegen Düsseldorf) und Sonntag (gegen Halle) am Feudenheimer Neckarplatt aufschlägt.
Marterer ist dieses Jahr das große Zugpferd des Traditionsvereins. Selbst Marzenell gerät ins Schwärmen: "Er ist wirklich der perfekte Neuzugang. Menschlich und spielerisch top. Ein echter Shootingstar." Bei den French Open stand der Linkshänder in der vierten Runde. Endstation war Rafa Nadal. Sein großes Vorbild.
Nun will der 1,91-m-Mann in der Bundesliga die Muskeln spielen lassen. Nach Neuss reist er am Sonntag direkt an. Erst gestern kehrte er aus Wimbledon zurück. Am nächsten Wochenende soll dann auch der zweite Neue zum Team stoßen. Und der ist ebenfalls ein Hochkaräter: Damir Dzumhur. Der Bosnier grüßt derzeit von Platz 23 im globalen Ranking. Auch sein Gesicht kennt man.
Bei den French Open stand er voll im Rampenlicht. Der 26-Jährige hatte Alexander Zverev am Rande einer Niederlage, zwang ihn in den fünften Satz, hatte Matchball. Mit seinen 1,75 m ist er nicht der Größte, doch er hat etwas, das nur ganz wenige auf der Tour haben: eine Beinarbeit zum Verlieben. Wie ein Panther bewegt er sich über den Court, erläuft fast alles, ist ein Meister der Antizipation.
Fakt ist: Grün-Weiss ist nochmals stärker als letztes Jahr. Da reichte es zur Vize-Meisterschaft. Ist diesmal der Titel drin? Marzenell lacht: "Vier, fünf Mannschaften können die Meisterschaft holen und ja, wir gehören auch dazu." Schließlich hat man sogar noch einen echten Weltstar in der Hinterhand. Gemeint ist natürlich Dominic Thiem. Die Nummer sieben der Welt.
"Diesmal werden wir alles daran setzen, dass Dominik einmal für uns spielt", verrät Marzenell. Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht: "Dominik hat uns seine Bereitschaft bereits signalisiert. Er hat große Lust", plaudert Marzenell aus dem Nähkästchen. Das Problem: Thiem musste in Wimbledon verletzt aufgeben. Es zwickt im Nacken- und Rückenbereich. Marzenell: "Wir müssen jetzt abwarten, was die Ärzte sagen."
Wer in Neuss neben Marterer für Mannheim servieren wird, ist noch unklar. Vieles deutet aber auf Gerald Melzer (ATP 106) und Andi Beck hin. Beck spielt mittlerweile nicht mehr auf der Tour. In Form ist er trotzdem. Der Stuttgarter steht voll im Saft, seit ein paar Wochen spielt er schon in der Regionalliga-Reserve der Mannheimer. "Andi ist ungeschlagen", schmunzelt Marzenell, "er hat in vier Spielen noch nicht einen Satz verloren."
In Sachen Etat hat sich nicht viel verändert. Grün-Weiss wird sich erneut bei 220.000 Euro einpendeln. Das Zuschauerinteresse ist bereits groß. Gerade für die Heimspiele gegen Halle (15. Juli) und Weinheim (22. Juli) ist die Nachfrage riesig. Bei beiden Partien rechnet man mit rund 4000 Fans.
Bundesliga-Kader: Dominic Thiem (ATP 7), Damir Dzumhur (23), Peter Gojowczyk (39), Maximilian Marterer (48), Federico Delbonis (88), Radu Albot (98), Nicolas Kicker (100), Gerald Melzer (106), Tobias Kamke (227), Daniel Brands (301), Robin Kern (409), Andreas Beck, Björn Phau, Justin Schlageter, Jannik Gieße, Marc Lopez (ATP Doppel 20).
Heimspiele, Freitag, 13. Juli., 13 Uhr: Düsseldorf; Sonntag, 15. Juli, 11 Uhr: Halle; Freitag, 27. Juli, 13 Uhr: Reutlingen; Sonntag, 5. August, 11 Uhr: Gladbach; Sonntag, 12. August, 11 Uhr: Köln.
