Siegel wird erneuert: Walldorf bleibt Fairtrade-Stadt
Walldorf. Auch in den kommenden zwei Jahren darf sich Walldorf "Fairtrade-Stadt" nennen. Das bestätigt laut einer Mitteilung der Stadt ganz offiziell die Urkunde, die Bürgermeisterin Christiane Staab dieser Tage erhalten hat. Erstmalig hat man die Auszeichnung durch den Verein TransFair vor zwei Jahren bekommen, beim Neujahrsempfang 2017. Seitdem hat Walldorf sein Engagement sowohl für den fairen Handel als auch für biologisch und regional erzeugte Produkte weiter ausgebaut.
"Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Walldorf", freut sich die Bürgermeisterin. "Lokale Akteure aus Politik, Wirtschaft, verschiedensten Institutionen und der Zivilgesellschaft arbeiten für das gemeinsame Ziel zusammen. Ich bin stolz darauf, dass Walldorf dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Städte angehört. Wir werden uns auch weiterhin mit viel Elan dafür einsetzen, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern", so Christiane Staab.
Fünf Kriterien müssen Fairtrade-Städte erfüllen. Dazu gehört der Beschluss des Gemeinderats, den fairen Handel zu unterstützen. Eine Steuerungsgruppe, deren Sprecher Thomas Bensch und Gerd Schneider sind, koordiniert die Aktivitäten. Bei Sitzungen des Gemeinderats und städtischer Ausschüsse wird fair gehandelter Kaffee angeboten, neuerdings sogar Apfelsaft "made in Walldorf". In Geschäften und gastronomischen Betrieben gibt es Produkte aus fairem Handel, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. Alle Kriterien hat Walldorf erfüllt.
"Das Engagement in den letzten beiden Jahren war sehr vielfältig", so Susanne Nisius und Sandra Högerich von der städtischen Wirtschaftsförderung. Kernstück ist der "Fairführer", ein Einkaufsführer, der den Weg zu Walldorfer Geschäften und Dienstleistern weist, die fair gehandelte, biologisch erzeugte oder lokale Produkte anbieten.
Zumindest eins dieser Kriterien musste für die Aufnahme in den "Fairführer" erfüllt sein, der in beteiligten Geschäften ausliegt, im Rathaus erhältlich ist und auch jeder Neubürgermappe beigelegt wird. "Eine Neuauflage ist aufgrund der großen Nachfrage in Planung", freut sich Gerd Schneider. Der "Fairführer" hat weite Kreise gezogen, denn es kamen nicht nur aus umliegenden Gemeinden, sondern auch aus weiter entfernten Städten, die einen ähnlichen Leitfaden publizieren wollen, Nachfragen hierzu.
Bereits zweimal hat sich Walldorf an der bundesweiten "Fairen Woche" im September beteiligt. 2018 bildete die auf den lokalen Aspekt konzentrierte, überaus erfolgreiche Apfelernteaktion den Auftakt. Auf der "Walldorfer Einkaufsnacht" hat der Fairtrade-Stand schon seinen festen Platz, auch 2019 ist die Fairtrade-Steuerungsgruppe wieder dabei. Schwerpunktthema wird dann faire Bekleidung sein.
Gerne möchte die Steuerungsgruppe zu Weihnachten eine sehr erfolgreiche Aktion wiederholen. Gemeinsam mit der "Gruppe vom fairen Handel" des Gymnasiums wurden für den fairen Weihnachtsmarktstand Elisenlebkuchen gebacken, die weggingen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
"Der Fairtrade-Samen ist in Walldorf aufgegangen. Die Pflanze braucht aber weiterhin die Unterstützung der Walldorfer", meint Gerd Schneider. Wer bei Aktionen der Steuerungsgruppe mitmachen möchte, auch mit geringem Zeitbudget, ist herzlich willkommen. "Wir beraten auch gerne Vereine, Gruppierungen und Institutionen in Sachen Fairtrade. Es gibt viele Anknüpfungspunkte, sich mit fairem Handel zu befassen und ihn im Alltag zu unterstützen", so Gerd Schneider und Susanne Nisius. Geplant ist 2019, verstärkt auf die Kindertagesstätten und Schulen zuzugehen.
"Jede Fähigkeit, jede Idee, jedes zeitliche Engagement ist willkommen", bekräftigen sie. Wie Bürgermeisterin Staab verstehen auch sie die bestätigte Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement, denn hinter den fair erzeugten und gehandelten Produkten stehen schließlich Menschen, die gefördert werden sollen, damit sie zum Beispiel ihre Kinder in die Schule schicken können.
