Ann-Kathrin I.: Das ist die Neckarhäuser Faschingsprinzessin
Von Nicoline Pilz
Edingen-Neckarhausen. Als Elferrat Marius Ebert, heute Elferratspräsident, Ann-Katrin Fuchs fragte, ob sie sich vorstellen könnte, Fastnachtsprinzessin der Neckarhäuser Narren zu werden, überlegte Anni, wie sie überall genannt wird, nicht lange. "Das wollte ich immer schon gerne werden", erzählt die 24-Jährige im Gespräch mit der RNZ. Und lacht ein wenig dabei. Denn ihrem Verlobten Timm Hartwig sei rasch klar gewesen, dass dadurch mehr Arbeit auf ihn zukommen würde. Neben seinem Beruf und seinem Ehrenamt als Vorsitzender des Karnevalvereins Kummetstolle wohlgemerkt.
Weshalb, das klärt Ann-Katrin I. "von der närrischen Liebe" ganz offen: "Timm schreibt meine Reden, und das macht er auch sehr gut. Und er hat auch den Prinzessinnenorden entworfen." Dieser Orden wird am Samstag, 19. Januar, erstmals beim Ball vorgestellt, den die Kummetstolle auch diesmal wieder zu Ehren der jeweiligen Lieblichkeit veranstalten.
Ann-Katrin ist ein offener und fröhlicher Mensch, der gerne lacht. "Leider bin ich aber auch sehr chaotisch. Ich lasse immer alles liegen", stellt sie sachlich fest. Das bringe ihren sehr ordentlichen Liebsten manchmal ein klein wenig zur Verzweiflung. "Ich sag’ dann immer, Timm, es gibt Schlimmeres", meint sie und strahlt. Diesem Sonnenschein böse zu sein, ist vermutlich fast unmöglich. Und die Fastnachtswelt um sie herum weiß ohnehin Bescheid. Wenn sie bei einem Termin ihr Zepter liegenlässt, haben ihre Elferräte ein Auge drauf und tragen es ihr hinterher.
Zu den Kummetstolle kam Anni vor 17 Jahren. Ihre sieben Jahre ältere Schwester Larissa tanzte in der Garde, und die Kleine eiferte ihr nach. Anni begann bei den Funkinies und stieg dann altersgemäß stets in die nächsthöhere Gruppe auf. Seit sechs Jahren trainiert sie die Funkinies nun selbst gemeinsam mit Vanessa Pfeiffer. Beim Ball wird sie immerhin den Schautanz der Garde mittanzen, der dort zum ersten Mal gezeigt wird. Für den Marsch wird die Zeit nicht reichen, denn der Kleider- und Kostümwechsel ist umständlich.
Ansonsten habe ihre Familie an und für sich nichts mit Fastnacht zu tun gehabt. "Das hat sich aber geändert. Meine Eltern sind heute überzeugte Fastnachter. Und zum Ball reist meine ältere Schwester eigens aus Schweden an", erzählt sie und freut sich. Sogar der sechs Jahre ältere Bruder, dem Fastnachtsbräuche ziemlich fremd seien, komme zu Ehren der Jüngsten in der Familie Fuchs.
Ann-Katrin machte nach der Mittleren Reife an der Merian-Realschule in Ladenburg eine Ausbildung zur Erzieherin und erwarb zeitgleich am Fröbel-Seminar in Mannheim das Fachabitur. Anschließend studierte sie Soziale Arbeit und legte ihren Bachelor mit dem Schwerpunkt "Bildung, Betreuung und Erziehung in früher Kindheit" ab.
Dass sie beruflich in Richtung "Kinder" gehen wollte, sei ihr schon lange klar gewesen. Heute arbeitet sie in Plankstadt in einer Kinderkrippe für Null- bis Dreijährige, die der Postillion betreibt. Für ihr Amt als Prinzessin, verbunden mit zahlreichen Terminen, zeige ihre Chefin viel Verständnis, meint sie. Fraglos waren die letzten Monate aufregend und auch anstrengend: Im November zog das Paar in die Hildastraße um, Anni wurde Prinzessin und Timm zum Redenschreiber. Außerdem planen beide ihre Hochzeit im Juni. "Wir haben uns vor sieben Jahren beim Fasching kennengelernt und es ist gut, dass wir das gleiche Hobby haben. Dadurch hat man Verständnis füreinander", findet sie.
Ein Hobby, das mittlerweile nach Etablierung des Oktoberfests, das ganze Jahr über Zeit bindet. Aber eben auch viel Freude bereitet. Die Kostüme für ihre Funkinies etwa näht die Prinzessin selbst. "Und wir gehen gerne mit Freunden weg, gehen oft essen und ins Kino", erzählt sie. Kochen sei nicht unbedingt ihre Leidenschaft: "Aber Timm kocht gerne, ich gehe lieber einkaufen."
Ein großer Stapel Gesellschaftsspiele im Wohnzimmer verrät eine weitere Leidenschaft: "Stimmt, am liebsten ‚Siedler von Catan‘", sagt Anni, geboren am 11. April 1994 im Sternzeichen Widder, was ihr in astrologischer Hinsicht vollkommen egal ist. Für diese Kampagne hat sie sich drei Roben zugelegt, zwei davon im Internet bestellt und eine in einem türkischen Brautmodegeschäft erworben, eng beraten von ihrer besten Freundin Imke Stein.
Beim Neujahrsempfang trug sie ein Kleid in Purpur, beim Ball wird es das Blaue sein, das somit die Vereinsfarbe repräsentiert. Ziemlich pragmatisch hat sie ihre Garderobe minimal gebraucht gekauft - doch was macht man damit nach der Fastnacht? "Ich denke, ich möchte die Kleider lieber behalten. Da hängen ja auch Erinnerungen dran", sagt sie.
