Meine Firma, mein Schiff, mein Museum: SAP-Gründer Hasso Plattner wird 75
Von Thomas Veigel
Walldorf. Hasso Plattner ist ein leidenschaftlicher Mensch. In allem, was er bisher angepackt hat, steckt nicht nur sein wacher Geist, sondern auch viel Herzblut. Testosteronbündel hat man ihn auch schon genannt, aber der Mann, der am Montag seinen 75. Geburtstag feiert, hatte immer mehr zu bieten als eine Überdosis männlicher Hormone.
Er ist der letzte der fünf Mutigen, die 1972 den sicheren Job bei IBM aufgegeben hatten, um SAP zu gründen, der noch im Unternehmen aktiv ist. Nicht nur als Aufsichtsratsvorsitzender, auch in der Software-Entwicklung mischt er weiter mit. 75 Jahre sind die interne Altersgrenze für den Aufsichtsrat, Plattner will sich bei der nächsten Hauptversammlung aber noch mal zur Wahl stellen - wenn auch nicht für eine volle Amtszeit. Als sein Nachfolger ist der langjährige Vorstand Gerhard Oswald im Gespräch. Plattner war bis zum Jahr 2003 im SAP-Vorstand, zuletzt gemeinsam mit Henning Kagermann als Co-Vorsitzender.
Plattner wurde in Berlin geboren, wuchs dort und in Konstanz auf und studierte ab 1963 Nachrichtentechnik an der Universität Karlsruhe. Das Studium war für ihn Anlass, sich vor einigen Jahren der Initiative "The Giving Pledge" ("Das Spendenversprechen") von Bill Gates und Warren Buffet anzuschließen. Damit verpflichtet er sich, mindestens die Hälfte seines auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzten Vermögens zu verschenken. Er habe das Privileg gehabt, praktisch kostenlos an der Karlsruher Universität als einer der besten Technischen Hochschulen Deutschlands zu studieren, gab er als Begründung an. Er fühle sich zwar seinem Unternehmen verpflichtet, möchte aber auch der Gesellschaft etwas zurückgeben, die seine Ausbildung ermöglicht hatte.
Plattner hat der Gesellschaft bereits viele hundert Millionen Euro zukommen lassen - für wohltätige, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke. Viel Geld hat er in Potsdam investiert. Vor gut 20 Jahren hat er das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam gegründet. An der Stanford University in Kalifornien hat er im Jahr 2005 das Hasso Plattner Institute for Design gegründet, wo Wissenschaftler verschiedenen Fachrichtungen nutzerfreundliche Innovationen entwickeln. Auch Unternehmensgründungen werden von Plattner finanziert.
Vor zwei Jahren wurde in Potsdam das Museum Barberini eröffnet, das im vergangenen Jahr mit einer Gerhard-Richter-Ausstellung glänzte. Plattner finanzierte den Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Palastes aus dem 18. Jahrhundert. Auszeichnungen bekam er viele, unter anderem ist er Ehrenbürger von Potsdam.
Auch sportlich war Plattner immer aktiv, feierte seit 1995 große Erfolge mit seiner 20-Mann-Yacht Morning Glory. Noch im vergangenen Jahr nahm er mit einer seiner beiden Töchter an einem Segelrennen teil.
Plattner ist auf der ganzen Welt zuhause. Er hat Wohnungen, Häuser und Anwesen in den USA, in Südafrika und in Schriesheim-Altenbach.
