Mannheimer Luisenpark: Die Winterlichter sind ein Spektakel aus Natur und Farben
Von Gabriele Booth
Mannheim. Fünf Tage lang hat Wolfgang Flammersfeld zusammen mit seinem Team benötigt, um die "Winterlichter" zu platzieren: Riesige Mikadostäbe auf der Wiese, zarte Pusteblumen hoch oben im Baum, Leuchtschnecken, die einen Hügel hinaufkriechen oder überdimensionale Unterhosen auf einer langen Wäscheleine. Der Luisenpark bietet zum fünften Mal optische und akustische Überraschungen und fasziniert kleine wie große Besucher, die sich abends gern in eine Fantasiewelt entführen lassen wollen. Am Samstag wurden die diesjährigen Winterlichter angeknipst, und schon am ersten Tag bildeten sich lange Warteschlangen vor den beiden Kassen des Haupteingangs am Luisenpark.
Mit Beginn der Dunkelheit werden bis zum 24. Februar die vielen Tausend Lichter in Szene gesetzt. Wer nach dem Staunen mehr über die trickreiche Technik erfahren möchte, kann sich zudem immer mittwochs (19 Uhr) mit Liane Weber zum "Walk the Light" aufmachen. Sie berichtet, welche Tricks solche Lichtinstallationen erst möglich machen.
"Wir haben diesmal die Route etwas verkürzt, um den Familien entgegenzukommen", erklärt Parkdirektor Joachim Költzsch. Während in den Vorjahren lange Wege bis zum Fernmeldeturm erleuchtet wurden, geht es in diesem Jahr etwas kompakter zu. Beginnend am Haupteingang verläuft die Route von der großen Wiese gegenüber dem Pflanzenschauhaus Richtung Kutzerweiherbrücke bis zum Teehaus, vorbei am Gebirgsbach und zurück zum Pflanzenschauhaus. Dazwischen liegen immer wieder Stationen zum Stehenbleiben und Staunen. Hier lädt eine Tafel zum Lichtmalen ein, dort hört man die Stimme von "Loriot" aus der Dunkelheit oder die Klänge des australischen Didgeridoo. Zarte Gestalten bewegen sich im Wasserballett, Zwerge tanzen auf einer Wiese. Etwa in der Mitte des Weges sind an der Brunnenlandschaft Buden und Tische aufgebaut. Hier kann man sich bei Crêpes oder Suppe stärken, bevor es weitergeht.
Bei der Inszenierung seiner Fantasiebilder hat Wolfgang Flammersfeld freie Hand. Einzige Vorgabe der Parkleitung: Wasser und Wiesen sollen einbezogen werden, es darf keine Wiederholungen geben. Aber das liegt ohnehin im Interesse des Künstlers, der schon in den vier Jahren zuvor Neues aus der Trickkiste holte. Auch im Essener Grugapark und im Frankfurter Palmengarten ist das Team des Lichtkünstlers aktiv. Am Luisenpark reizen ihn die vielen Ecken und Nischen, in die man projizieren und fantasievolle Überraschungen für die Besucher schaffen kann, sagt er. Die Bäume und Sträucher, die Wiesen und das Wasser werden Teil der Installationen. Fast zehn Kilometer Kabel, etwa 500 Scheinwerfer, Tausende LEDs und riesige Projektoren machen das Spektakel möglich. Im vergangenen Jahr kamen immerhin über 40.000 Besucher.
Info: Winterlichter im Luisenpark, täglich bis 24. Februar. Freitag und Samstag, 18 bis 22 Uhr, Sonntag bis Donnerstag, 18 bis 21 Uhr. Einlass 16.30 Uhr, Beleuchtungsbeginn: 18 Uhr. Informationen zu Eintrittspreisen gibt es hier. Anmeldung zu den "Walk the Light"-Führungen unter Telefon 0621/410050.
