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Tag der Organspende: "Bei allen Organen herrscht ein furchtbarer Mangel"

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Von Birgit Sommer

Heidelberg. 120 Nieren, 55 Lebern und zwölf Bauchspeicheldrüsen wurden im Heidelberger Uniklinikum 2019 verpflanzt. "Viel zu wenig", meint Professor Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Klinik und Leiter des Europäischen Pankreaszentrums, zum heutigen "Tag der Organspende". Im RNZ-Interview hält er ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass sich mehr Menschen zu Organspendern erklären und diese Entscheidung in der Gesellschaft mehr geschätzt wird.

Herr Professor Büchler, Organtransplantation und Corona-Pandemie – passt das zusammen?

Ja, wir haben regelmäßig Nieren, Lebern oder Bauchspeicheldrüsen transplantiert. Alle Transplantationen sind ja Notfall-Operationen und sind deshalb gemacht worden. Das ist auch gut so. Menschen in Deutschland warten acht Jahre auf eine Niere, da kann man nicht sagen, wegen Corona geht das nicht.

Der Flugverkehr war ja eingestellt. War das ein Problem?

Überhaupt nicht. Organe werden selten mit Linienflügen transportiert. Meist sind es private Fluggesellschaften, denn es muss ja schnell gehen.

Bei welchen Organen ist denn der Mangel besonders groß?

Bei allen herrscht ein furchtbarer Mangel, aber man traut sich gar nicht mehr, darüber zu sprechen. Die Leute sagen: Ich kann es nicht mehr hören. In Deutschland gab es im letzten Jahr 800 Spenden mit 2200 Organen, die gespendet wurden. Das ist viel zu wenig. Wir brauchen zehnmal so viele. Es ist eine große Enttäuschung für mich, dass die beschlossene Entscheidungslösung zur Organspende nicht mehr gebracht hat.

Sind Sie für die Widerspruchslösung?

Auf jeden Fall. In den Ländern, in denen die Widerspruchsregelung gilt, etwa in Spanien, Italien, Österreich, werden vier bis fünf Mal so viele Organe gespendet wie in Deutschland. Bei uns heißt es, die Widerspruchsregelung sei unethisch. Aber es ist nicht unethisch, wenn sich jeder Mensch mit dem Thema beschäftigen muss. Es könnte ihn ja selbst treffen oder seine Verwandten. Außerdem: Wenn ein Mensch stirbt, der nicht widersprochen hat, wird die Verwandtschaft gefragt. Das ist genau derselbe Prozess, den wir auch jetzt haben. Aber es würde allen viel leichter fallen, eine Einwilligung zur Organspende zu geben.

Deutsche sind womöglich zurückhaltender als andere Nationen, das ist ja auch so bei den Themen Stammzellforschung, Abtreibung oder Sterbehilfe.

In dieser Beziehung ja. Aber wenn man in unsere Geschichte schaut, dann waren die Deutschen überhaupt nicht zurückhaltend oder ethisch gebremst. Jetzt sind wir nicht zurückhaltender als andere, sondern falsch informiert. Bei uns wird alles zum politischen Thema gemacht. Ich habe mich geärgert, wie die Widerspruchslösung verteufelt wurde.

Bei uns gibt es die "informierte Entscheidungslösung"; das Gesetz soll 2022 in Kraft treten. Die geltende Rechtslage bleibt damit im Kern unverändert.

Und damit hat sich auch nichts geändert, die Zahl der Organspenden bleibt gleich. Okay, seien wir mal zuversichtlich, dass es besser wird. Der große Wurf ist damit aber nicht gelungen.

Werden nicht auch in Kliniken zu wenige Spender erkannt und gemeldet?

Organspende ist ein aufwendiges Geschehen. Der Spender bleibt 72 Stunden lang auf der Intensivstation, bis der Hirntod abgeklärt ist. Diese Zeit hat man oft nicht im Krankenhaus, und der Druck auf die Intensivstationen ist enorm. Der Medizinbetrieb ist hektisch.

Das ist in anderen Ländern aber genauso.

Es gibt kulturelle Unterschiede beim Stellenwert der Organspende. Bei uns wird nun aber auch daran gearbeitet, dass die Organspende besser honoriert wird, damit das Intensivbett auch bezahlt ist und der Klinik nicht hohe Einnahmen verloren gehen, wenn sie einen Spender meldet. Ein Intensivbett kostet zwischen 1000 und 2000 Euro am Tag. Und die Organspendebeauftragten in den Kliniken haben jetzt mehr Kompetenzen bekommen, um zu sagen, hier ist ein potenzieller Organspender, hier muss eine Abklärung stattfinden.







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