Heidelberg: Junge SPDler wollen in den Bundestag
Heidelberg. (rie) Drei junge Menschen wollen Lothar Binding beerben. Da der SPD-Abgeordnete nach 22 Jahren im Bundestag nächstes Jahr nicht mehr antritt, wird die Direktkandidatur der Sozialdemokraten im Wahlkreis Heidelberg/Weinheim frei. Alle drei, die ihren Hut in den Ring werfen, sind höchstens halb so alt wie der 70-jährige Binding: Es bewerben sich Tim Tugendhat (33), Andreas Woerlein (28) und Elisabeth Krämer (27).
Andreas Woerlein wohnt in der Weststadt, ist Pressesprecher der Heidelberger SPD und als Mitglied der Antragskommission der SPD Baden-Württemberg aktiv. Der Jurist hat an der Uni Heidelberg studiert, war bisher für eine hiesige Kanzlei im Bereich Strafrecht tätig und schreibt gerade seine Dissertation im öffentlichen Recht.
Tim Tugendhat ist stellvertretender Vorsitzender der Heidelberger SPD und steht an der Spitze des Neuenheimer Ortsvereins der Sozialdemokraten. Der promovierte Astrophysiker arbeitet als Technologieberater bei einem IT-Dienstleister. Am Wochenende legt er als DJ auf, etwa in der Halle 02. Manchen dürfte noch sein Auftritt bei "Wer wird Millionär?" im Februar 2015 in Erinnerung sein: Dort gewann er 16.000 Euro – und erregte Aufsehen, als er vermeintlich den Sicherheitscode seiner Kreditkarte verriet und erzählte, er habe die Wahlplakate des ehemaligen Heidelberger FDP-Bundestagsabgeordneten Dirk Niebel in seiner Dusche hängen.
Die dritte Bewerberin ist Elisabeth Krämer, die in Heidelberg geboren ist und nun in Walldorf lebt. Die ausgebildete Schreinerin arbeitet als Sachbearbeiterin im SPD Regionalzentrum Heidelberg, ist Kreisvorsitzende der Jusos Rhein-Neckar und sitzt seit 2014 im Walldorfer Gemeinderat.
Wer die Kandidatur für die Bundestagswahl 2021 erringt, sollen die über 2000 wahlberechtigten SPD-Mitglieder im Wahlkreis am 24. September 2020 entscheiden – unter Corona-Vorbehalt: "Wenn es unter Einhaltung der Auflagen möglich ist zu nominieren, werden wir dies tun, wenn nicht, gehen wir kein Risiko ein und verschieben die Nominierung auf einen geeigneten Zeitpunkt", so der Kreisvorsitzende der SPD Rhein-Neckar, Thomas Funk.
Auch der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers kandidiert nächstes Jahr nicht mehr für den Bundestag. Als sein Nachfolger will CDU-Kreisvorsitzender Alexander Föhr antreten. Bei den Grünen bewirbt sich Franziska Brantner erneut um ein Mandat.
