"Erst mal wieder wissen, was der Ball ist"
Von Katharina Schröder
Ladenburg. Die Aufschläge von Basketbällen hallen durch das Römerstadion. Endlich. Knapp zwei Monate mussten die Sportler der LSV in die Zwangspause – bevor die Stadt sie während der Pfingstferien wieder verhängte. Die RNZ war beim ersten Training der Basketballer und der Leichtathleten vor einigen Tagen dabei.
Dass es jetzt anders läuft als noch vor drei Monaten, wird schon am Eingang des Römerstadions klar. Hier wartet Leichtathletik-Trainerin Anne Vormwald auf ihre Gruppe. Es mutet ein bisschen an wie der Besuch in einem exklusiven Club: Wer nicht auf der Liste steht, kommt nicht rein.
Die Basketballerinnen stehen schon auf dem Platz. Und wie sieht der Mannschaftssport mit Abstand aus? Hier haben alle ihren eigenen Ball mitgebracht. "Ein richtiges Spiel können wir jetzt nicht trainieren", sagt Übungsleiterin Vanessa Hofmann. "Nicht mal einen Ballpass können wir machen, da müssten wir Handschuhe tragen." Aber nach zwei Monaten ganz ohne Basketball sind alle froh, dass es überhaupt wieder losgeht.
An vier Körben können die jungen Basketballerinnen üben. "Heute wollen wir erst mal wissen, was der Ball ist", meint Hofmann und lacht. Der Spaß und die Gemeinschaft stehen in diesen Zeiten klar im Vordergrund. Der Sport bleibt aber nicht auf der Strecke. Korbleger, Dribbling, Schrittfolge, das seht auf dem Programm. Und sind in der Corona-Pause alle unsportlich geworden? "Man merkt, wer daheim einen Korb hat", sagt Trainer Jonas Sladek. "Aber das ist hier kein Leistungssport, es geht um den Kontakt." Und den haben die Jugendlichen vermisst. "Der Run war echt groß, andere Vereine haben früher wieder angefangen, da hatten wir auch Druck", meint Sladek. Die 13-jährige Lena gibt ihm recht: "Jetzt, da wir auch keine Schule haben, ist es gut, etwas zu tun zu haben. Sonst ist es langweilig."
Weil nur eine Gruppe von fünf Personen inklusive Leiter trainieren darf, mussten die Basketballer ihre Einheiten um eine halbe Stunde verkürzen, damit möglichst viele nacheinander kommen können. Ähnlich sieht es auch bei den Leichtathleten aus, auch sie trainieren jetzt kürzer. "Das ist jetzt schon gutes Individualtraining", sagt Vormwald und schmunzelt: "Der Betreuungsschlüssel ist auch ganz gut."
Weitsprung, Hürdenlauf und Sprint lassen sich gut machen mit den Abstandsregeln. "Nur Wurf ist gerade schwierig, da müssten wir jedes Mal alles desinfizieren", sagt die Übungsleiterin. Also läuft es bei den Leichtathleten ganz normal weiter? Trainer Thomas Gerhardy verneint. "Bei uns gibt gerade für die Jugendlichen viele Spiele, und die fallen jetzt alle weg." Aber auch hier sind alle froh, dass sie wieder rennen dürfen. "Einfach mal wieder Sport machen", meint der 16-jährige Leo erleichtert. Seine Gruppe hat sich für Staffellauf entschieden. "Kein Abklatschen und bitte Abstand halten", ruft Gerhardy über den Platz. Und wie ist das Training unter Corona-Auflagen? "Anstrengend", sagt der 16-Jährige. Immerhin das ist beim Alten geblieben.
