Wegen Corona: Gastronomie fordert Comeback der umstrittenen Heizpilze
Heizpilze gelten als Umweltsünde und sind vielerorts verboten. Nun fordert der Gaststättenverband Dehoga, die Wärmestrahler wieder bundesweit zu erlauben, um den Gastronomen das Herbst- und Wintergeschäft zu retten.
Deutsche Gastronomen fordern die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste in ihren Außenbereichen bedienen zu können. "Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem "Tagesspiegel".
"Wirte, die keine andere Möglichkeit haben, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen", sagte Hartges. Als ein Argument für den Einsatz gilt, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren können und sich Abstandsregeln besser einhalten lassen.PAID STERN 2020_35 Die Welt liebt junge weiße Männer 9.34
FDP fordert Ausnahme, Frankreich beschließt Verbot
Vielerorts sind die Gas-Heizstrahler aus Klimaschutzgründen verboten. Die Strahler haben einen hohen Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxd. Doch forderte jetzt auch die FDP, den Gastronomen entgegen zu kommen. "Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen", sagte der Tourismusexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Marcel Klinge, dem "Tagesspiegel".
In Frankreich hingegen wurde erst im Juli beschlossen, Heizpilze ab kommendem Jahr in Außenbereichen von Bars und Restaurants komplett zu verbieten. Bislang ist der Einsatz in vielen Städten, darunter Paris, noch erlaubt. Die Maßnahme ist Teil eines Pakets der französischen Regierung zur Reduzierung des Kohlenstoffdioxidausstoßes. "Die Menschen verstehen jetzt, dass wir in Gefahr sind und dass wir nach dieser Gesundheitskrise eine ökologische Krise haben werden, wenn wir nichts unternehmen", kommentierte Umweltministerin Barbara Pompili die Entscheidung in der französischen Tageszeitung "Le Monde".
