Neckar-Odenwald-Kreis: Sturm "Antonia" ließ es ein wenig ruhiger angehen
Neckar-Odenwald-Kreis. (schat) Nachdem "Zeynep" am späten Freitag und frühen Samstag überraschend kräftig durch die Region gepfiffen und einiges an Schaden zurückgelassen hatte, ließ es "Antonia" als Nachfolge-Sturmtief am Montagfrüh ein wenig ruhiger angehen. "Es war überschaubar", sagt Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr mit Blick auf die sturmbedingte Einsatzlage zum Wochenstart. 15 Meldungen fanden sich am Montagvormittag auf der Liste für den Neckar-Odenwald-Kreis, die man wiederum "ganz normal abgearbeitet" habe. Nach dem für Polizei, Feuerwehr und Straßenmeisterei arbeitsintensiven Wochenende sorgte Antonia also glücklicherweise nicht dafür, dass in der Region erneut allzu viel "durch den Wind" geriet.
Einsätze und kleinere Schäden gab’s aber dennoch, von Buchen bis Weisbach, von Obrigheim bis Osterburken, quer durch den ganzen Kreis verteilt. In aller Regel ging es um herabgewehte Äste, die auf Straßen oder Wegen für Behinderungen sorgten. "Der ein oder andere umgestürzte Bauzaun war auch unter den Meldungen", konkretisiert Carsten Diemer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn die Schadensmeldungen, die fast alle im Zeitraum zwischen 5 und 6 Uhr am Montagmorgen eingegangen seien. Für den gesamten Präsidiumsbereich berichtete Diemer von rund 30 Meldungen, klare Schwerpunkte seien der Landkreis Heilbronn und der Neckar-Odenwald-Kreis gewesen.
Der Pressesprecher geht allerdings davon aus, dass etliche weitere Schadensfälle vor Ort und ohne gesonderte Meldung bei der Polizei "reguliert" worden sind. "Oft wird das von Feuerwehr, Straßenmeisterei oder anderen Helfern direkt gelöst", so Diemer im Hinblick auf pragmatische Hindernisbeseitigungen. Bestätigt wird diese Einschätzung von Kreisbrandmeister Kirschenlohr, der die Wetter-Entwicklungen natürlich weiter beobachtet. Dabei nutzt man mehrere Kanäle, um sich ein möglichst aussagekräftiges Bild zu verschaffen. "Die Wetterstationen an den Flugplätzen in Walldürn und Lohrbach liefern immer gute Anhaltspunkte, parallel verfolgen wir natürlich die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes", so Kirschenlohr.
Den "Peak" (also die Spitze) hat der Kreisbrandmeister in Sachen Sturm am Freitag ausgemacht, als Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde in der Region gemessen worden waren. In der Folge hatten dann auch die Einsatzkräfte von Straßenmeisterei und Feuerwehr reichlich und vielerorts zu tun, nicht selten gemeinsam. Am Montag blieb’s für die weiter in Bereitschaft versetzten Helfer deutlich ruhiger, wie auch Erhard Saffrich, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei Mosbach auf RNZ-Nachfrage bestätigt.
Der Grund ist nachvollzieh- und messbar: Für die frühen Morgenstunden des Montags (gegen 4 Uhr) wiesen die Messgeräte am Flugplatz Lohrbach für die stärksten Böen "nur" knapp 80 Stundenkilometer aus. Im Zuge von Kontrollfahrten werde man in den kommenden Tagen aber waldreiche Straßenabschnitte in der Region weiter auf mögliche (nicht sofort erkennbare) Sturmschäden überprüfen, so Saffrich.
Insgesamt gab sich "Antonia" demnach bedeutend zahmer als die wilde "Zeynep". "Auch von Personenschäden ist uns nichts bekannt", konnte Carsten Diemer am Montagvormittag zum Abschluss des Sturm-Updates übermitteln.
