MAZ: Staffelsieg als Etappenerfolg
Der VfL Potsdam ist dem großen Ziel ein Stück näher
3. Handball-Liga: Die Adler feiern nach dem 32:21 über die HG Hamburg-Barmbek den Staffelsieg in der Gruppe A und haben als zweite Mannschaft aller Drittliga-Vertreter auch die Qualifikation für die Aufstiegsrunde geschafft.
Es gibt noch immer Verbesserungspotenzial. Bob Hanning ist, wenn er die Arme verschränkt, deutlich anzumerken, dass er mit einigen Entscheidungen seiner Schützlinge nicht glücklich ist. Da kann der Vorsprung noch so groß, da kann die Führung auch zweistelliger Natur, da können auch nur noch wenige Minuten auf der Uhr sein. „Wir haben viele technische Fehler gemacht, mehr sogar als dass wir Bälle verworfen haben. Da müssen wir nochmal drüber reden“, sagte der Trainer des Handball-Drittligisten VfL Potsdam. Orkantief „Zeynep“ sorgte draußen für Unruhe, die Adler fegten dagegen in der MBS-Arena mit voller Wucht über die Platte. Die Leidtragenden waren am Samstagabend die Spieler der Handballgemeinschaft (HG) Hamburg-Barmbek, die sich mit 21:32 (11:15) geschlagen geben mussten.
Für die ambitionierten Landeshauptstädter war es nicht nur der 14. Sieg im 17. Saisonspiel, vielmehr jubelte der Gastgeber gemeinsam mit 476 Zuschauern über die nun feststehende Qualifikation zur Aufstiegsrunde – und den Staffelsieg in der Gruppe A, der den Adlern trotz drei weiterer Aufgaben nicht mehr genommen werden kann. „Ich bin sehr glücklich. Wir sind angetreten, um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Das ist unser Anspruch, den wir an uns selbst haben“, lobte Hanning: „Wir sind in unserer Staffel Meister. Das ist ein toller Moment für unsere Sponsoren und für den gesamten Verein. Ich habe großen Respekt vor meinen Jungs, die diese Leistungen Woche für Woche und in dieser Art und Weise durchziehen.“
Die Anfangsphase der Partie erinnerte an das Hinrunden-Duell, welches Potsdam mit 31:20 gewann. Ende Oktober 2021 lag der VfL in der Hansestadt bereits nach elf Minuten mit 8:1 in Front. Auch am Samstag gehörten den Hanning-Schützlingen die ersten Momente, nach weniger als sieben Zeigerumdrehungen leuchtete ein 6:1 auf der Anzeigetafel. Beim komfortablen Vorsprung blieb es aber zunächst nicht, die Gäste von der Elbe wussten sich sehr wohl zu wehren und kamen mehrfach bis auf zwei Tore heran.
Vor allem Jan Torben Ehlers tat sich bei den Hamburgern im linken Rückraum hervor – schon im ersten Durchgang überwand der 1,98-Meter-Hüne VfL-Torhüter Mark Ferjan sechs Mal. Nach dem Seitenwechsel kam Ehlers, der mit 101 Toren auf Rang drei der Torjägerliste der A-Staffel liegt, zu keinem weiteren Treffer. Ebenfalls die 100er-Marke durchbrach David Cyrill Akakpo. Der Potsdamer Rechtsaußen brachte das Spielgerät acht Mal im Hamburger Gehäuse unter – und steht bei 103 Saisontoren. Den Schlusspunkt in Abschnitt eins setzte A-Junior Felix Mart zum 15:11. Das Eigengewächs erhielt bewusst viel Spielzeit, wie der Coach verriet: „Wir suchen für die Aufstiegsrunde die bestmöglichen Spieler auf den bestmöglichen Positionen. Wir wollen einige Dinge probieren und uns mehrere Optionen offenlegen.“
VfL-Trainer Bob Hanning: "Wir sind bereit"
Im zweiten Durchgang wollten die Adler, bei denen Fabian Pellegrini Mark Ferjan zwischen den Pfosten ersetzte, unnötige Spannung vermeiden. So zog der Gastgeber das Tempo an und enteilte der HG Hamburg-Barmbek. Nach 47 Minuten betrug der Vorsprung folgerichtig zehn Tore: Kapitän Karl Roosna vollendete einen Konter zum 25:15, am Ende waren es wie schon beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams elf Tore Unterschied. „In der ersten Halbzeit haben wir das wirklich gut gemacht, konnten Potsdam sogar etwas ärgern“, lobte HG-Trainer Tobias Skerka seine Sieben, erkannte den verdienten Potsdamer Erfolg aber an: „An der offensiven Abwehr haben wir uns aufgerieben, außerdem lassen wir ein paar freie Würfe liegen. Und dann geht es gegen den VfL eben ganz schnell.“
Gegen die Mannschaft, die ihrer Favoritenrolle bis dato gerecht wird und die Lust auf mehr hat. „Wir sind bereit“, glaubt Bob Hanning zu wissen, „wir wollen unbedingt in die 2. Bundesliga, alle im Verein sind sich dessen bewusst, keiner nimmt sich wichtiger als das Ganze.“ Bevor es ans Eingemachte geht, warten noch drei Aufgaben in der Staffel A: bei der HSG Eider Harde (26. Februar, 19.15 Uhr), gegen den DHK Flensborg (5. März, 19 Uhr) und zum Abschluss beim Oranienburger HC (12. März, 18.30 Uhr).
VfL Potsdam: Pellegrini, Ferjan – Heinis (3), Struck, Simic (1), Kaludjerovic (3), Freihöfer, Nowak (2), Akakpo (8), Suana (1), Orlov (4), Urios Gonzalez (2), Roosna (6/2), Mart (1), Schwark (1).
VfL folgt der HSG Konstanz
Als zweite Mannschaft hat sich der VfL Potsdam aus den sieben Drittliga-Staffeln für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Bereits eine Woche zuvor sicherte sich die HSG Konstanz, welche die Gruppe G mit 38:0-Punkten aus 19 Spielen anführt, eines der 14 Tickets.
Die Aufstiegsrunde wird in zwei Gruppen à sieben Teams ausgespielt. Platz 1 und 2 der beiden Gruppen spielen danach „Überkreuz“ die beiden Aufsteiger aus. Für Potsdam wird dann auch Neuzugang Dustin Kraus auf der Platte stehen. Der 20-Jährige (kommt von Füchse Berlin) fehlte am Samstag nach einer Corona-Infektion.
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, Böttcher, Marius 2022 (https://www.sportbuzzer.de/artikel/staffelsieg-vfl-potsdam-adler-handball-liga-hg-hamburg-barmbek-bob-hanning-dhb/) [21.02.2022]
Eintrittskarten für das letzte Heimspiel des VfL Potsdam in der Hautprunde gibt es unter diesem Link zu erwerben: https://www.ticketmaster.de/event/429027.
