Voralpenfluss: Naturschützer protestieren gegen Wasserkraftwerk an Salzach
Mit Fahnen, Bannern und Schildern sind Naturschützer am Samstag gegen den Bau eines neuen Wasserkraftwerks an der Salzach auf die Straße gegangen. Stattdessen müsse die Renaturierung des Flusses vorangetrieben werden, forderten die Demonstranten bei der Demo der "Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach" bei Tittmoning.
Mit Fahnen, Bannern und Schildern sind Naturschützer am Samstag gegen den Bau eines neuen Wasserkraftwerks an der Salzach auf die Straße gegangen. Stattdessen müsse die Renaturierung des Flusses vorangetrieben werden, forderten die Demonstranten bei der Demo der "Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach" bei Tittmoning.
Die Salzach sei Bayerns letzter Voralpenfluss ohne Wasserkraftwerke. Sie fließe von Salzburg bis zu ihrer Mündung in den Inn auf 60 Kilometer frei von Stauwehren und sei damit in Bayern einzigartig.
"Das Projekt wäre eine Katastrophe für die Salzach", sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) in Bayern, Richard Mergner, bei seiner Rede auf der Demo. Das Kraftwerk würde Fische schädigen und den Fluss noch weiter von den Auen abschneiden. Zudem würde der Rückstau zur Ablagerung von Feinsediment führen und so das Flussbett als Lebensraum zerstören.
Das Kraftwerk an der Salzach als Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland will laut BN die Österreichische Verbund AG mit Unterstützung der bayerischen Staatsregierung bauen. Es würde als Fließgewässerkraftwerk eine moderne Technik nutzen, die Flussbett und Fische schont. Dennoch würde es im Endausbau gerade einmal so viel Strom erzeugen wie zwei bis drei Windräder, lautet die Kritik des BN.
"Das angeblich "ökologisch harmlose" Kraftwerk würde das Ende für eine naturnahe Weiterentwicklung der Salzach bedeuten - mit dem Segen der Regierung", sagte Mergner.
Der BN sei nicht grundsätzlich gegen Wasserkraft, unterstrich der Verband. Man könne darüber nachdenken, bestehende Kraftwerke zu ersetzen oder zu modernisieren mit Techniken, die Fische und Flusslandschaft schonen. Den Neubau von Wasserkraftwerken lehnt der Verband aber ab. Die Stromerzeugung mit Wasser mache auf Dauer weder ökologisch noch ökonomisch Sinn. Die Energieerzeugung mit Windkraft und Solarenergie sei deutlich günstiger. Hinzu kämen die Folgen des Klimawandels. Bei Hochwasser wie auch bei zu wenig Wasser müssten die Kraftwerke abgeschaltet werden.
