Kanada: Trumps Drohungen lassen Mark Carney jubeln
Der politische Neuling Mark Carney schaffte es, Anhänger aus dem linken und konservativen Lager zu mobilisieren. Wer ist der Trudeau-Nachfolger und warum gewann er die Wahl? Die Partei des ehemaligen Managers und Zentralbankdirektors Mark Carney lag in den Umfragen vor der Unterhauswahl in Kanada nur knapp vor der Konservativen Partei. Vor allem der US-amerikanische Präsident Donald Trump dürfte seiner Partei einen Aufschub im Wahlkampf verschafft haben. Nun hat Carney die Wahl gewonnen. Wechsel ins liberale Lager Trotz Zuwächsen (144 Sitze) verpasste Pierre Poilievres Konservative Partei die Regierungsmehrheit deutlich. So blieben die Konservativen nach zeitweise großem Vorsprung in den Umfragen hinter den Erwartungen zurück. Nach wiederholten Wahlniederlagen steht nun die Frage im Raum, ob Poilievre Parteichef bleiben kann. Bei der Wahl mussten insbesondere kleinere Parteien Verluste hinnehmen. Die Kanadier stimmten überwiegend für Liberale oder Konservative – besonders zu Lasten der Neuen Demokratischen Partei (NDP). Die NDP fiel von 18 Prozent (2021) auf fünf Prozent, Parteichef Jagmeet Singh konnte seinen Wahlkreis in British Columbia nicht verteidigen konnte und trat zurück. Auch die Grünen halbierten ihren Stimmenanteil auf ein Prozent. Der Bloc Québécois hielt 8 Prozent, doch bleibt die Sitzverteilung abzuwarten. Trotz dominierender großer Parteien spielen kleinere Parteien wie NDP und Bloc Québécois weiterhin eine Rolle im Parlament. Den Grund für einen ausbleibenden Wahlerfolg der kleineren Parteien sehen viele Beobachter in den verschärften Drohungen durch Donald Trump. Trumps Drohungen verhalfen zum Sieg Im Vorfeld drohte der US-Präsident Donald Trump wiederholt mit Zöllen und stellte die Souveränität Kanadas in Fragen. Aufsehen erregte er mit der Äußerung, Kanada zu seinem 51. Bundesstaat zu machen. Die verschärfte Rhetorik Trumps konnte Mark Carney für sich nutzen und setzte den Fokus auf wirtschaftliche Stärke. Mark Carney profitierte von der Stimmung, attackierte Trump und den Oppositionsführer der Konservativen Pierre Poilievre gleichermaßen. Carney betonte nach der Wahl, Trump wolle "uns brechen, damit die USA uns besitzen kann". Er versprach, sich den Drohungen Donald Trumps entschieden entgegenzustellen. Sein Konkurrent Poilievre konzentrierte sich auf innenpolitische Themen wie Lebenshaltungskosten, Wohnraum und Kriminalität und erwähnte Trump kaum. Carney hingegen erklärte die alten Beziehungen zu den USA für beendet und will sofort nach der Wahl neue Verhandlungen aufnehmen. Trump-Verbündeter Kevin O'Leary nannte Carneys Strategie erfolgreich: Er habe die Frustration über die USA genutzt, um von eigenen Schwächen abzulenken. Carney verwies im Wahlkampf hingegen auf seine erfolgreiche Krisenbewältigung in Kanada und Großbritannien , um seine Eignung in der aktuellen Wirtschaftskrise zu betonen. Dennoch steht Carney vor einer großen Aufgabe, denn das Land ist gespalten. So sind die Liberalen in Alberta und Saskatchewan, zwei an Öl- und Gasvorkommen reichen Prärieprovinzen, in denen schon seit Langem ein Gefühl der Entfremdung vom Machtzentrum in Ottawa herrscht, weit abgeschlagen. Auch die jungen Wähler stimmten vermehrt für die Konservativen. Carney als Politikneuling Als der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau plötzlich zurücktrat, musste die Leerstelle gefüllt werden. Trudeau wurde nach zehn Jahren zuletzt immer unbeliebter aufgrund von steigenden Preisen und einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage des Landes. Der ehemalige Manager Carney konnte sich überraschend ohne politische Erfahrung zum Parteivorsitz wählen lassen und wurde zum Premier vereidigt. Mark Carney hatte schon länger über einen Wechsel in die Politik nachgedacht, beim Ausscheiden Trudeaus witterte er seine Chance. Er ist zwar kein politischer Veteran, aber über Parteigrenzen geschätzt aufgrund seiner wirtschaftlichen Expertise. Auch deshalb dürfte er einige aus dem konservativen Lager von sich überzeugt haben. Ihm kam zugute, dass er sich während des Wahlkampfes bereits kurz als Premierminister profilieren und seine Ankündigungen bereits mit einem Telefonat mit Trump und Treffen mit US-Kabinettsministern medienwirksam inszenieren konnte.
Moscow.media
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