Die Steuererklärung gilt vielen als lästig oder kompliziert – und wird daher oft an Profis vergeben. t-online zeigt, was das je nach Einkünften kostet. Vielen Menschen graut es vor der Steuererklärung . So sehr, dass sie sich am liebsten gar nicht selbst mit ihr befassen würden, sondern andere dafür bezahlen, dass diese sich darum kümmern. Doch mit welchen Kosten muss man rechnen, wenn man die Einkommensteuererklärung an einen Steuerberater auslagert? Zwei Faktoren spielen bei der Antwort eine Rolle: die Höhe Ihrer Einkünfte (der sogenannte Gegenstandswert) und der Arbeitsaufwand. Denn die Höhe des Honorars ist zwar gesetzlich in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt, es gibt aber einen Ermessensspielraum. "Wenn jemand seine Unterlagen geordnet digital einreicht, bedeutet das weniger Aufwand und kann damit günstiger werden, als wenn er einen Schuhkarton mit Belegen abgibt", sagt Eugen Müller, Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Nürnberg , t-online. Rechenbeispiel für durchschnittlichen Aufwand Wie hoch die Steuerberaterkosten genau ausfallen, lässt sich also nicht pauschal sagen – wohl aber die Spannbreite, innerhalb der sich die Gebühren bewegen können. Für die Einkommensteuererklärung legt die StBVV die Gebühr zwischen 1/10 und 6/10 der vollen Gebühr (10/10) fest. Ist der Aufwand beispielsweise durchschnittlich, legen Steuerberater meist die sogenannte Mittelgebühr von 3,5/10 an. Sie multiplizieren also die volle Gebühr mit diesem Faktor. Welchem Euro-Betrag die volle Gebühr entspricht, hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte ab. Liegen diese zum Beispiel bei 40.000 Euro im Jahr, ergibt sich aus der Tabelle A der StBVV eine volle Gebühr (10/10) von 1.061 Euro. Setzt der Steuerberater nun die Mittelgebühr von 3,5/10 an, kostet Sie die Einkommensteuererklärung 371,35 Euro (0,35 x 1.061 Euro). Hinzu kommen noch 19 Prozent Umsatzsteuer. Tabelle A können Sie hier einsehen. Tabelle zeigt Mindest- und Maximalgebühren Wir haben für verschiedene Einkünfte ausgerechnet, wie teuer Sie Ihre Steuererklärung mindestens und höchstens zu stehen kommt: Höhe der Einkünfte Minimale Gebühr (1/10) Mittelgebühr (3,5/10) Maximale Gebühr (6/10) 10.000 Euro 57,10 Euro 199,85 Euro 342,60 Euro 13.000 Euro 61,80 Euro 216,30 Euro 370,80 Euro 19.000 Euro 71,20 Euro 249,20 Euro 427,20 Euro 25.000 Euro 80,60 Euro 282,10 Euro 483,60 Euro 30.000 Euro 89,20 Euro 312,20 Euro 535,20 Euro 35.000 Euro 97,70 Euro 341,95 Euro 586,20 Euro 40.000 Euro 106,10 Euro 371,35 Euro 636,60 Euro 45.000 Euro 114,60 Euro 401,10 Euro 687,60 Euro 50.000 Euro 123,00 Euro 430,50 Euro 738,00 Euro 65.000 Euro 132,00 Euro 462,00 Euro 792,00 Euro 80.000 Euro 141,10 Euro 493,85 Euro 846,60 Euro 95.000 Euro 150,20 Euro 525,70 Euro 901,20 Euro 110.000 Euro 159,30 Euro 557,55 Euro 955,80 Euro Ein guter Steuerberater kommuniziert die Kosten übrigens klar im Vorfeld und begründet Abweichungen. Lesen Sie hier , an welchen Punkten Sie außerdem erkennen, ob Ihr Steuerberater professionell arbeitet. Lohnsteuerhilfevereine als günstige Alternative Ein Steuerberater lohnt sich grundsätzlich nur, wenn die Kosten nicht die Rückzahlung übersteigen. Laut Statistischem Bundesamt lag die durchschnittliche Rückzahlung zuletzt bei 1.063 Euro. Wie viel oder ob Sie überhaupt etwas vom Finanzamt erstattet bekommen, hängt aber von Ihrer individuellen Situation ab. Bei vielen Arbeitnehmern ist die Steuererklärung nicht sonderlich kompliziert. Sie könnten sie also auch selbst erledigen und sich mehrere Hundert Euro für den Steuerberater sparen. Eine günstige Alternative zum Steuerberater sind Vereine für Lohnsteuerhilfe. Diese können aber nur Angestellte, Rentner, Beamte und Pensionäre in Anspruch nehmen – Selbstständige bleiben außen vor. Die Kosten für den Lohnsteuerhilfeverein ergeben sich aus einer niedrigen einmaligen Aufnahmegebühr und aus einem Mitgliedsbeitrag, der sich an Ihren Einkünften orientiert. Darüber hinaus entstehen keine weiteren Kosten.