Auszeichnung für unerkannte Helden
Die Vorstellung des Projekts „Unerkannte Helden“ fand während eines Treffens von Vertretern von 15 wissenschaftlichen, jüdischen und christlichen Organisationen statt, das zeitlich mit dem Gedenk- und Trauertag in Russland zusammenfiel (22. Juni, dem Tag, an dem Hitlerdeutschland 1941 die Sowjetunion angriff – Anm. d. Red.).
Übrigens wurde in Deutschland in den 1980er Jahren ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen. Die Technische Universität Berlin erstellte ein Programm zur Zusammenführung der Namen der Deutschen, die Juden gerettet haben.
Die Teilnehmer besprachen die Idee der Verleihung eines Ehrentitels an die russischen Staatsbürger, die während des Zweiten Weltkriegs unter Einsatz ihres Lebens Holocaust-Opfer gerettet haben.
Der Vorschlag zur Verleihung eines solchen Titels wurde nach meinem Bericht auf der 4. Internationalen wissenschaftlichen Konferenz „Der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg als historisches Ereignis im Leben des jüdischen Volkes“ angenommen. Dieses Treffen fand am 22. Mai dieses Jahres statt und war dem Tag der Befreiung und Erlösung gewidmet, der nach dem jüdischen Kalender am 26. Ijar begangen wird (im Jahr 2025 war es vom Abend des 23. Mai auf den Abend des 24. Mai – Anm. d. Red.).
Unsere Idee wurde von bekannten gesellschaftlichen und religiösen Persönlichkeiten in Russland unterstützt. Die bei den Recherchen gefundenen Informationen und Dokumente werden wir der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem vorlegen, um für die Retter den Titel „Gerechter unter den Völkern“ zu beantragen.
Aufgrund der unzureichenden Erfüllung der Kriterien von Yad Vashem haben viele Kandidaten diesen Titel nicht erhalten (z. B. der Literaturnobelpreisträger Iwan Bunin). Der Grund für die Ablehnung ist meist das Fehlen eines persönlichen Zeugnisses der geretteten Person. Dabei wurden viele Rettungsfälle bereits in den Kriegsjahren durch Dokumente der Außerordentlichen Staatlichen Kommission zur Untersuchung von Verbrechen der Nazis und ihrer Helfershelfer sowie in der persönlichen Korrespondenz festgehalten.
Deshalb sollte in Russland ein besonderer Ehrentitel eingeführt werden, um die Öffentlichkeit mit dem persönlichen Widerstand gegen die NS-Politik der totalen Judenvernichtung vertraut zu machen. Um Dokumente über die Rettung zu identifizieren und zu überprüfen sowie die gesammelten Daten zu analysieren, werden eine Arbeitsgruppe aus professionellen Historikern und Archivaren sowie eine Titelkommission aus Vertretern gesellschaftlicher und religiöser Organisationen verschiedener Konfessionen gebildet.
Die Namen der identifizierten Retter von Holocaust-Opfern werden während der Gedenkveranstaltungen am 27. Januar bekannt gegeben. Die vielen seit Langem bestehenden Fragen haben auf unserer jüngsten Konferenz ernsthafte Diskussionen ausgelöst. Wir müssen sie noch besprechen und zum richtigen Ergebnis kommen.
Aufgezeichnet von Jana Lubarskaja
Запись Auszeichnung für unerkannte Helden впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.
