Die umstrittene Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hat sich im TV erklärt. Kann das ihre Kandidatur für das Bundesverfassungsgericht retten? Es war der vorübergehende Höhepunkt der Debatte: Am Dienstagabend verteidigte und erklärte sich Frauke Brosius-Gersdorf in der Talkshow "Markus Lanz". Die 54-jährige Juristin hätte eigentlich gemeinsam mit zwei Kollegen vakante Richterposten am Bundesverfassungsgericht besetzen sollen, am vergangenen Freitag sollte im Bundestag die Wahl der drei stattfinden. Doch die Wahl wurde insgesamt abgesetzt. Brosius-Gersdorf bei Lanz: "Das kann ich mir nicht länger gefallen lassen" Der Grund waren Zweifel an Brosius-Gersdorf in der Öffentlichkeit und vor allem in der Unionsfraktion. Sie entzündeten sich an oft nur stückweise wiedergegebenen Positionen der Juristin zum Thema Abtreibung, zum Tragen des Kopftuches im öffentlichen Dienst und zum AfD-Verbotsverfahren. Als "diffamierend" und "falsch" wies Brosius-Gersdorf die Vorwürfe bei Lanz zurück, schloss aber auch nicht aus, auf ihre Kandidatur zu verzichten, um dem Gericht nicht zu schaden. Nicht erst seitdem wird diskutiert: Sollte sich Brosius-Gersdorf aus dem Rennen um das Amt als Richterin am Bundesverfassungsgericht zurückziehen?