Die US-Regierung macht gezielt Jagd auf Einwanderer – vor allem in der Landwirtschaft. Das macht sich nun bei den Preisen für Gemüse bemerkbar. In den USA sind die Großhandelspreise für frisches und getrocknetes Gemüse aus heimischer Produktion im Juli um fast 40 Prozent gestiegen. Das berichtet die Nachrichtenseite "Today" unter Berufung auf Daten des US-Arbeitsministeriums. Bei dem Anstieg von 38,9 Prozent im Jahresvergleich handelt es sich dem Bericht zufolge um den größten Preissprung für einen Sommermonat seit fast hundert Jahren. Die Preissteigerung betrifft zunächst die Händler, die ihre Regale mit heimischem Gemüse befüllen. Ob und wie stark die höheren Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden, ist laut NBC-Wirtschaftskorrespondentin Christine Romans noch offen. Sie erklärte im Gespräch mit "Today", man müsse die Entwicklung über mehrere Monate beobachten, um eine klare Tendenz erkennen zu können. USA: Razzien, Zölle und Wetter treiben die Preise Als Ursachen für den starken Anstieg gelten unter anderem Wetterbedingungen wie Dürren, die die Ernten beeinträchtigen. Hinzu kommt ein verschärfter Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft. Dem Bericht zufolge meiden viele Erntehelfer ihren Arbeitsplatz aus Angst vor Abschiebung , nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump im Juni erneut mit Festnahmen von Arbeitsmigranten in der Agrarbranche sowie in der Gastronomie und Hotellerie begonnen hatte. Zwar habe Trump angekündigt, gezielte Pausen bei Razzien in bestimmten Branchen zu erwägen, dennoch sei die Unsicherheit in der Branche groß, heißt es. Auch Einfuhrzölle auf ausländische Lebensmittel könnten die Inlandspreise zusätzlich in die Höhe treiben. Nicht nur Gemüse verteuert sich drastisch NBC-Wirtschaftskorrespondentin Romans wies darauf hin, dass Gemüse nur eines von mehreren Grundnahrungsmitteln sei, bei denen zuletzt Preissteigerungen zu verzeichnen waren. Sie sagte: "Dieses Hoch zeigt einfach, dass die Lebenshaltungskosten weiterhin das zentrale Thema sind und dass es nach wie vor erheblichen Druck bei den Alltagsausgaben gibt." Gemüse sei dabei ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung, den man nicht einfach ersetzen könne. Da viele Supermärkte mit geringen Gewinnmargen arbeiteten, erscheine es wahrscheinlich, dass zumindest ein Teil der höheren Kosten bald bei den Verbrauchern ankomme. Zwar versuchten viele Ketten, Preissteigerungen abzufangen, doch sei das nicht unbegrenzt möglich. Ein ähnliches Muster zeigte sich laut dem Bericht bereits bei Rindfleisch: Im Juli stieg der Preis für Hackfleisch auf einen Rekordwert von 6,12 Dollar pro Pfund, das entspricht einem Anstieg um knapp 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Steaks wurden teurer.