Im Sommer hat Thomas Müller den FC Bayern verlassen. Nun sprach er über die Vorgehensweise des Klubs in den vergangenen Monaten. Bayern-Legende Thomas Müller zeigte sich rund um seinen Abschied überrascht von einer Aussage des Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß . Dieser hatte ihm im Frühjahr nahegelegt, seine Karriere im Sommer zu beenden. "Der Verein hatte intern schon entschieden und es mir noch nicht mitgeteilt. Dass Uli Hoeneß dann versucht hat, mir 'eine Brücke zu bauen' und sich öffentlich zu meiner Vertragssituation auf der Kino-Premiere meiner Doku geäußert hat, fand ich ehrlicherweise nicht sehr glücklich", erklärte Müller im Interview mit der "SportBild". Die gesamte Kommunikation des FC Bayern missfiel dem Ur-Bayer. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Freund des offenen Visiers bin. Trotz der bereits beschriebenen holprigen Einleitung war mein Abschied vom FC Bayern dann im Verlauf der letzten Monate absolut außergewöhnlich und sehr besonders für mich." Luis Díaz: Bayern-Spieler spricht offen über eigenen Transfer Interne E-Mails zeigen: VfB ließ den FC Bayern wohl rigoros abblitzen Müller trat die Gespräche mit dem Klub in der klaren Absicht an, seine Laufbahn beim deutschen Rekordmeister um ein weiteres Jahr fortzusetzen. Doch daraus wurde nichts – auch wenn Sportvorstand Max Eberl Müller die Verlängerung Anfang Januar in Aussicht stellte. "Die Entscheidung, dass ich keinen neuen Vertrag mehr bekommen werde, kam für mich zu diesem Zeitpunkt und aufgrund der vorherigen Kommunikation schon überraschend", so Müller dazu. Das "habe ich den Verantwortlichen auch mitgeteilt" Trotz der besonderen Umstände zeigt sich Müller, der inzwischen erstmals für einen anderen Klub als den FC Bayern, die Vancouver Whitecaps in Kanada, aufläuft, nicht enttäuscht über die Art und Weise, wie sein Karriereende eingeleitet wurde. "Enttäuscht war ich nicht. Wie ich schon Anfang April in meinem Brief erwähnt habe, war die Kommunikation zu meinem Vertragsende nicht wirklich optimal. Dass mir das nicht geschmeckt hat, wie man in Bayern sagt, habe ich den Verantwortlichen auch mitgeteilt." Nach dem Abgang Müllers fehlt den Bayern eine große Identifikationsfigur. Wer könnte jetzt in seine Rolle hineinwachsen, vielleicht Jamal Musiala ? "Jamal möchte ich diese sentimentale Diskussion gar nicht aufbürden. Er soll sich einfach als Freigeist fühlen und Spaß am Fußball haben, wenn er wieder fit ist", so Müller, der es "super" gefunden hätte, wenn Florian Wirtz sich für den FC Bayern entschieden hätte. Wirtz wechselte in diesem Sommer jedoch zu Premier-League-Klub FC Liverpool .