Die radikalislamische Hamas hat israelische Soldaten im Gazastreifen überfallen. Das vermutete Motiv: Weitere Geiseln zu entführen. Mehr als 15 bewaffnete Palästinenser haben israelischen Militärangaben zufolge eine Stellung der Armee im Süden des Gazastreifens angegriffen. Sie hätten im Bereich der Stadt Chan Junis auf die israelischen Soldaten geschossen und Panzerabwehrraketen eingesetzt, teilte ein Militärsprecher mit. Einige seien in den Posten eingedrungen. Die Truppen hätten das Feuer erwidert und in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe zehn der Angreifer getötet, die aus mehreren Tunnelschächten gekommen seien. Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass sie beabsichtigten, Soldaten zu entführen. Drei Soldaten seien verletzt worden, einer davon schwer, teilte die Armee mit. Der Vorfall dauere noch an, die Soldaten seien im Einsatz, "um die Terroristen aufzuspüren und auszuschalten", hieß es weiter. Bemühungen: Vorschlag zur Waffenruhe Offensive: Netanjahus Gaza-Plan Israels Armee mobilisiert Reservisten für Offensive in Gaza Der militärische Hamas-Arm reklamierte den Angriff für sich. Man habe feindliche Panzer und Gebäude mit Sprengsätzen, Panzerabwehrraketen und Handgranaten angegriffen, hieß es in der Mitteilung der islamistischen Terrororganisation. Einer der Angreifer habe sich inmitten von Soldaten selbst in die Luft gesprengt und dabei Verluste verursacht. "Die Kassam-Brigaden bekräftigen, dass solche Einsätze so lange andauern werden, bis die Besatzung endet und unser Volk Freiheit erlangt", teilte die Hamas weiter mit. Israels Armee hatte am Mittwoch weitere 60.000 Reservisten für ein mögliches Vorgehen im Gazastreifen mobilisiert. Parallel laufen Vermittlungsbemühungen für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas sowie eine Freilassung israelischer Geiseln. Die radikalislamische Hamas hatte am 7. Oktober 2023 Israel überfallen, rund 1.200 Menschen ermordet und 250 Geiseln nach Gaza verschleppt.