Seit 22 Monaten attackiert die israelische Armee das Nasser-Krankenhaus in Gaza aus der Luft. Bei einem Angriff am Montag starben mindestens 15 Menschen. Bei einem israelischen Angriff im Süden des Gazastreifens sind nach Krankenhausangaben 15 Menschen getötet worden, darunter mindestens vier Journalisten. Nach Angaben des Nasser-Krankenhauses wurden sie bei einem Luftangriff tödlich getroffen, als sie sich im vierten Stock der Klinik in der südlichen Stadt Chan Junis aufhielten. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von vier getöteten Journalisten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press war auch eine freie Mitarbeiterin von AP, Mariam Dagga (33), unter den Getöteten. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, ein freier Mitarbeiter von Reuters sei getötet und ein weiterer Fotograf der Agentur – ebenfalls ein freier Mitarbeiter – verletzt worden. Krieg im Nahen Osten: Netanjahu ist kein großzügiger Sieger Mutter verzweifelt: "Netanjahu kann meinen Matan zurückbringen" Der arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtete, ein Kameramann des Senders sei tödlich getroffen worden. Es war zunächst unklar, für welches Medium der vierte getötete Journalist arbeitete. Laut Wafa kamen auch Sanitäter zu Tode. Die israelische Armee teilte mit, sie prüfe die Berichte. Opfer starben bei "Double-Tap-Angriff" Wie Fernsehaufnahmen zeigen, handelte es sich bei dem Angriff auf das Nasser-Krankenhaus um einen sogenannten "Double-Tap-Angriff". Dabei folgt auf einen ersten Angriff ein Zweiter, sobald Rettungskräfte, Journalisten und Zivilisten vor Ort sind. Viele Juristen sind der Meinung, solche Angriffe seien als Kriegsverbrechen einzustufen, da sie darauf abzielen, Zivilisten, Verwundete, Hilfskräfte oder kampfunfähige Kombattanten zu töten. Augenzeugen berichteten, es habe einen zunächst Angriff auf den vierten Stock im Empfangsgebäude des Nasser-Krankenhauses gegeben, in dem sich die Journalisten aufhielten. Als Sanitäter und Mitarbeiter des Zivilschutzes zur Rettung eilten, habe es einen weiteren Angriff gegeben. Fast 200 Journalisten in Gaza getötet Damit wurden laut Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten seit Beginn des Gaza-Kriegs vor knapp zwei Jahren fast 200 Journalisten getötet, die meisten davon Palästinenser. Erst am Samstag war nach Angaben von Wafa ein palästinensischer Kameramann im nördlichen Gazastreifen von israelischen Soldaten getötet worden. Der palästinensische Journalistenverband sprach von einer "fortwährenden israelischen Kampagne gegen Journalisten, deren Ziel es ist, die palästinensischen Schilderungen zum Schweigen zu bringen".