Seit Monaten liefert sich US-Präsident Trump eine Keilerei mit der Notenbank Fed, weil er Zinssenkungen will. Jetzt greift er zu härteren Mitteln. US-Präsident Donald Trump greift in die Personalpolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed) ein. Fed-Gouverneurin Lisa Cook werde mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt im Vorstand entlassen, teilte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social mit. Als Grund nannte der Präsident in seinem Brief an Cook, dass es hinreichende Gründe zu der Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe. "Ihr Verhalten zeugt von grober Fahrlässigkeit bei Finanzgeschäften, was Ihre Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit als Finanzaufseherin in Frage stellt", schrieb Trump bei Truth Social. "Cook muss zurücktreten, jetzt!!!". Ein Präsident kann per Gesetz Zentralbank-Gouverneure nur entlassen, wenn es hinreichende Gründe gibt. Womöglich wird die Entscheidung Trumps angefochten. Schon vor Tagen hatte sich angedeutet, dass der US-Präsident Cook loswerden will. Auf eine Frage eines Journalisten, ob er sie feuern werde, hatte er gesagt: "Ja, ich werde sie feuern, wenn sie nicht zurücktritt." Cook war zuletzt in die Schlagzeilen wegen Vorwürfen über Unregelmäßigkeiten bei der Aufnahme von Krediten für Immobilien geraten. Der Chef der staatlichen Häuserfinanzierungsbehörde hatte sich in einem Brief an US-Justizministerin Pam Bondi gewandt und die Vorwürfe darin thematisiert. Trump will Senkung des Leitzinses Seit Monaten pocht Trump auf eine Senkung des Leitzinses – vergeblich. Der Notenbank-Rat zögert angesichts von Inflationssorgen auch wegen Trumps Importzöllen. Forderungen Trumps an den Chef der US-Notenbank, Jerome Powell , zurückzutreten, blieben erfolglos. Und seinen Drohungen, ihn notfalls zu feuern, folgten bislang keine Taten. Die Entlassung Cooks stellt nun eine weitere Eskalation in Trumps Bestreben, die Führung der Fed nach seinen Vorstellungen umzubauen, dar. Ökonomin Cook ist seit Mai 2022 Mitglied des Vorstands. Ihre Amtszeit läuft nach Fed-Angaben eigentlich bis zum 31. Januar 2038. Vor ihrer Berufung war sie unter anderem als Professorin für Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen an der Michigan State Universität tätig. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat angesichts der Angriffe von Trump auf die Fed vor Eingriffen in die Unabhängigkeit von Zentralbanken gewarnt. Diese Unabhängigkeit sei "von entscheidender Bedeutung", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. "Wenn eine Zentralbank ihre Unabhängigkeit verliert oder wenn ihre Unabhängigkeit bedroht ist, dann wird sie dysfunktional", sagte Lagarde. "Sie fängt an, Dinge zu tun, die sie nicht tun sollte." In der Folge entstehe "Instabilität, wenn nicht sogar Schlimmeres".