Von China nach Europa: Frachter plant Rekordfahrt durch die Arktis
Die Nordostpassage wird zur Handelsroute: In nur 18 Tagen soll ein Containerschiff aus China europäische Häfen erreichen – ein geopolitisch und ökologisch brisantes Vorhaben. Was früher als gefährlich und unpassierbar galt, wird nun Realität: Die Nordostpassage im Arktischen Ozean wird zur neuen Route im globalen Handel. Die chinesische Reederei Haijie Shipping plant, erstmals ein Containerschiff von China nach Europa durch die eisarmen Gewässer nördlich von Sibirien zu schicken, berichtet der "Spiegel". Am 20. September soll die 294 Meter lange "Istanbul Bridge" im chinesischen Hafen Ningbo ablegen – beladen mit knapp 4.900 Standardcontainern voller Elektronik und Konsumgüter für das Weihnachtsgeschäft. Bereits am 8. Oktober soll das Schiff in Felixstowe, England, ankommen. Weitere Stopps sind in Rotterdam , Hamburg und Danzig vorgesehen. Einflussnahme in Grönland : US-Botschafter einbestellt Russisches Flugzeug gesichtet: Nato alarmiert deutsche Eurofighter Der entscheidende Vorteil: Die Route über die Nordostpassage verkürzt die Reisezeit im Vergleich zum Suezkanal erheblich – von bis zu 50 auf nur 18 Tage. Viele Reedereien meiden derzeit den Suezkanal aufgrund von Sicherheitsrisiken, unter anderem durch Angriffe im Roten Meer. Die Passage entlang der sibirischen Küste bietet somit eine willkommene Alternative. Doch sie bleibt nicht ohne Risiken. Eisgang, unzureichende Karten und fehlende Infrastruktur machen die Fahrt durch die Arktis zu einem gefährlichen Unterfangen. "Wir gucken mit Zweifel auf das, was die Chinesen da machen", heißt es von einem Sprecher der deutschen Reederei Hapag-Lloyd . Man setze dort weiterhin auf Planungssicherheit statt Geschwindigkeit – und auf langsameres Fahren, um CO₂ zu sparen. Russland verliert an Einfluss China hingegen treibt seine Ambitionen in der Arktis entschlossen voran. Als "polare Großmacht" investiert das Land in eigene Eisbrecher, Docks und Forschungseinrichtungen entlang der Route. Bereits jetzt nutzt Peking die Strecke für den Import von russischem Öl und Gas. Russland hingegen wird bei der Kommerzialisierung seiner eigenen Route zunehmend zum Juniorpartner. Internationale Sanktionen verhindern, dass westliche Reedereien die Passage nutzen. Auch der Ausbau der meteorologischen Überwachung und Infrastruktur bleibt hinter den Anforderungen zurück, heißt es in dem Bericht. Langfristig könnte sich das Bild jedoch ändern: Klimaforscher erwarten, dass die Arktis im Sommer bald über längere Zeiträume komplett eisfrei ist. Der globale Handel steht damit möglicherweise vor einem fundamentalen Wandel – mit China als neuem Taktgeber.
Moscow.media
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