Für Freitagabend hatte Neonazi Marla-Svenja Liebich seinen Haftantritt im Chemnitzer Frauengefängnis angekündigt. Doch es kamen nur Demonstranten, die vergebens warteten. Neuer Rummel um Neonazi Marla-Svenja Liebich: Am Freitag sollte sie eine Freiheitsstrafe wegen Volksverhetzung antreten, doch die Reizfigur ist offenbar nicht erschienen, wie "Bild" zuerst berichtet. In einer Sprachnachricht sagte Liebich zu den Anhängern: "Leider muss ich Ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass ich heute etwas unpässlich bin und an dieser schönen Zusammenkunft nicht selbst teilnehmen kann." In der Sprachnachricht erklärte Liebich, sich ins Ausland abgesetzt zu haben. Das aber ist derzeit unbestätigt. Es könnte sich auch um eine weitere PR-Aktion von Liebich handeln, der bereits den vorgeblichen Haftantritt am Freitagabend inszeniert und mit immer neuen Nachrichten Interesse angeheizt hatte. Am 18. August war bekannt geworden, dass Liebich die Haft innerhalb von zwei Wochen antreten muss. Es ist aber nicht klar, wann die Nachricht zugestellt wurde und ob damit die Frist wirklich bereits am Freitagabend abgelaufen ist. Liebich war im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden – damals noch als Sven Liebich. Mit dem im November in Kraft getretenen Selbstbestimmungsgesetz, das das frühere Transsexuellengesetz ablöste, wurden Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens deutlich erleichtert. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag ist allerdings vereinbart, diese Regelungen bis zum Juli 2026 zu überprüfen. Liebich steht im Verdacht, das Selbstbestimmungsgesetz mit seinem Auftreten ins Lächerliche ziehen zu wollen.