Ein Vorfall in Dublin erschüttert den FC Schalke. Die Betroffenen schildern ihre Erfahrungen. Der Klub selbst reagiert mit einer Stellungnahme auf die Aktion. Eigentlich sollte es eine besondere Reise werden: Rund 2.000 Fans begleiteten den Zweitligisten Schalke 04 am Samstag zum Freundschaftsspiel nach Dublin. Vor der Partie kam es jedoch zu einem Vorfall, der nun weit über das Spiel hinaus für Diskussionen sorgt. Was war passiert? Während eines Fanmarschs durch die irische Hauptstadt vor der Partie gegen den Erstligisten Bohemians (2:3) fotografiert eine Frau die Schalker Anhänger und wird daraufhin von diesen angegangen. Das zeigen Videoaufnahmen, die im Netz kursieren. Ein Mann, der ihr zur Hilfe kommen will, wird zu Boden gestoßen und getreten. Beide Betroffenen haben Anzeige erstattet. "Was sie Stephen angetan haben, ist fürchterlich" Laut "Bild" soll es sich bei den Attackierten um die Fotografin Carly Clarke und ihren langjährigen Kollegen Stephen Lovell-Davis handeln. Die 39-Jährige schilderte im Nachgang ihre Sicht der Dinge: "Als Stephen auf dem Boden lag, wurde er immer wieder getreten. Ich war verängstigt und in Panik, hatte große Sorgen um meinen Freund." Eine Gruppe von Passantinnen habe versucht, den beiden Fotografen zu helfen. Das sei aber nicht so einfach gewesen, berichtete Clarke weiter. "Hätten die Ultras einfach gesagt, ich solle keine Fotos machen, wäre das kein Problem gewesen. Dass so etwas passiert, habe ich noch nie erlebt." Das Verhalten der Schalker Fans habe sie "schockiert", so Clarke. "Wenn ich nicht knipsen soll, ist das in Ordnung. Was sie Stephen angetan haben, ist fürchterlich." Immerhin: Lovel-Davis musste laut Bericht nicht ins Krankenhaus. Schalke verurteilt Vorfälle "aufs Schärfste" Auch der FC Schalke meldete sich zu dem Vorfall. Der Klub reagierte mit scharfen Worten. In einer Mitteilung vom Sonntag hieß es: "Die Bilder, die in den sozialen Medien zu sehen sind, sind verstörend und nur schwer zu ertragen. Wir verurteilen diese Vorfälle aufs Schärfste." Die Vorfälle seien "in keiner Form zu relativieren", hieß es weiter. Sie würden die Reise so sehr überschatten, dass der Verein sich nun veranlasst sehe, sich "in aller Klarheit zu äußern". Man werde die Vorkommnisse "umfangreich aufarbeiten" und "entsprechende Konsequenzen ziehen". Die Reise nach Dublin sollte an frühere Europapokal-Zeiten erinnern. Bereits in vier Wochen ist unter dem Motto "Schalke international" ein weiteres Spiel im Ausland geplant – am 13. November beim FC Twente Enschede. In der Mitteilung richtete sich der Verein an seine eigenen Anhänger: "Der FC Schalke 04 erwartet von allen Personen, die den Verein begleiten und unterstützen, dass sie sich respektvoll und verantwortungsbewusst verhalten. Vorfälle dieser Art stellen den gesamten Verein und unsere Gemeinschaft in ein Licht, das weder dem S04 noch den tausenden friedlichen Schalkern gerecht wird." Den Opfern der Fan-Attacke wünschten die "Königsblauen" eine vollständige Genesung.