Zugverkehr unterbrochen: Schiff kollidiert mit Bahnbrücke bei Elsfleth
Schon wieder stößt ein Schiff gegen die Huntebrücke – diesmal trifft es einen niederländischen Flusskreuzer mit Dutzenden Passagieren. Wie es dazu kam und welche Folgen es gibt.
An der Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) ist es erneut zu einer Schiffskollision gekommen. Ein 82 Meter langes Flusskreuzfahrtschiff aus den Niederlanden stieß auf dem Weg von Bremen nach Oldenburg mit seinem Sonnensegel gegen die Brücke, wie die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven mitteilte.
Auf dem Schiff befanden sich beim Unfall am Neujahrsmorgen gegen 9.15 Uhr 58 Passagiere und 20 Besatzungsmitglieder. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Allerdings wurde die Brücke zwischenzeitlich für den Bahnverkehr gesperrt. Um 12.05 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.
Die Schiffsbesatzung war laut Wasserschutzpolizei davon ausgegangen, dass das Schiff etwa 20 Zentimeter Platz unter der Brücke haben würde. Allerdings hätten Wind und Welle so gestanden, dass das Schiff angehoben wurde. Der Flusskreuzer trug dennoch nur leichtere Beschädigungen davon und darf weiterfahren. Die Huntebrücke nahm keinen Schaden. Gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Zwei Kollisionen an der Brücke im Jahr 2024
Frühere Kollisionen an der Brücke hatten gravierendere Folgen: Im Februar 2024 stieß ein Binnenfrachter gegen die Brücke. Die Deutsche Bahn installierte daraufhin eine Behelfsbrücke, die nach gut zwei Monaten freigegeben wurde. Bereits im Juli 2024 kam es aber zu einer weiteren Kollision, diesmal mit einem Tankmotorschiff, sodass die Bahnstrecke erneut einen Monat lang gesperrt war.
Die Hilfsbrücke ist laut Bahn eine Übergangslösung. Geplant sei ein Neubau in Form einer Hub-Drehbrücke, die die uneingeschränkte Befahrbarkeit der Hunte und die Anbindung an den Oldenburger Hafen für Binnen- und Seeschiffe schnellstmöglich wieder herstellen soll.
