René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler?
- wie René Carmille die Historiker Frankreichs spaltet,
- der "Blitzkrieg" der Deutschen die Franzosen überrascht,
- warum Carmilles Lochkarten für den französischen Widerstand und die deutschen Besatzer gleichermaßen interessant sind.
René Carmille macht im Ersten Weltkrieg in der Spionageabwehr beim Militär Karriere. Die Buchführung der Artillerie ist seine Obsession. Er will der Verschwendung von Geschossen Einhalt gebieten. Politisch ist Carmille zweifellos ein Antikommunist, ein Rechter.
Unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg will Carmille mit seinen Lochkarten die Bevölkerung über Personenkennzahlen genau gruppieren. In Lyon nutzt er das zivile Amt für Statistik als Tarnkappe für seine illegale Wehrerfassung. Er beginnt, vorhandene Karteien mit seiner Lochkarten-Technik zu aktualisieren. Gleichzeitig registriert er junge, wehrfähige, patriotisch gesinnte Franzosen.
Am 3. Februar 1944 verhaftet die Gestapo Carmille. Nicht sein geheimes Mobilisierungsprojekt ist aufgeflogen, sondern man hat ihn persönlich denunziert. Die Begründung: Er habe Kontakte zu General de Gaulles Widerstand in London und unterstütze terroristische Gruppen. Anfang 1945 stirbt René Carmille in Dachau im Alter von 59 Jahren an Typhus.
Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
- Béatrice Touchelay, Universität Lille, Centre Marc Bloch
- Tal Bruttmann, Historiker, Forscher über die antijüdischen Maßnahmen während der deutschen Besatzung Frankreichs
Weiterführende Links:
- Stichtag: 14. August 1945: Todesurteil gegen Henri Philippe Pétain
- Zeitzeichen: 09.11.1970 - Todestag von Charles de Gaulle
- Planet Wissen: Erste Phase: "Blitzkrieg" und Westfeldzug
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Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Christiane Blanke und Petra Laubach ]]>
