Schalke 04 startet als Tabellenführer in die Rückrunde der 2. Bundesliga. Für RTL-Experte Felix Kroos fehlt jedoch eine Eigenschaft für den Bundesliga-Aufstieg. Tabellenplatz eins, 37 Punkte nach 17 Spielen und mit zehn Gegentoren die beste Abwehr der Liga: Auf den ersten Blick ist Schalke 04 vor dem Rückrundenauftakt bei Hertha BSC am Samstagabend (ab 20.30 Uhr im t-online-Liveticker) der Top-Favorit auf den Aufstieg in die Bundesliga . Ganz so einfach ist es jedoch nicht. "Wenn wir die Hinrunde sportlich ganz nüchtern bewerten, haben sie in ihrer Punkteausbeute überperformt", sagt TV-Experte Felix Kroos im Gespräch mit t-online. Der Ex-Profi wird Schalkes erste Liga-Partie 2026 bei Hertha als TV-Experte für RTL begleiten. "Ich rechne damit, dass sie in der Rückrunde einbrechen werden. Schalke wird nicht aufsteigen", legt sich Kroos fest. Der Vorsprung auf die Verfolger Elversberg (34 Punkte), Paderborn und Darmstadt (je 33 Zähler) sei zu gering, um eine mögliche Schwächephase abzufedern. Dennoch lobt er den Klub für eine "super Hinrunde", in der Trainer Miron Muslić die Defensive stabilisiert hat. Noch in der vergangenen Saison hatte Schalke mit 64 Gegentoren die drittschlechteste Abwehr der Liga. Unter dem im Sommer neu verpflichteten Trainer würden laut Kroos die Grundtugenden wie Intensität, Leidenschaft, Aggressivität und Kompaktheit in der Defensive wieder stimmen. Diese Saison spielte die Mannschaft schon neun Partien zu null. Doch der Blick auf die Statistik lässt auch eine andere Lesart zu. Neun Partien gewann die Mannschaft von Trainer Miron Muslić mit nur einem Tor Vorsprung, lediglich beim 3:0-Auswärtssieg in Hannover erzielte Schalke mehr als zwei Tore. "Mir fehlt die Fantasie, was sie rein fußballerisch über ihre Abwehrstärke hinaus entwickeln können", kritisiert Felix Kroos. "Wenn die anderen Top-Mannschaften auch diese defensiven Grundtugenden haben, sind sie Schalke in Punkten wie beim Herausspielen von Torchancen überlegen." In 17 Spielen schossen die Königsblauen lediglich 22 Tore. "Das wird am Ende entscheidend sein, dass sie nicht aufsteigen", begründet Kroos. Wenngleich der 34-Jährige mehrfach betont, dass Schalke für ihn als Verein in die Bundesliga gehört. Verpasster Bundesliga-Aufstieg für Schalke "kein Drama" Dass nach der Hälfte der Saison überhaupt über Königsblau als Aufstiegskandidat gesprochen wird, hätte Felix Kroos vor der Saison nicht erwartet. Die Skepsis bei der Verpflichtung von Miron Muslić im Sommer war groß, nachdem er zuvor mit Plymouth Argyle aus der zweiten englischen Liga abgestiegen war. "Gerade nach den letzten Jahren hat man gar nicht mehr damit gerechnet, dass bei Schalke so ein Umschwung entstehen kann", sagt Kroos. "Wie die Saison ausgeht, sei mal dahingestellt, aber es ist mittlerweile wieder Schalke 04 zu erkennen. Die Leute denken und reden optimistisch über den Verein, nachdem in den vergangenen Jahren kaum noch Hoffnung da war. Das ist ein riesiges Kompliment wert", lobt er den eingeschlagenen Weg. Einen großen Anteil daran hätte auch Frank Baumann, der seit Juni 2025 Sportvorstand bei den Gelsenkirchenern ist. "Ich kenne ihn gut genug und weiß, dass er gerne im Hintergrund ist. Aber er ist ein entscheidender Faktor, der Ruhe in den Verein gebracht hat." Sollte Schalke am Ende der Saison wirklich den Aufstieg verpassen, wäre das für Felix Kroos "kein Drama, denn die Chance wird wiederkommen". Das Duo Muslić/Baumann hätte Schalke auf den richtigen Kurs gebracht. "Sie haben es geschafft, wieder ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Fans, Mannschaft und Umfeld herzustellen. Die Power, die immer geschlummert hat, haben sie zum Leben erweckt. Sie können jetzt schon einen Haken machen, dass die Saison so positiv gelaufen ist", so Kroos.