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Rechtsextremist Martin Sellner feiert "historischen Moment" mit der AfD

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Die AfD verschafft dem Österreicher Martin Sellner in Brandenburg eine Bühne, wie er sie in Deutschland noch nie hatte. Martin Sellner steht in dunkelblauem Anzug mit dunkelroter Krawatte in einem kalten, ehemaligen Autohaus und strahlt. Gerade hat der österreichische Rechtsextremist eine Pressekonferenz mit der AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré beendet. Rund 30 Reporter in dicken Jacken – darunter Vertreter von ARD , RTL, Deutschlandfunk, "Süddeutsche Zeitung", "FAZ" und "Welt" – stellten Fragen, filmten, fotografierten, machten Notizen. So viel einflussreiche Presse, so viel Reichweite hatte Sellner bei seinen Veranstaltungen in Deutschland noch nie. Ein Erfolg? Durchaus, bestätigt Sellner t-online. "Jeder einzelne Mensch, den ich erreichen kann, ist für mich ein Erfolg." Ob er mit der Veranstaltung der AfD und speziell ihrer Spitze nicht schade, der Partei Probleme bringe in einem für sie enorm wichtigen Wahljahr? "Meine Absicht ist nicht, irgendwen in die Enge zu treiben, irgendwem zu schaden", sagt Sellner. "Ich bin einfach nur ein österreichischer Autor, der versucht, am Diskurs teilzunehmen." Es ist eine Form von Koketterie und Selbstverharmlosung, wie Sellner sie den gesamten Abend über pflegen wird. Der 37-Jährige ist einer der prominentesten Rechtsextremisten in Europa, Kopf der "Identitären Bewegung" (IB), scharf beobachtet vom Verfassungsschutz. Regelmäßig hat er Probleme mit den Behörden und den Gerichten. Die AfD steht ihm inhaltlich zwar nahe, hat sich bisher aber strategisch immer noch ein wenig von ihm und der IB distanziert. Nicht zuletzt aus Angst vor dem Verfassungsschutz. Nun aber hebt sie Sellner presseöffentlich, mit Vorankündigung, aufs Podium. Der Diskussionsabend mit der AfD-Abgeordneten Kotré ist deswegen nicht nur für den Österreicher eine Adelung, ein Meilenstein. Er ist auch ein Meilenstein für die AfD auf ihrem Weg weiter nach Rechtsaußen, hinein in juristisch heikles Gebiet, auf Konfrontationskurs mit dem Staat. Und das in einem Jahr, in dem die Partei einerseits auf Wahlerfolge in fünf Bundesländern hofft und andererseits mit dem Verfassungsschutz vor Gericht über die so wichtige Einstufung als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" streitet. Das sei nicht gewollt, Kotré handle auf eigene Faust, so propagiert es der AfD-Bundesvorstand. Doch Kotré wird an diesem Abend klarmachen: Die Parteispitze hat gar nicht versucht, den Abend in Vetschau zu verhindern. Und Kotré wird ihre feste Absicht erklären: Die AfD soll noch weiter auf Sellners Kurs einschwenken, den Gerichte als verfassungswidrig bewerten. Erst die Jugend, dann die Älteren Martin Sellner hat die "Identitäre Bewegung" jahrelang angeführt und beeinflusst sie immer noch maßgeblich. Jene Jugendbewegung, die über Ländergrenzen hinweg agiert, mit ihren Aktionen die Polizei beschäftigt und Diskursgrenzen sprengen will. Sellners Ziele aber sind noch größer, er formuliert sie selbst in Videos und Artikeln so: Erst will er die Jugend für seine radikalen Ideen gewinnen, dann die Älteren. Erst in die gesellschaftlichen Ränder, dann in die Mitte vorstoßen. Rechte Parteien wie die AfD oder die österreichische FPÖ sind dafür seit Jahren sein Vehikel. Mehrere Bücher hat er bei Kleinverlagen veröffentlicht, die die Szene stark beeinflussen. 160.000 Follower hat er auf der Plattform X, auf YouTube und auf Instagram ist er gesperrt. "Remigration" ist dabei der zentrale Begriff, auf den Sellner sich seit Jahren versteift und den er europaweit propagiert. Der stammt eigentlich aus der Wissenschaft, Sellner aber nutzt ihn seit Jahren für ein politisches Konzept, das Menschen mit Migrationshintergrund den Kampf ansagt: Sie sollen massenhaft abgeschoben und verdrängt werden, aus Deutschland, aus Österreich , aus Europa. Ins Visier nimmt Sellner dabei nicht nur Ausländer, sondern auch Staatsbürger mit Wurzeln im Ausland – Menschen also, die in Deutschland zu Hause sind. Das Bundesverwaltungsgericht befand im Herbst letzten Jahres: Sellners Remigrationskonzept, wie er es in Videos auf der Homepage des "Compact"-Magazins mehrfach erklärte, verstoße gegen die im Grundgesetz verbriefte Menschenwürde. Weil es deutschen Staatsbürgern "elementare staatsbürgerliche Rechte vorenthalte" und diese so zur Ausreise bringen wolle. In der AfD hat Sellner dennoch oder gerade deswegen viele Fans. Kotré zählt dazu, aber auch der Thüringer Landeschef Björn Höcke , die Brandenburger Spitzen René Springer und Christoph Berndt oder der bei der Jugend einflussreiche Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich. An diesem Donnerstagabend aber ist es Kotré, die in der Werbung für Sellner so weit geht wie kein anderer AfD-Politiker zuvor. "Verarsche": Posse im Voraus der Veranstaltung Die AfD-Politikerin postete vor rund zwei Wochen die Ankündigung zu einer Veranstaltung mit Sellner – eigentlich im AfD-Wahlkreisbüro ihres Mannes, dem AfD-Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré, in einem anderen Ort in Brandenburg, und lud die Presse dazu ein. Die meldete sich breit an zu dem Tabubruch, der da noch auf dem Ticket der Partei laufen sollte. Der AfD-Bundesvorstand intervenierte angeblich hinter den Kulissen. Er soll im Gespräch mit Kotrés Mann, der zunächst selbst bei der Veranstaltung auftreten wollte, darauf gedrungen haben, die Veranstaltung abzublasen. Zumindest kolportiert es so der Bundesvorstand. Lena Kotré sagte ihre Veranstaltung zwar vergangene Woche ab – im selben Zug allerdings kündigte sie an: Nun sei Sellner Ausrichter einer Veranstaltung an anderem Ort, aber am selben Tag, zur selben Zeit, zum selben Thema: "Remigration". Und sie werde nun "als Gast" teilnehmen. "Verarsche" nennen das selbst einige in der AfD. Der Presserummel blieb, auch wegen des absurden Vorgangs. Und damit der Gewinn für Sellner. Kotré: AfD-Spitze hat nie gefordert, dass ich nicht teilnehme Wie wenig der Bundes- und auch der Landesvorstand der AfD getan hat, um diese "Verarsche" zu verhindern, erzählt Kotré t-online am Rande der Veranstaltung: Es habe keine Kommunikation zwischen ihr und dem Bundesvorstand gegeben – lediglich das Gespräch der AfD-Chefs mit ihrem Mann, der der Veranstaltung in Vetschau fernbleibt. In den vergangenen Tagen habe sie ein Gespräch mit René Springer, dem brandenburgischen AfD-Chef, gehabt. "Durchaus auch kontrovers", so Kotré. Springer zählt zu den Verfechtern von radikalen Ideen in der AfD, er gilt explizit auch als Fan der "Remigration". Doch er fährt in seinem Landesverband zurzeit auch einen Kurs der Professionalisierung, mit dem Ziel, bei der nächsten Landtagswahl die absolute Mehrheit zu erringen. Und Springer soll nach Informationen von t-online aus dem Bundesvorstand nach dessen Sitzung am Montag den Auftrag erhalten haben, bei Kotré zu intervenieren. Ob Springer sie gebeten habe, nicht teilzunehmen? "Es hat mich niemand, weder aus dem Landes- noch dem Bundesvorstand, gebeten, diese Veranstaltung hier heute Abend nicht durchzuführen", sagt Kotré. Und schiebt nach: "Ich bin ja auch nur der Gast." Kotré will "progressiv denken" und Parteikonzept "überarbeiten" Auf der Bühne formuliert Kotré mehrfach deutlich ihre Ziele. Sie sind deckungsgleich mit denen von Sellner: "Wir wollen, dass der Diskurs über Remigration an Fahrt aufnimmt." Das Wort solle in den Sprachgebrauch übergehen. Sie vertrete hier das Remigrationskonzept der AfD, das sich von Sellners unterscheide, sagt sie mehrfach im Scheinwerferlicht, vor laufenden Kameras. "Das zielt beispielsweise nicht auf Staatsbürger ab", erklärt Kotré. Tatsächlich hat die Partei, um sich von Sellner abzugrenzen, offiziell ein Remigrations-Papier erarbeitet, das rechtskonform ist. Sie legt es in Gerichtsverfahren mit dem Verfassungsschutz als entlastenden Beleg vor. Schon in der Vergangenheit aber hat Kotré mehr gefordert, über diese offizielle Definition hinweg. Und sie ist nicht die Einzige. So forderte sie zum Beispiel, Flüchtlingen, egal woher, den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen zu untersagen. Oder Einbürgerungen, die in den vergangenen zehn Jahren erfolgten, zu überprüfen und gegebenenfalls rückgängig zu machen. Unterstützt wurde sie dabei stets von ihrer Brandenburger Landtagsfraktion. Der Landesverband stellte sogar seinen gesamten Landtagswahlkampf im Herbst 2024 unter den Slogan "Remigration". Zu diesen Ideen stehe sie auch jetzt, sagt Kotré in Vetschau. "Ich denke schon, dass man progressiv weiterdenken muss", sagt sie dann mit Blick auf Sellners Ideen. "Als Partei könnten wir Diskussionen führen, ob wir das Remigrationskonzept noch mal überarbeiten können." Sellner: "Wir lassen uns die Remigration nicht verbieten!" Um kurz vor 19 Uhr strömen nach der Pressekonferenz rund 90 Besucher zur Hauptveranstaltung in den Raum, darunter mehrere lokale AfD-Politiker und der Landtagsabgeordnete Lars Günther. Die Mehrheit im Publikum sind Männer, viele über 50 Jahre alt, warm eingepackt in Jacken und Mäntel, mit Mützen auf dem Kopf. Mit Journalisten wollen die meisten nicht reden. "Gesicht zeigen", wie Sellner es auf der Bühne von ihnen fordert, wollen sie an diesem Abend, an dem auch Kameras da sind, aber schon. Es sei ein "historischer Moment", sagt Sellner zur Begrüßung. "In unseren Herzen brennt das Feuer des Widerstands." Es sei das "Jahr der einstürzenden Brandmauern". Das Publikum applaudiert laut. Sellner, das wird im Laufe der Veranstaltung klar, meint nicht die "Brandmauer" zwischen AfD und den anderen Parteien. Sondern die Brandmauer, die die AfD hin zu ihm errichtet hat; vermutlich auch die gesellschaftliche Brandmauer hin zu seinen Ideen. "Wir lassen uns die Remigration nicht verbieten", ruft er. Sellner verkauft sein Konzept betont rechtsstaatlich: Er fordere nichts anderes als "CDU oder Grüne". Er habe zudem nie die Abschiebung von Staatsbürgern gefordert und auch nie die Aberkennung von Staatsbürgerschaften, behauptet er. Das gehe nicht, das sei mit dem Recht nicht vereinbar. "Dann kann man auch gleich die Demokratie abschaffen." Er setze auf Anreize und freiwillige Ausreise – und wolle so die "Migrationsströme" umkehren. Der Islam, das ist für ihn zentral, müsse zurückgedrängt werden. Deutschland dürfte nicht zum "58. islamischen Staat" gemacht werden. Es brauche Verbote für Burkas, Predigten, Schächten. Aktuell werde politisch von der Regierung ein "Kalifat auf Bürgergeld" angeboten, kritisiert er. Kotré, die auch bei der Hauptveranstaltung mit Sellner auf der Bühne sitzt, überholt ihn an diesem Abend stellenweise rechts. "Wir müssen erfolgte Staatsbürgerschaften überprüfen", sagt sie zu dem juristisch heiklen Thema. Zum Beispiel, wenn im Einbürgerungsprozess falsche Angaben zur Identität gemacht worden seien oder über die Einstellung zur Demokratie getäuscht worden sei. Wie die Überprüfung auf demokratische Gesinnung genau aussehen soll, sagt sie nicht. Aber: "Wer einbürgert, der muss auch ausbürgern." "Wer einknickt, verliert" Kotré formuliert die Haltung vieler der besonders Radikalen in der AfD aus: Es dürfe keine Koalition mit der "Altpartei" CDU geben, es brauche eine Alleinregierung der AfD, nur so seien ihre Ziele umsetzbar. "Die Brandmauer ist das Beste, was uns passieren kann in diesem Land!" Kotré meint damit eine andere Brandmauer als Sellner: hin zu den anderen Parteien, nicht hin zu Sellner. Im Publikum wird oft genickt, oft geklatscht. In der Fragerunde melden sich Männer und kritisieren die AfD-Vorstände Weidel, Chrupalla und auch Springer für ihre Interventionsversuche. Ein AfD-Politiker aus Brandenburg sagt im Gespräch mit t-online, Sellner und Kotré hätten völlig recht: "Wer einknickt, verliert." Es ist das zentrale Signal, das von diesem Abend ausgeht. Niemand hier wird einknicken. Niemand wird sich distanzieren. Und wie es aussieht, will es so auch der Bundesvorstand weiterhin halten: Auf Anfrage von t-online will man sich am Freitag, dem Tag nach der Veranstaltung, lieber nicht dazu äußern.






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