Die Lage in Venezuela ist angespannt. Jetzt möchte die venezolanische Übergangspräsidentin für Stabilität sorgen – ohne Einfluss von außen. Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez strebt nach eigenen Angaben Gespräche ihrer Regierung mit der Opposition an. "Trotz unserer Differenzen müssen wir uns zusammensetzen und zu einer Einigung kommen. Warum? Nun, für das venezolanische Volk", sagte Rodríguez am Samstag (Ortszeit) im Staatsfernsehen. "Wenn es um den Frieden in Venezuela geht, darf es keine politischen oder parteipolitischen Differenzen geben", fügte sie hinzu. Nach der Entführung des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas Anfang Januar war seine Stellvertreterin Rodríguez zur Übergangspräsidentin ernannt worden. Ihre Amtszeit kann gemäß der Verfassung bis zu sechs Monate dauern, danach müssen Neuwahlen stattfinden. Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen in den USA Angriff auf Venezuela: Trump spricht von Geheimwaffe Am Freitag hatte Rodríguez den Präsidenten der Nationalversammlung, ihren Bruder Jorge Rodríguez, um ein Treffen mit den verschiedenen politischen Lagern des Landes gebeten. Die Übergangspräsidentin forderte einen Dialog mit "konkreten und sofortigen Ergebnissen". Es müsse ein "venezolanischer politischer Dialog" sein – ohne "externe Befehle" aus Washington , Bogotá oder Madrid , fügte sie in Anspielungen auf die Regierungen der USA und Spaniens hinzu. Reformen im Ölsektor Zuvor hatte der staatliche venezolanische Ölkonzern PDVSA angekündigt, die Erdölproduktion im laufenden Jahr um ein Fünftel steigern und den Ölsektor vollständig für private Investoren öffnen zu wollen. PDVSA-Chef Héctor Obregón, sagte am Samstag, die bisherige Rechtslage sei den Bedürfnissen des Erdölsektors nicht angemessen gewesen. Die jetzt anvisierte Reform werde sicherstellen, dass Geldgeber die notwendige "juristische Sicherheit" hätten. Das Ziel sei eine Zunahme der Erdölproduktion um "mindestens" 18 Prozent in diesem Jahr, sagte Obregón. Das Parlament in Caracas hatte am Donnerstag in erster Lesung einen Gesetzentwurf gebilligt, der den Erdölsektor öffnen soll. Mit ihm soll "privaten Unternehmen mit Sitz in Venezuela" die Erschließung von Ölvorkommen gestattet werden. Übergangspräsidentin Rodríguez hat sich für die Reform ausgesprochen. Die Rolle der USA Das Weiße Haus hatte in dieser Woche erklärt, Rodríguez in die USA einladen zu wollen, nachdem US-Präsident Donald Trump sich mehrfach lobend über sie geäußert hatte. Ein Datum wurde noch nicht genannt. Obwohl Rodríguez eine enge Verbündete Maduros war, hatte sich Trump bereiterklärt, mit ihr zusammenzuarbeiten, solange ihre Regierung sich an die Vorgaben Washingtons hält. Maduro wurde in New York inhaftiert, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Rodríguez erlaubte den USA, die immer noch Kriegsschiffe vor der Küste Venezuelas stationiert haben, venezolanisches Öl zu verkaufen, erleichterte ausländische Investitionen und ließ politische Gefangene frei.