Trump: Glyphosat-Produktion wird zur "nationalen Priorität" der USA
Die Weltgesundheitsorganisation stuft das Pflanzenschutzmittel Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" ein. US-Präsident Trump will das Mittel großflächig produzieren. US-Präsident Donald Trump hat die Produktion des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat zur nationalen Priorität erklärt. Per Dekret stuft er das Mittel, das international in der Kritik steht, als "unverzichtbar für die Ernährungssicherheit" der Vereinigten Staaten ein. Das Landwirtschaftsministerium soll nun Maßnahmen zur Förderung der inländischen Herstellung ergreifen. Zur Begründung heißt es aus dem Weißen Haus, Glyphosat-basierte Herbizide würden in der US-Landwirtschaft breit eingesetzt. Da es bislang nur einen inländischen Hersteller gebe, sei das Land auf Importe angewiesen. Das Dekret fordert daher, auch die Produktion von Phosphor – einem zentralen Rohstoff für Glyphosat – im eigenen Land zu erleichtern. WHO: Glyphosat ist "wahrscheinlich krebserregend" Die Entscheidung dürfte neue Debatten anstoßen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (Iarc) der Weltgesundheitsorganisation stuft den Wirkstoff als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" ein. Die US-Umweltbehörde EPA hingegen bewertet ihn als unbedenklich, ebenso wie der Bayer-Konzern, dem der Glyphosat-Hersteller Monsanto gehört. Historiker im Interview: "Trump ist die Quittung" Große Truppenbewegungen: Läutet Trump jetzt das Ende der Mullahs ein? Trotz anhaltender Proteste von Umwelt- und Verbraucherorganisationen bleibt Glyphosat global eines der meistverwendeten Pflanzenschutzmittel . In den USA ist es vor allem im Produkt "Roundup" der Bayer-Tochter Monsanto enthalten. Milliardenvergleich in den USA Nur einen Tag vor dem Dekret hatte Bayer bekanntgegeben, sich in einem milliardenschweren Vergleich mit Klägern in den USA geeinigt zu haben. Demnach sollen über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren maximal 7,25 Milliarden Dollar (rund 6,13 Milliarden Euro) an Entschädigungen fließen – vorausgesetzt, ein US-Gericht genehmigt die Einigung. Damit sollen sowohl laufende als auch künftige Klagen wegen möglicher Krebsrisiken durch Glyphosat beigelegt werden. In den Vereinigten Staaten sind derzeit mehrere zehntausend Klagen anhängig. Bayer betonte, der Vergleich bedeute kein Schuldeingeständnis, er solle vielmehr für Rechtssicherheit sorgen.
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