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Katholische Kirche: In Würzburg suchen Deutschlands Bischöfe einen neuen Chef

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Deutschlands Bischöfe reisen in den kommenden Tagen nach Würzburg. Es geht dort um eine wichtige Personalie und natürlich auch um die Frage: Wohin steuert die Kirche in unruhigen Zeiten?

Mitten in Würzburg und nicht irgendwo in der Abgeschiedenheit kommen Deutschlands katholische Bischöfe und Weihbischöfe zusammen, um eine wichtige Personalfrage zu klären. Wer wird Nachfolger von Georg Bätzing, der nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kandidiert? 

Das Bistum Würzburg als Gastgeber lädt die Konferenz von diesem Montag (23. Februar) an ins Burkardushaus ein, direkt hinter dem Dom in der Altstadt. Würzburg ist eine durch und durch katholisch geprägte Stadt, wo Traditionen und Volksfrömmigkeit noch vergleichsweise lebendig sind. Ein gutes Zeichen? Oder verschließt die Kulisse womöglich die Augen vor der harten Realität? 

Die Mitgliederzahl der Kirche sinkt und damit auch ihr finanzieller Spielraum. Es gibt kaum noch Priester- oder Ordensnachwuchs. Der gesellschaftliche Ton wird rauer, damit sind auch die Kirchen konfrontiert. Und nicht zuletzt die Missbrauchsskandale haben Glaubwürdigkeit gekostet.

Reformen - oder soll alles bleiben, wie es ist?

Dann sind da noch die inneren Grabenkämpfe: Viele rufen nach Reformen als Konsequenz aus den Missbrauchsskandalen, nach Frauenweihe, einer neuen Sexualmoral und dem Ende des Pflichtzölibats. Andere wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Oder wieder noch ein wenig konservativer wird.

Georg Bätzing als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz beschritt einen klaren Reformkurs, was nicht alle seiner Kollegen gut fanden. Deshalb, so formulierte es der gastgebende Würzburger Bischof Franz Jung vor einigen Wochen, gehe es für den neuen Vorsitzenden vor allem darum, "Einheit im Episkopat herzustellen".

"Nicht gelungen, alle mitzunehmen"

Es sei nicht verborgen geblieben, dass es auch Spaltungen gegeben habe in der Bischofskonferenz, sagte Jung weiter. "Das ist nicht gut gewesen." Es sei nicht gelungen, beim Thema Synodaler Weg alle mitzunehmen. 

Diesen Reformprozess hatten die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) gemeinsam organisiert, um nach den Erschütterungen durch die Missbrauchsskandale in der Kirche Reformen anzustoßen. Einige als konservativ geltende Bischöfe hatten sich jedoch mehrmals öffentlich ausdrücklich kritisch zum Synodalen Weg geäußert. 

Der Synodale Weg ist umstritten

Als Favorit für die Bätzing-Nachfolge gilt in Kirchenkreisen der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz. Bayerische Kandidaten wie Jung oder der Passauer Bischof Stefan Oster haben Außenseiterchancen. Wobei vor allem Oster den Synodalen Weg immer wieder öffentlich kritisierte - seine Wahl wäre eine sehr deutliche Abkehr vom bisherigen Kurs der katholischen Kirche in Deutschland. 

Nach der letzten Zusammenkunft des Synodalen Wegs vor wenigen Wochen schrieb Oster einen Blogbeitrag, um seine Kritik nochmals darzulegen. Er könne und werde in seinem Bistum bei wesentlichen Forderungen nicht mitgehen, die der Synodale Weg schon beschlossen habe und deren Umsetzung überwacht werden solle.  

Oster schrieb, er könne Fragen von Frauen ans Amtsverständnis und Fragen queerer Menschen zur Beheimatung in der Kirche verstehen, jedoch gebe es darauf keine einfachen Antworten. "Erstens, weil sie wohl sofort weitere Verletzungen und Diskriminierungserfahrungen auslösen, aber auch weil sie nach meinem Verständnis nicht tief genug einbeziehen, was in der Schöpfung und im Verhältnis Gottes zu seiner Schöpfung grundgelegt ist."

Zugleich wies Oster darauf hin, dass es andererseits auch Zeichen der Erneuerung jenseits des Synodalen Weges gebe.

Der Würzburger Bischof Jung bezeichnete die bevorstehende Zusammenkunft der Bischöfe und Weihbischöfe als "spannend" angesichts der Nachfolgefrage. Personalspekulationen wies er zurück; traditionell gebe es im Vorfeld der Bischofskonferenz keine solchen Spekulationen, versicherte er. Vor Georg Bätzing hatte der Münchner Kardinal Reinhard Marx bis 2020 den Vorsitz der Bischofskonferenz inne.

Vorbild Würzburg? 

Und vielleicht ist Würzburg ja tatsächlich das genau passende Umfeld für die Konferenz, um wegweisende Fragen zu klären, denn die Zeit ist auch dort nicht stehen geblieben. Laien wie Kleriker freuen sich dort etwa auf den Katholikentag im Mai, wo traditionell engagiert um gesellschaftliche Fragen gerungen, aber auch gemeinsam gebetet und Gottesdienst gefeiert wird. 

Bei der Jahres-Pressekonferenz des Bistums vor wenigen Wochen wurde deutlich, dass trotz gefülltem Wallfahrtskalender und vielen schönen barocken Kirchen die Ressourcen auch in der Diözese knapper werden. Gejammert wurde aber keineswegs. 

"Christsein unter den Menschen kann gelingen, wenn wir inhaltliche Schwerpunkte setzen und als Kirche – trotz rückläufiger finanzieller Ressourcen – präsent bleiben", sagte Generalvikar Jürgen Vorndran. "Welche Formate und Strukturen müssen und dürfen wir verabschieden, um unsere Kräfte gezielt auf Neues zu bündeln? Denn nur eine Kirche, die bereit ist, sich zu verändern, wird auch bleiben."







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