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Demnächst in "Der Salzburg-Krimi" (ARD): Schauspieler Fritz Karl im Interview: "Humor ist ein ganz großer Bestandteil in unserem gemeinsamen Leben"

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Schauspieler Fritz Karl spricht über sein turbulentes Familienleben und sein Debüt als Drehbuchautor bei "Der Salzburg-Krimi"

Fritz Karl tut, was ihm Spaß macht und das mit Erfolg: Er schauspielert, verulkt in Instagram-Videos mit seiner Frau Elena Uhlig das gemeinsame Familienleben – und schreibt neuerdings auch noch Drehbücher: Fall eins der neuen ARD-Reihe "Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee" (Donnerstag, 26. Februar, 20.15 Uhr) stammt aus seiner Feder, als Co-Autor fungierte Regisseur Till Franzen. Und natürlich spielt Karl auch die Hauptrolle. Den ermittelnden Kriminalpsychologen Thomas Meiberger verkörperte er schließlich schon in "Meiberger – Im Kopf des Täters". "Der Salzburg-Krimi" ist eine Fortführung des österreichischen Serienhits. Im Interview erzählt Fritz Karl, wie er in seinem vollgepackten Alltag für all das Zeit findet. Der 58-jährige Österreicher hat mit Ehefrau Elena, die er liebevoll-scherzhaft "die Uhlig" nennt, zwei Söhne und zwei Töchter. Seine drei erwachsenen Kinder aus einer früheren Beziehung haben ihn bereits zum vierfachen Opa gemacht – womit ihn seine Lieben allzu gerne aufziehen, wie er grinsend zugibt. Man spürt: Im Hause Karl/Uhlig geht es fröhlich-turbulent zu. Warum er genau das braucht, um kreativ zu sein, verrät er im Gespräch.

teleschau: Herr Karl, Sie spielen nicht nur die Hauptrolle in "Der Salzburg-Krimi", Sie haben auch das Drehbuch geschrieben. Wie weit geht die Narrenfreiheit als Hauptdarsteller beim Schreiben?

Fritz Karl: Meine Narrenfreiheit bestand darin, dass ich relativ frei arbeiten konnte. Ich hatte eine Geschichte im Kopf und wollte mich einfach einmal ausprobieren. Das Drehbuch schreiben ist ja nicht meine Profession. Deshalb habe ich dem Produzenten vorgeschlagen: "Wenn das Buch nicht gut ankommt, und ihr sagt: 'Schuster, bleib bei deinem Leisten', ist das für mich auch in Ordnung."

"Ich habe Blut geleckt"

teleschau: Aber das Buch kam gut an ...

Karl: Ja, und ich habe Blut geleckt, und gleich noch einen weiteren Meiberger-Fall geschrieben. Zwei weitere Drehbücher habe ich schon im Kopf. Darunter eine Geschichte, die den aktuellen Zustand unserer Welt beleuchtet. Wir sind eine harte Gesellschaft geworden.

teleschau: Wie meinen Sie das?

Karl: Wir entwickeln uns immer mehr zu einer "Auge um Auge"-Gesellschaft. Jemandem eine zweite Chance geben, jemandem verzeihen, Nächstenliebe zeigen – von all dem bewegen wir uns immer weiter weg. Das beschäftigt mich sehr. Darüber möchte ich unbedingt einen Film machen. Außerdem habe ich eine Komödie im Kopf.

"Wir fragen uns oft gegenseitig: Soll ich diesen Film machen?"

teleschau: Wie finden Sie die Zeit zum Schreiben? Sie drehen Filme und Instagram-Videos, bereiten gerade ein neues Bühnenprogramm mit Ihrer Frau vor, haben eine große Familie ...

Karl: Ständig ist irgendwas (lacht). Oft läuft es so ab: Ich habe am Abend gerade meiner Tochter ein Einschlaflied vorgesungen, und ich setze mich hin, um endlich an meinem Drehbuch zu schreiben. Da kommt die Uhlig rein und sagt: "Hör mal, ich hab da eine neue Idee! Darüber müssen wir unbedingt reden!"

teleschau: Fragen Sie umgekehrt auch Ihre Frau um Rat?

Karl: Wir fragen uns oft gegenseitig: "Soll ich diesen Film machen?" Ich habe meiner Frau auch aus meinem Meiberger-Drehbuch vorgelesen.

teleschau: Wie hat sie reagiert?

Karl: Sie sagte: "Das ist gut. Weiter so!" (lacht)

"Bei uns wird ständig irgendetwas erfunden oder für Instagram gedreht"

teleschau: Haben Sie ein festes Ritual oder einen Rückzugsort zum Schreiben?

Karl: Eine Woche allein in einer Almhütte? Nein danke, das wäre nichts für mich. Bei uns wird ständig irgend etwas erfunden oder für Instagram gedreht. Ich bin zum Beispiel von meiner Frau als Testimonial für ihre Herrenlinie verpflichtet. Gerade lassen wir Schuhe dafür anfertigen. Ich brauche diese Lebendigkeit um mich herum.

teleschau: Was Sie nicht brauchen, ist offenbar eine Hollywood-Karriere. Zu Beginn Ihrer Laufbahn lehnten Sie ein Casting für einen Film mit George Clooney ab. Wie war das damals?

Karl: Ich war für den Film "The Peacemaker" in der engeren Auswahl, und man wollte unbedingt, dass ich nach New York komme. Damals spielte ich in Wien am Theater in der Josefstadt in mehreren Hauptrollen. Die Kollegen sagten: "Natürlich gehst du nach New York! Das ist eine Riesenchance!" Nur mein Theaterdirektor, Otto Schenk, sagte: "Geh Burschi, du bleibst bei mir! Sch... auf Hollywood!" (lacht) Ich habe mich damals fürs Theater entschieden und es nie bereut. Das Wichtigste ist immer, dass eine Sache Spaß macht.

"Humor ist ein ganz großer Bestandteil in unserem gemeinsamen Leben"

teleschau: Wenn man die Instagram-Videos, die Sie mit Ihrer Frau drehen, anschaut, wirkt es auf jeden Fall so, als hätten Sie jede Menge Spaß dabei. Sie beide sind inzwischen Internetstars.

Karl: Humor ist ein ganz großer Bestandteil in unserem gemeinsamen Leben. Und genau das ist es, was sich auf die Leute draußen überträgt.

teleschau: Wie viel ist davon spontan?

Karl: Vieles ist improvisiert. Wir geben vorher das Thema vor, und dann schauen wir mal, was passiert. Manchmal scheitert man auch.

teleschau: Wann zum Beispiel?

Karl: Einmal haben wir das Wohnzimmer zu einer Zirkusmanege umfunktioniert. Unser "Starr in der Manege"-Video ist dann aber an den technischen Gegebenheiten gescheitert. Genauer gesagt an der Aufhängung für den Trapez-Akt. (lacht)

"Mit schlechtem Essen und schlechtem Kaffee kann man mir die Laune verderben"

teleschau: Gibt es eine feste Aufgabenverteilung?

Karl: Die Uhlig ist die Senderchefin. Ich bin der Redakteur und Regisseur, werde aber ganz schlecht bezahlt. Ich mache das gegen Kost und Logis (lacht). Genau deshalb ist es so wichtig, dass es Laune macht.

teleschau: Womit kann man Ihnen die Laune verderben?

Karl: Mit schlechtem Essen und schlechtem Kaffee kann man mir sehr die Laune verderben.

teleschau: Böse Zungen behaupten, es bringt Sie ganz schnell auf die Palme, wenn Ihre Familie Sie "Opa" nennt ...

Karl: Man darf mich "Opa" nennen – aber nicht in der Öffentlichkeit (lacht)! Ich habe vier Enkelkinder. Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, machen sich meine erwachsenen Kinder einen Spaß daraus, zu den Kleinen zu rufen: "Geh zum Opa!". Dann tu ich so, als ob ich sie nicht kenne (lacht). Was mich wirklich auf die Palme bringt, ist das Thema Handy.

"Das Thema Handy ist ein täglicher Kampf in unserer Familie"

teleschau: Für wie viel Zündstoff sorgen Smartphones in Ihrer Familie?

Karl: Die Kinder und Jugendlichen heute werden durch sie geprägt. Das Thema Handy ist ein täglicher Kampf in unserer Familie. Vor allem mit den beiden Jungs in der Pubertät. Für die zwei jüngeren Töchter ist es noch kein Thema. Als wir nach Griechenland in den Urlaub aufbrachen, sagte ich: "Entweder die Handys bleiben zu Hause, oder ich bleibe zu Hause."

teleschau: Mit welchem Ergebnis?

Karl: Die Handys blieben zu Hause. Nach zwei Tagen fiel unseren Kindern auf, dass die meisten Leute gar nicht mehr miteinander reden. Im Urlaub setzten sich im Restaurant die Paare an den Tisch, und die meisten legten erst mal das Handy vor sich hin.

"Wir leben in einer mit Angst besetzten Zeit"

teleschau: Wenn Sie an Ihre Kinder und Enkel denken: Hat es die junge Generation heute leichter oder schwerer als früher?

Karl: Ich habe drei erwachsene Kinder, außerdem einen 15-Jährigen und einen 18-Jährigen Sohn und zwei jüngere Töchter. Meine Kindheit und Jugend war eine wesentlich freiere als die in der Gegenwart. Früher hatte man als Kind eine wesentlich größere Bewegungsfreiheit – von zwei bis drei Kilometern. Heute sind es 400 oder 500 Meter.

teleschau: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Karl: Wir leben in einer mit Angst besetzten Zeit, obwohl vieles nicht gefährlicher ist als früher. Es ist eine politisch gefährliche Zeit, das ja. Aber Bedrohungen für Leib und Leben gab es schon immer. Wir sollten unseren Kindern mehr Selbstvertrauen geben – und ihnen öfter mal das Handy wegnehmen.

(Der zweite neue Fall "Der Salzburg-Krimi: Am seidenen Faden" wird am Donnerstag, 5. März, ausgestrahlt. Beide Filme sind auch in der ARDmediathek abrufbar.)







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