Altersvorsorge-Depot: Klingbeil will Kostendeckel schärfen
Die Lehre aus Riester ist klar: Zu hohe Gebühren kosten Vertrauen – und Geld. Beim neuen Altersvorsorge-Depot soll nun vieles besser werden. Das neue Altersvorsorge-Depot soll die private Vorsorge einfacher und attraktiver machen. Doch schon vor der ersten Lesung im Bundestag steht ein zentraler Kritikpunkt im Raum: die Kosten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) signalisiert nun Gesprächsbereitschaft. Er gehe davon aus, dass die geplante Kostenbremse im Parlament noch einmal nachgeschärft werde, sagte er im Gespräch mit "Finanztip"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Verbraucherschützer warnen seit Monaten: Wenn Gebühren und Verwaltungskosten zu hoch ausfallen, fressen sie Rendite und staatliche Zuschüsse auf. Wird das neue Depot also zum echten Neustart – oder wieder zu einem teuren Kompromiss? Kosten als Knackpunkt der Reform Klingbeil will mit dem Altersvorsorge-Depot "einen Kulturwandel" anstoßen. Mehr Menschen sollen privat fürs Alter vorsorgen. Der Gesetzentwurf sieht für das verpflichtende Standardprodukt bislang einen Kostendeckel von 1,5 Prozent pro Jahr vor. Genau hier liegt der Streitpunkt. "Mehrere Parlamentarier aus unterschiedlichen Fraktionen haben mir bereits gesagt: Den Punkt schauen wir uns noch einmal genau an", so Klingbeil im Gespräch mit Tenhagen sowie weiteren Journalistinnen, Journalisten und Finanz-Influencern. "Jetzt liegt es am Parlament." Neue Kenngröße geplant: Merz kündigt Renten-Paradigmenwechsel an "Finanztip" hält die Obergrenze für deutlich zu hoch. "1,5 Prozent Kosten gefährden den zentralen Vorteil des neuen Modells", warnt Tenhagen. Bereits im September 2025 forderten die Finanzexperten in einem Positionspapier eine Begrenzung auf maximal 0,5 Prozent jährlich. Nur mit niedrigen Kosten ließen sich staatliche Zuschüsse effizient einsetzen, so Tenhagen. Förderung bleibt kompliziert – Spielraum fehlt Auch die Förderung steht in der Kritik. Verbraucherschützer bemängeln die komplexen Bedingungen. Klingbeil dämpft Erwartungen auf eine grundlegende Vereinfachung. "Das Geld für eine einheitliche großzügigere Förderung fehlt", sagte er mit Verweis auf die Haushaltslücke von rund 60 Milliarden Euro im Jahr 2028. Im Vergleich zur Bürokratie der Riester-Rente sei das neue Modell dennoch ein Fortschritt, so Klingbeil. Tatsächlich zeigen Recherchen von "Finanztip", wie groß das Problem ist: Mehr als fünf Millionen Riester-Verträge wurden vorzeitig gekündigt – jeder vierte der rund 20 Millionen Abschlüsse. Hohe Gebühren als Warnsignal aus der Riester-Erfahrung Warum scheiterte Riester für viele? Vor allem hohe Abschluss- und Verwaltungskosten schmälerten die Rendite. Oft blieben im Alter Auszahlungen von unter 100 Euro im Monat. Gleichzeitig bremste die vorgeschriebene Beitragsgarantie renditestärkere Anlagen aus. Hinzu kam die Komplexität: Förderregeln, Steuerfragen und Vertragsdetails überforderten viele Sparer. Wer in finanzielle Engpässe gerät oder seine Lebensplanung ändert, kündigt häufig – und musste dann sogar erhaltene Förderungen zurückzahlen. "Kaputtes System": Warum die Betriebsrente ein radikales Update braucht Kritik an der Frühstart-Rente: "Das Modell ist ökonomisch ineffizient" Diese Erfahrungen erhöhen nun den Druck, die Kosten des neuen Depots deutlich zu senken. Sonst droht eine Wiederholung alter Fehler. Neustart mit offenem Ausgang Auch bei der geplanten Frühstart-Rente , von der Kinder ab sechs Jahren profitieren sollen, verweist Klingbeil auf die enge Haushaltslage. Der vorgesehene Zuschuss in Höhe von zehn Euro monatlich sei ein "wichtiger Beitrag". Zugleich machte er deutlich: "Wenn wir eine entspanntere Haushaltslage haben, bin ich bereit, darüber weiterzureden." Ob das Altersvorsorge-Depot tatsächlich zu einem Neustart wird, entscheidet sich im parlamentarischen Verfahren. Die zentrale Frage lautet: Setzt der Bundestag eine strenge Kostenbremse durch – oder bleiben die Gebühren so hoch, dass sie Rendite und Förderung spürbar schmälern? Für die private Altersvorsorge ist das keine Detailfrage, sondern der entscheidende Punkt.
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