Polizeiliche Kriminalstatistik: Zahl der Gewaltdelikte im Norden gesunken
6.329 Gewaltstraftaten, Aufklärungsquote bei 80,8 Prozent – doch die Anzahl der Messerangriffe in Schleswig-Holstein steigt. Innenministerin Finke fordert ein gesellschaftliches Umdenken.
Die Zahl der Gewaltstraftaten ist in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr nach Polizeiangaben gesunken. Die Polizei erfasste 6.329 Fälle, wie Innenministerin Magdalena Finke (CDU) bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik sagte. Das entspricht einem Absinken um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei lag die Aufklärungsquote in dem Bereich bei 80,8 Prozent.
Die Gewaltkriminalität machte einen Anteil von 3,5 Prozent an den Straftaten insgesamt aus. So sank die Zahl der Delikte insgesamt 2025 um 16,2 Prozent auf 178.923 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei 57,7 Prozent. "Der Rückgang der Fallzahlen und die weiterhin hohe Aufklärungsquote sind Ergebnis engagierter Polizeiarbeit mit hoher Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landespolizei, zielgerichteter Prävention und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit in den Behörden", erklärte Ministerin Finke.
Anstieg bei Messerangriffen
Die Zahl der Messerangriffe hingegen stieg laut der Statistik im nördlichsten Bundesland. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.282 Fälle registriert - 8,0 Prozent mehr als 2024. Dabei waren 84,8 Prozent der Tatverdächtigen männlich und 58,8 Prozent besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit.
"Von den insgesamt 1.605 Opfern wurden 11 Menschen getötet und 77 schwer verletzt", sagte Finke. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeige, dass die überwiegende Anzahl der Taten im öffentlichen Raum stattfindet. "Die gesellschaftlichen Spannungen und die Radikalisierung merken unsere Einsatzkräfte auch auf der Straße", betonte die Ministerin.
Der Ton in der Gesellschaft sei rauer geworden, was sich auch an der Zunahme von Messerangriffen zeigt. Um dem entgegenzuwirken, brauche es laut Finke eine Mischung aus bestehenden Verboten, Präventionsarbeit und erweiterten Polizeibefugnissen. Vor allem aber sei ein gesellschaftliches Umdenken nötig, denn Messer gehörten nicht in die Öffentlichkeit.
