Cem Özdemirs Wahlsieg: Historisch heißt nicht unbedingt auch emanzipatorisch
Deutschland feiert sich gerade selbst. Erstmals wird ein Politiker mit türkischem Gastarbeiterhintergrund Ministerpräsident eines Bundeslandes. Für ein Land, das sich jahrzehntelang weigerte, sich als Einwanderungsgesellschaft zu begreifen, ist das ein wichtiges Signal. Es kommt spät, aber es kommt.
Und doch bleibt beim „Gastarbeiterkind mit Özelbrözel-Namen“ ein bitterer Nachgeschmack.
Denn Cem Özdemirs Aufstieg ist nicht nur ein Fortschritt in der Frage von Repräsentation. Er ist auch ein Symptom dafür, welche Art von migrantischer Biografie in Parteien der Mitte überwiegend einen Weg in bundespolitische Spitzenämter finden konnte: nicht die menschenrechtlich konsistente, sondern diejenige Stimme, die Menschen- und Bür
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