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Gen Z erobert „Odnoklassniki“

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Gen-Z-Tag in „Odnoklassniki“: Das klingt schon seltsam. (Bild: Odnoklassniki)

Neues ist gut vergessenes Altes

Seit Anfang Februar 2026 fällt Telegram immer häufiger aus – ausgerechnet der Messenger, dem es lange gelungen war, Restriktionen zu entgehen. In absehbarer Zeit plant die russische Aufsichtsbehörde eine vollständige Sperrung des Dienstes. Noch früher und noch härter traf es bereits beliebte ausländische soziale Netzwerke. Die Frage, auf welche Plattformen jene ausweichen können, die keine Umgehungsmöglichkeiten nutzen wollen, wird schon lange diskutiert. Als russische Alternativen werden der nationale Messenger MAX und das soziale Netzwerk VK ins Spiel gebracht.

Doch die Nutzer der Gen Z (im Volksmund Zoomer) haben offenbar eine unerwartete Alternative gefunden: Sie kehren „zu den Wurzeln“ zurück – zu „Odnoklassniki“, einem der ersten sozialen Netzwerke Russlands. Auf TikTok, das die Upload-Möglichkeiten für neue Videos aus Russland eingeschränkt hat, entstand eine regelrechte Diskussionswelle zum Wechsel nach „Odnoklassniki“: Ein Aufruf dazu ging viral und löste eine Kettenreaktion aus. Nutzer scherzen: „Während alle noch neue Messenger herunterladen, sind wir schon einen Schritt weiter.“

Business setzt auf die Jungen …

Das wachsende Interesse der jungen Generation an der eigentlich schon abgehakten Plattform ist der Geschäftsführung nicht entgangen. Das Management von „Odnoklassniki“ witterte die Chance auf ein Revival: Am 12. Februar rief das Netzwerk den „Tag der Zoomer“ aus und veröffentlichte eine Einsteiger-Anleitung im Stil der Gen Z. Entwickler locken mit Stickern, Transkription von Sprachnachrichten und virtuellen Geschenken – und orientieren sich damit bewusst am Lieblingsmessenger der Jugend. Den Trend griffen schnell Unternehmen und Marken auf, die nun Posts mit der Frage „Ist Gen Z schon da?“ veröffentlichen.

… doch die Stammnutzer
wehren sich

Während die Wirtschaft mit der Zeit gehen will, honorieren die älteren Nutzer diesen Schwenk keineswegs: „In Russland gibt es so einen Feiertag nicht und wird es auch nie geben. Das ist Unsinn, behaltet das für den Westen!“, schrieben empörte Nutzer. Dass die Plattform-Veteranen die Neuankömmlinge so kühl empfangen, liegt auf der Hand: Für viele war „Odnoklassniki“ jahrelang ein vertrauter, gemütlicher Raum zum Austausch. Doch nun hat sich ihr Feed spürbar verändert: Statt Rezepten, Gurken-Einkochtipps und Ratschlägen für Gartenfreunde tauchen immer häufiger bei Zoomern beliebte Rapper, News zu den Epstein-Files und Memes auf, die vor allem Jugendliche verstehen.

„Verschwindet!“

Viral ging auch ein Video einer Rentnerin, die emotional auf den Zuzug der Zoomer reagierte und die Rückkehr zum alten Zustand forderte. Ihr missfallen die neuen Gruppen, Witze und – wie sie sagt – „hässlichen“ Figuren moderner Cartoons, die das Netzwerk nun verstärkt in der Empfehlungen-Leiste anzeigt. Am meisten erschreckte die Frau der populäre Rapper Ganvest mit Zöpfchen und weiß geschminktem Gesicht. „Ich finde es absolut inakzeptabel, dass der junge Nachwuchs in unser Kloster eindringt. Ich hatte einen perfekten Feed, und jetzt ist das nur noch ein Albtraum!“, kommentiert die Rentnerin das Geschehen. „Geht woanders hin. Hier seid ihr nicht willkommen!“

Rapper Ganvest macht Stammnutzer von „Odnoklassniki“ verrückt. (Bild: Odnoklassniki)

Unter diesem Video sammelten sich zahlreiche Kommentare weiterer Nutzer, die das Unbehagen der Verfasserin voll und ganz teilen. Ein typischer Eintrag: „In der Sowjetunion hat man aus jedem Deppen noch einen Menschen gemacht – heute versucht man, aus jedem Menschen einen Deppen zu machen.“ Der Konflikt trägt eindeutig generationenspezifische Züge.

Das Drama zwischen Vätern und Söhnen

Hier zeigt sich ein handfestes, wörtliches Missverständnis. Viele Kommentatoren geben zu, den Slang nicht zu verstehen, der nun verstärkt in „Odnoklassniki“ Einzug hält: „Was habe ich da gerade gelesen … Die Hälfte kapiere ich nicht. Kann mir das jemand ins Russische übersetzen?“

Die Plattformbetreiber versuchten, die eskalierende Stimmung zu dämpfen und Nutzern unterschiedlichen Alters das gegenseitige Verständnis zu erleichtern. In einem Post erklärte das Team populäre Gen-Z-Begriffe und entschlüsselte sie für die ältere Generation. „Bei OK ist Platz für jeden – Alter und Generation spielen keine Rolle! Manchmal fällt es uns zwar schwer, uns wegen unterschiedlicher Gewohnheiten und Lebenserfahrungen zu verstehen, aber im Kern sind wir alle hier, um uns auszutauschen und Freundschaft zu pflegen“, appellierte der „Odnoklassniki“-Account als Vermittler. Kurz darauf folgte ein weiterer Beitrag, diesmal an die Jugend gerichtet: Darin wurden Ausdrücke erläutert, die eher das ältere Publikum verwendet. So können Neuankömmlinge erfahren, dass es Menschen gibt, die einen Abuser schlicht als „Parasit“ bezeichnen.

Bislang keine Versöhnung

Doch die Versöhnungsversuche zeigten bislang wenig Wirkung. Zumindest lehnt ein beträchtlicher Teil der älteren „Odnoklassniki“-Nutzer den Zuzug neuer User nach wie vor ab und empfindet die Entwicklung als Bruch mit der gewohnten Kommunikationskultur: „Einfach gesagt spaltet sich die Bevölkerung nun in Menschen und Zoomer. Jeder nach seiner Façon. Wer Mensch sein will, der redet auch menschlich. Und ‚diese‘ hier haben wir doch selbst großgezogen. Wir haben ihnen alles durchgehen lassen, sind immer zurückgewichen … Und jetzt ist unser ‚Stolz‘ herangewachsen, an dem sich angeblich alles orientiert. Die wechseln jetzt auch noch die Sprache und belehren andere, wie man heute zu leben und zu reden hat“, so ein Kommentator.

Wie der Konflikt ausgeht, hängt unter anderem vom Tempo weiterer Plattform-Sperrungen ab. Sollte es so weitergehen wie bisher, wird es für die Rentner schwierig, gewohnte Inhalte in ihren Empfehlungs-Feeds zurückzugewinnen. Oder den Entwicklern gelingt es, die Nutzerströme irgendwie zu trennen. Dann ließe sich tatsächlich von einer „Wiedergeburt“ jenes sozialen Netzwerks sprechen, das viele bereits abgeschrieben hatten.

Запись Gen Z erobert „Odnoklassniki“ впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.







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