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AfD-Strategie: Marcel Hopp erklärt Vorgehen der Partei

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Die AfD feiert große Erfolge: an den Wahlurnen und in den sozialen Medien. Wie stellt die AfD das an? Und was können die anderen Parteien dagegen tun? Der Influencer und SPD-Politiker Marcel Hopp weiß Antworten. Das Wahljahr 2026 begann erfolgreich für die AfD in Baden-Württemberg, nun folgen vier weitere Landtagswahlen. Seit Jahren befindet sich die Partei im Aufschwung, schneidet bei Wahlen gut ab und reüssiert im Internet. In diesem Medium tritt der Influencer und SPD-Politiker Marcel Hopp der AfD entgegen – mit Erfolg. Warum ist die AfD erfolgreich? Insbesondere in den sozialen Medien? Und wie können Parteien wie SPD und CDU der AfD besser Paroli bieten? Diese Fragen beantwortet Marcel Hopp, Autor des Buches "Was geht mich das an?", im Interview. t-online: Herr Hopp, wie erklären Sie sich den Erfolg der AfD? Marcel Hopp: Die AfD dockt an realen Sorgen vieler Menschen an, ethnisiert jedoch Probleme, schürt Hass und verschiebt mit ihren extremen, aber einfachen Antworten bewusst die Grenzen des demokratischen Konsenses. Mit diesem Vorgehen ist sie ziemlich erfolgreich. Das zeigt die Resonanz, die die AfD innerhalb des politischen Raums, der Medienlandschaft und innerhalb der sozialen Medien erhält. Das ist ziemlich beunruhigend. Beruht die Stärke der AfD auch auf der Schwäche der anderen Parteien? Ich nehme immer wieder große Unsicherheit bei den demokratischen Parteien wahr, wenn es um die AfD geht. Das reicht bis hin zur offenen Angst. Und ja, die AfD ist auch so stark, weil die Demokraten es derzeit, salopp gesagt, nicht gebacken bekommen. Mit " Was geht mich das an?" haben Sie kürzlich ein Buch über den Kampf gegen Rechts veröffentlicht. Was ist also zu tun? Wir müssen bessere Wege finden, mit der AfD und ihrer Menschenfeindlichkeit und Demokratiefeindlichkeit umzugehen. Der Rechtsextremismus ist die größte Gefahr unserer Zeit, diese Bedrohung wächst, wenn wir als Demokraten diesen Extremisten die Hand reichen. Als Politiker beobachte ich mit Sorge, wie demokratische Parteien mit Positionen der rechtsextremen AfD resonieren, sich ihnen politisch und kulturell annähern und gar Positionen übernehmen. Welche Partei kommt Ihnen da besonders in den Sinn? Die CDU hat in ihrem Grundsatzprogramm zentrale Positionen der AfD übernommen. Die Übernahme von Positionen der extremen Rechten "zähmt" diese nicht, sondern stärkt sie. Genau diese Auswirkungen des Rechtskurses von demokratischen Parteien sehen wir in Sachsen-Anhalt. Hier steht die AfD bei rund 39 Prozent – nicht aus eigener Stärke, sondern gestärkt durch demokratische Parteien, die der AfD damit erst eine gewisse Diskursmacht ermöglicht haben. Was ist Ihr Vorschlag, um Wähler von der AfD zurückzugewinnen? Zunächst sollte allgemein anerkannt werden, dass man die AfD nicht rechts "überholen" kann. So bekämpft man die AfD nicht, so stärkt man sie weiter. Studien belegen eindeutig: Ein Rechtskurs demokratischer Parteien hilft Rechtsextremen und normalisiert ihre rechtsextremen Positionen. Davor warnt auch die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung eindringlich. Aber was können Parteien wie die CDU und die SPD, deren Mitglied Sie sind, konkret tun? Die gesellschaftliche Spaltung ist kein Phänomen der politischen Ränder, sondern geht durch die Mitte unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind angesichts der krisenhaften Zeit ängstlich, verunsichert und auch wütend: Existenzängste und eine große Enttäuschung mit der Politik wirken milieuübergreifend. Deswegen rate ich den demokratischen Parteien insbesondere dazu, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, anstatt Diskursen, die von der extremen Rechten gesetzt werden, panisch zu folgen. Welche Kernkompetenzen wären das? Wenn man den Umfragen folgt, trauen die Menschen der CDU von allen Parteien immer noch die größte Kompetenz in der Wirtschaftspolitik zu. Bei der Sozialdemokratie ist es wiederum die soziale Gerechtigkeit. Da genießt die SPD bei rund 25 Prozent der Bevölkerung Vertrauen. Laut Umfrage würden derzeit aber nur um die 15 Prozent der Wähler der SPD ihre Stimme bei einer Bundestagswahl geben. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg erreichten die Sozialdemokraten gar nur 5,5 Prozent. Diese Diskrepanz zeigt, wie weit bei der SPD gesellschaftliche Erwartung und die reale Politik auseinanderliegen. Das weist deutlich darauf hin, dass die Sozialdemokratie lange nicht auf dem richtigen Kurs war. Wir haben zahlreiche Probleme, darunter die Wirtschaftsschwäche, die hohen Preise, gerade auch die gestiegenen Mieten. Hier in Berlin haben wir einen Mietmarkt, der wirklich außer Rand und Band ist. Wenn die Leute das Vertrauen verlieren, dass wir Demokraten effektiv an der Lösung der Probleme arbeiten, haben wir ein gewaltiges Problem. Ich werfe meiner eigenen Partei vor, dass sie in den letzten Jahren zu wenig konsequent die sozialen Probleme unserer Zeit angegangen ist. Sind die demokratischen Parteien zu abgehoben und bürgerfern? Ich spreche immer wieder mit Schülern, die ganz überrascht sind, wenn ich ihnen sage, dass auch sie Politiker werden können. Tatsächlich werden Parteien immer wieder als abgehoben und bürgerfern wahrgenommen, weit entfernt von den alltäglichen Sorgen der Menschen. Ob das nun der Realität entspricht, ist gar nicht die Frage: Entscheidend ist doch, ob die Menschen die Parteien so wahrnehmen. Das müssen wir dringend ändern. Wir müssen dahin gehen, "wo es anstrengend ist", wie Sigmar Gabriel einst korrekterweise sagte. Gerade hier lässt sich verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Wie stehen Sie in Kontakt zu den Menschen in Ihrem Wahlkreis in Berlin? 2021 und 2023 habe ich in den beiden Wahlkämpfen für die Abgeordnetenhauswahl an mehr als 17.000 Türen in meinem Wahlkreis geklopft. Als Kandidat habe ich die Leute offen gefragt, welche Themen für "die Politik" ihnen am Herzen liegen. Ich kenne dadurch jedes einzelne Hochhaus und jeden Wohnblock in meinem Wahlkreis. Sie können mir glauben, dass es mir nicht leichtfällt, an Türen zu klopfen und Menschen in ihrem Alltag zu stören. Da bin ich anders erzogen. Aber es gibt hier immer wieder spannende Gespräche mit den Menschen: Sie wollen reden und ihre Sorgen und Hoffnungen ausdrücken. Ihr Wahlkreis ist die Berliner Gropiusstadt, die als sogenannter sozialer Brennpunkt gilt. Ich lebe gerne in "meiner" Gropiusstadt. Bei den Gesprächen an der Haustür mache ich sehr unterschiedliche Erfahrungen. Klar, manchmal bekommt man die Tür vor der Nase zugeknallt, manchmal bekommt man schlimme Dinge zuhören. Antidemokratische Aussagen, rassistische Aussagen. Manche dieser Leute meinen das auch ernst. Aber eben längst nicht alle. Und bei diesen Leuten lohnt sich das Gespräch, denn da verbergen sich hinter extremen Aussagen oft berechtigte Probleme. Haben Sie ein Beispiel? Eine ältere Frau beklagte sich über ihre geringe Rente – und schimpfte auf Geflüchtete, die alles einfach so bekämen. Das war überaus emotional, sie weinte. Ich habe sie dann gefragt, ob ihre Rente denn vor 2015 höher gewesen war, bevor Deutschland damals viele Geflüchtete aufnahm. Sie verneinte, die Rente hätte noch nie gereicht. Da merkte ich, dass ihr ganzes Weltbild Risse bekam. Wir sprachen dann über die Möglichkeit der Grundsicherung und wie eine bessere Rente hergestellt werden könnte. Das zeigte mir erneut, wie wichtig es ist, die Lebenswirklichkeit der Menschen zu erfahren. Was ist Ihre persönliche Lehre daraus? Es bringt überhaupt nichts, nach unten zu treten. Es ist falsch, Minderheiten mit Migrationshintergrund für gesamtgesellschaftliche Probleme verantwortlich zu machen. So, wie es die AfD tut. Kein einziges Problem unserer Zeit verbessert sich mit menschenfeindlicher Politik. Wir brauchen grundsätzlich mehr demokratische Haltung – und das ist nichts, was man bei Bedarf an- und abschalten kann. Sie treten der AfD insbesondere in den sozialen Medien entgegen, einem Medium, in dem die Partei ziemlich erfolgreich ist. Wie kamen Sie auf die Idee? Es begann vor der Europawahl 2024. Die AfD stand in den Umfragen ziemlich gut da. Deswegen habe ich 100 Tage am Stück vor dem Wahltag jeden Tag ein Video veröffentlicht, indem ich eine Aussage, eine Positionierung der AfD inhaltlich widerlegt habe. Insbesondere auf Instagram ist dieses #noafd-Format dann auch ziemlich durch die Decke gegangen – mittlerweile folgen mir hier über 120.000 Menschen. Warum tun sich so viele andere Politiker mit den sozialen Medien so schwer? In den meisten demokratischen Parteien hält sich noch immer die Vorstellung, dass die digitale Welt und die reale Welt voneinander getrennt sind. Social Media als echter Raum der politischen Kommunikation auf Augenhöhe wurde zu lange nicht ernst genommen. Damit verpassen die demokratischen Parteien einen Diskursraum, den die AfD effektiv nutzt und bespielt. Da sind wir, auch meine Partei, mächtig ins Hintertreffen geraten und müssen wieder aufholen. Gar nicht so einfach bei den kurzen Aufmerksamkeitsspannen bei Instagram und TikTok, oder? Tatsächlich ist es herausfordernd, zumal die Algorithmen demokratischen Content in ihrer Reichweite drosseln. Ich betreibe seit Jahren Aufklärung gegen rechte Narrative und Fake News. Ich will zeigen, was die AfD wirklich bezweckt, was sich beispielsweise hinter "Remigration" verbirgt. Wahrscheinlich kommt hier auch mein Beruf als ehemaliger Politiklehrer wieder durch. Worauf kommt es an? Die ersten drei Sekunden eines Videos sind entscheidend, die Aufmerksamkeit der Zuschauer muss in diesem Zeitraum geweckt sein. Sonst wischen sie einfach weiter. Das ist ziemlich wenig, für Populisten aber ein großer Vorteil: Die extreme Rechte kann hier ohne Ende polarisieren und wird dafür auch noch belohnt. Wir wissen durch Studien, dass Polarisierung und auch durchaus demokratiefeindliche Inhalte aktiv gepusht werden. Für Demokraten ist es nicht einfach, sich auf diesen Plattformen bemerkbar zu machen. Ist der Zug möglicherweise zugunsten der Radikalen bereits abgefahren? Wir Demokraten haben es nicht geschafft, die Mehrheitsmeinung der Gesellschaft auch in die sozialen Medien zu transportieren. Wenn man nur in der digitalen Welt lebt, etwa auf TikTok, könnte man meinen, dass rechtsextreme Ansichten in der Mehrheit sind. Das hängt natürlich auch mit dem Algorithmus zusammen. Die Linkspartei hat es in der letzten Bundestagswahl durchaus geschafft, sich mit einer positiven Erzählung unter Nutzung der Emotionalisierung gut zu platzieren. Davon sollten die demokratischen Parteien lernen. Die AfD hat in den sozialen Medien insbesondere bei jungen Männern Erfolg. Was ist Ihre Erklärung? Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle, das ist keineswegs ein Zufall. Die extreme Rechte wettert ja nicht nur gegen Migranten oder Geflüchtete und schürt die Furcht vor angeblicher "Umvolkung". Sie pflegt auch absurdes Verständnis von Männlichkeit und stellt die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen infrage. Immer wieder wird auch die sogenannte Wokeness verteufelt. Die AfD verbreitet auch immer wieder die Behauptung, dass man nichts mehr sagen dürfe, ja, dass es gar nicht mehr möglich wäre, "männlich" zu sein. Junge Männer in Deutschland sind leider anfälliger für solche Narrative. Im Gegensatz zu jungen Frauen? Da hat es die AfD tatsächlich schwerer. Junge Frauen sind meist progressiver und neigen eher demokratischen Parteien zu. Aber wir sehen da eine Polarisierung der Geschlechter und die AfD will genau diese Polarisierungen. Denn davon lebt diese Partei. Was halten Sie vom viel diskutierten Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche? Als Bildungspolitiker sehe ich, was für einen gravierend negativen Einfluss hohe Bildschirmzeiten und der zu frühe Kontakt mit digitalen Medien und Social Media auf die Kernkompetenzen von jungen Menschen hat. Egal, ob es um Lesen, Schreiben, Rechnen geht: Da geht es überall bergab. Bis auf Englisch, da spielen die englischsprachigen Inhalte eine Rolle. Ich selbst bin mit dem Internet groß geworden, es liegt mir fern, Technologie zu verteufeln. Aber wir müssen den bedenklichen Trend zur Kenntnis nehmen und uns etwas einfallen lassen. Wir müssen unsere junge Generation besser schützen. Braucht es nicht auch generell in der Gesellschaft viel mehr Medienkompetenz und Resilienz? Gerade jetzt, wo die Künstliche Intelligenz Wahrheit und Fakten umso mehr herausfordert? Da stimme ich Ihnen zu. Hier dürfen wir den Fokus auch nicht nur auf die Jugendlichen richten. Fehlende Medienkompetenz ist ein allgemeines Problem. Auch beispielsweise in der Boomer-Generation, insbesondere bei den Männern, gibt es in diesem Bereich erhebliche Defizite. Ich bin der Überzeugung, dass wir im Bereich der sozialen Medien wieder den Primat der Politik herstellen müssen. Wir dürfen das Feld Social Media nicht Tech-Milliardären mit ihrer Agenda überlassen und schon gar nicht den Rechtsextremen. Denn es geht um nichts weniger als unsere Demokratie und Freiheit. Herr Hopp, vielen Dank für das Gespräch.






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