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Июнь
2026

Pflegeheim-Kosten: So viel zahlen Sie für Pflege in Ihrem Landkreis

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Wer ins Pflegeheim kommt, muss einen großen Teil der Kosten selbst tragen. Diese Eigenanteile unterscheiden sich jedoch je nach Landkreis um mehr als 1.000 Euro. Wer pflegebedürftig ist und in ein Heim zieht, muss immer höhere Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der sogenannte Eigenanteil im ersten Aufenthaltsjahr mittlerweile bei 3.245 Euro. In späteren Jahren geht der Eigenanteil aufgrund von steigender Leistungszuschüsse dann ein wenig zurück. Allerdings zahlen Pflegebedürftige in manchen Teilen des Landes deutlich mehr für den Heimplatz als anderswo. Regional liegen die Unterschiede bei mehr als 1.300 Euro. Dies zeigen Daten des Beratungsunternehmens Wuest Partner, über die das "Handelsblatt" zuerst berichtete. 4.016 Euro Eigenanteil in Krefeld So liegen die Durchschnittskosten für einen Heimplatz in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) bei 4.016 Euro im Median. In keinem anderen Landkreis in Deutschland zahlen Pflegebedürftige im ersten Heimjahr mehr. Auch wenige Kilometer weiter, in Düsseldorf , fallen die Eigenanteile mit 3.928 Euro im Median sehr hoch aus. Über 3.800 Euro im Monat zahlen Pflegebedürftige zudem in Mülheim an der Ruhr (3.885 Euro), Ravensburg (3.831 Euro) und Neuss (3.813 Euro). Generell zahlen Heimbewohner in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Baden-Württemberg sowie Teilen Bayerns am meisten für ihren Heimplatz. Günstiger ist es hingegen in Teilen Ost- und Norddeutschlands. Den geringsten Eigenanteil zahlen Menschen mit monatlich 2.484 Euro im Median im niedersächsischen Salzgitter . Auch im ostfriesischen Landkreis Wittmund fallen die Eigenanteile mit 2.495 Euro im Monat verhältnismäßig gering aus. In Ballungsgebieten sind die Kosten höher Die Gründe für die hohen Unterschiede sind vielfältig. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hängen die Kosten für einen Pflegeheimplatz stark mit Agglomerationseffekten zusammen: Wo viele Menschen wohnen, sind meistens auch die Mieten höher. Dies sei einer der Gründe, warum die Kosten in Nordrhein-Westfalen besonders hoch sind, teilt Studienleiterin Ruth Schüler t-online mit. "Im regionalen Vergleich sind Heimkosten dort besonders hoch, wo Mieten hoch sind, da die Wohnkosten einen wesentlichen Teil der Heimkosten ausmachen und Pflegeheime bei der Bereitstellung von Wohnraum ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind wie andere Anbieter von Wohnraum auch", so Schüler. Ein weiterer Faktor sind die sogenannten Investitionskosten. Hierbei handelt es sich um die Ausgaben des Pflegeheims, die für die Modernisierung und Instandhaltung der Heime sowie für betriebsnotwendige Fahrzeuge und Geräte anfallen. Diese Kosten legen die Heimbetreiber auf die Bewohner um. Nordrhein-Westfalen hat die höchsten Investitionskosten In keinem anderen Bundesland sind die Investitionskosten für die Pflegeheimbewohner so hoch wie in Nordrhein-Westfalen. In der vollstationären Pflege wurden den Heimbewohnern 2024 im bevölkerungsreichsten Bundesland pro Platz und Tag 20,57 Euro in Rechnung gestellt – in Sachsen-Anhalt waren es hingegen nur 11,05 Euro. "Die Unterschiede liegen daran", sagt Grit Braeseke, Bereichsleiterin Pflege bei IGES, der "Frankfurter Rundschau", "dass die Heimgesetzgebung Ländersache ist und damit insbesondere auch die Vorschriften für Heimbauverordnungen." Jedes Land folgt somit seinen eigenen Bauvorschriften und hat eigene Standards, was etwa die Zimmergrößen, die Flurbreiten oder eigene Badezimmer für Heimbewohner angeht. Auch bei der Zimmerbelegung unterscheiden sich die Regelungen der Bundesländer: "So hat Baden-Württemberg strenge Vorgaben in Bezug auf die Doppelzimmer-Vergabe. Einzelzimmer sind in Baden-Württemberg Standard. Doppelzimmer werden nur auf Wunsch vergeben", erklärt Schüler vom IW Köln . Der höhere Komfort schlägt sich jedoch in den Kosten nieder. Sozialhilfe: Pflegeheime in Not: Rechnungen bleiben lange unbezahlt Immer höhere Eigenbeiträge: Pflegekosten explodieren: Eigenanteil fast so hoch wie Rente Hinzu kommen Unterschiede bei den Löhnen und Gehältern des Pflegepersonals, sagt der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang dem "Handelsblatt". Dies ist der größte Kostenblock in der Pflege. Entscheidend sei hier, nach welchem Tarif die Beschäftigten bezahlt werden. Auch der Personalschlüssel – also wie viele Pflegekräfte für die Bewohner eingesetzt werden – hat Auswirkungen auf die Kosten. Eigenanteile überfordern viele Pflegebedürftige Viele Pflegeheimbewohner können die hohen Kosten mittlerweile nicht mehr aufbringen und sind auf Sozialhilfe angewiesen. Aus der Politik werden nun Stimmen laut, das Vermögen der Pflegebedürftigen stärker zur Finanzierung heranzuziehen. "Wer Vermögen besitzt, muss zunächst eigenes Vermögen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt", forderte vergangene Woche Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Auch die Kinder der Pflegebedürftigen sollen laut Stegemann wieder stärker zur Kasse gebeten werden. Erst 2020 waren Kinder durch das Angehörigen-Entlastungsgesetz von der Unterstützung ihrer Eltern weitgehend befreit worden. Seitdem sind sie erst mit einem jährlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 100.000 Euro ihren Eltern gegenüber unterhaltspflichtig. Diese Grenze bezeichnete Stegemann im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" als "mehr oder weniger willkürlich" und sprach sich im selben Atemzug für eine Herabsetzung dieser Grenze aus. Derweil arbeitet Bundesgesundheitsministerin Nina Warken an einer Reform der sozialen Pflegeversicherung. Erste an die Öffentlichkeit gelangte Details lassen jedoch befürchten, dass die Eigenanteile weiter steigen könnten.






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