Auftragseingang legt stärker als erwartet zu
Die deutsche Industrie überrascht mit deutlich mehr Aufträgen im Mai. Auch der Rückgang im April war laut neuen Zahlen geringer als gedacht. Hoffnungsschimmer für die angeschlagene deutsche Industrie: Nach dem Rückschlag im April hat der Auftragseingang im Mai wieder zugelegt. Der Anstieg fiel zudem deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die Aufträge stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in Wiesbaden mitteilte. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Allerdings machten die Aufträge den Rückgang aus dem Vormonat nicht wett. Im April waren die Aufträge um revidierte 3,2 Prozent gesunken. In einer ersten Schätzung war noch ein Rückgang um 3,8 Prozent ermittelt worden. Industrie profitiert von Großaufträgen Im Mai profitierte die Industrie von Großaufträgen. Ohne die Berücksichtigung dieser Orders sei der Auftragseingang um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen, hieß es weiter. Gestützt wurde die Auftragsentwicklung auch durch Auslandsaufträge. Diese stiegen um 2,2 Prozent. Die Nachfrage aus den 21 Ländern der Eurozone legte um 11,2 Prozent zu. Die Aufträge außerhalb der Eurozone sanken hingegen um 3,2 Prozent. Aufträge aus dem Inland stiegen um 1,3 Prozent. Wohl keine kräftige Erholung zu erwarten "Insgesamt machen die heutigen Zahlen Hoffnung auf eine moderate Erholung der deutschen Industrie, die nach einer langen Stagnationsphase zuletzt auch noch vom Iran-Krieg gebeutelt wurde", kommentierte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. Er verweist auf die Öl- und Gaspreise, die zuletzt deutlich gefallen sind. Eine starke Erholung sei aber angesichts der "Erosion der Standortqualität" in Deutschland nicht zu erwarten. "Auch wenn das Reformpaket der Bundesregierung in einzelnen Punkten Fortschritte gebracht hat, dürfte es aber keinen Durchbruch in der Breite darstellen", schreibt Wagner. Auch VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel erwartet keine kräftige Erholung in diesem Jahr. "Der schrumpfende Automobilbau belastet viele Zulieferer, besonders der Maschinenbau leidet darunter", heißt es in einer Analyse. "Der Iran-Krieg dämpft die positiven Effekte der staatlichen Rüstungs- und Infrastrukturausgaben."
Moscow.media
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