Deutschlands bester Tennisspieler steht im Endspiel von London. Gegen einen Lokalmatador lässt er das Publikum verstummen – und trägt sich in die Historie ein. Alexander Zverev hat das Endspiel von Wimbledon erreicht. Im Halbfinale am Freitag gewann Deutschlands bester Tennisspieler mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 gegen Turnier-Überraschung und Lokalmatador Arthur Fery und spielt damit als erster Deutscher seit Boris Becker 1995 um den Titel des traditionsreichen Turniers. Zugleich ist es das erste Wimbledon-Finale in der Karriere des 29-jährigen Hamburgers, der erst vor wenigen Wochen bei den French Open in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen konnte. Im Endspiel am Sonntag (ab 17 Uhr im Liveticker bei t-online) trifft Zverev nun auf den Sieger der Partie zwischen Jannik Sinner und Novak Djoković, die am späteren Freitagnachmittag gespielt wird. "Dieser Grand Slam war immer der, bei dem ich am meisten zu kämpfen hatte. Und plötzlich stehe ich im Finale", sagte Zverev sichtlich erleichtert: "Ich bin unglaublich stolz und glücklich. Ich habe aber noch ein Match vor mir, und auf diesem liegt der Fokus." Zu Beginn musste Zverev schwer arbeiten, erst nach fünf Minuten gewann er das erste Spiel. Fery startete dagegen furios, sein erstes Aufschlagspiel gewann er zu Null. Nach einem schnellen Break von Zverev wirkte der furchtlose Brite kurz frustriert, doch dann brachte er mit einem grandiosen Volley entlang des Netzes und dem direkten Rebreak den Centre Court zum Beben. Zverev versuchte immer wieder, seinen Kraftvorteil einzusetzen und so den flinken Fery zu überrumpeln. Im ersten Satz schlug er sieben Asse. Die Entscheidung fiel aber erst im Tiebreak, in dem Fery Nerven zeigte und sich Zverev 7:0 durchsetzte. Mit der Führung im Rücken drehte Zverev auf. Fery haderte nun, seine Gegenwehr war gebrochen. Der Favorit stürmte durch den zweiten Satz - und sorgte dann humorlos für das Ende des "Fery-Tales". Die Partie zum Nachlesen im Ticker: Arthur Fery – Alexander Zverev 6:7 (0:7), 2:6, 4:6 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 4:6 – Und da ist es passiert. Alexander Zverev steht zum ersten Mal in seiner Karriere im Wimbledon-Finale. Fery geht zwar in Führung, lässt das Publikum noch mal für den Lokalmatador jubeln. Ein letztes Mal: Erst landet der Brite im Aus, dann legt Zverev einen Vorhand-Cross und einen Volley ins freie Feld, während Fery ausrutscht, dem Ball nur hinterherschauen kann – und er hat zwei Matchbälle. Dann landet Fery im Aus. Endspiel! 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 4:5 – Fery kommt früh nach vorn, macht doch noch mal Druck – und kratzt einen Moment lang bei 30:0 nach Rückhand-Fehler Zverev am 4:5. Mit zwei Assen zögert er das Ende dann tatsächlich nochmal hinaus. Jetzt aber kann Zverev bei eigenem Aufschlag sein erstes Wimbledon-Finale perfekt machen. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 3:5 – Ja, dieses Aufbäumen gerade bringt Fery mal so gar nichts, wenn er dann bei Aufschlag seines Gegners einen Return recht unmotiviert ins Aus schlägt. Zverev zieht einfach durch. Ein Rückhand-Cross zum 40:0, ein Vorhand-Winner ins freie Feld. Und Fery serviert gegen die Niederlage. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 3:4 – Schade für ein Wimbledon-Halbfinale, aber das trudelt hier gerade so ein wenig aus. Wollte ich schreiben, hatte ich schon geschrieben – aber die beiden da auf dem Platz strafen mich Lügen. Nach dem nächsten Fery-Fehler hat Zverev einmal mehr zwei Breakbälle, kann auf 5:2 stellen. Aber der Brite kämpft doch noch mal, wehrt beide Chancen ab, die zweite mit einem Passierball am Netz. Das Publikum jubelt noch mal. Erst recht, als er mit zwei Assen doch noch mal verkürzt. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 2:4 – Da ist einfach keine Kraft mehr hinter den Schlägen von Arthur Fery. Er ist sichtlich frustriert, weiß aber auch nichts mehr entgegenzusetzen. Schnell steht es 40:0 bei eigenem Aufschlag für Zverev, mit einem Vorhand-Winner schließt er ab. Fery geht da gar nicht mehr richtig hinterher. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 2:3 – Das nächste Break für Alexander Zverev. Da kommt der Brite einfach nicht hinterher. Ein starker Vorhand-Longline von Zverev, den er nur ins Aus zurückbringt – und Zverev hat drei Breakbälle. So schnell kann es gehen. Schon den ersten nutzt er mit einem Vorhand-Cross. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 2:2 – Ein Ass zum 15:15, dann bewegt sich Zverev gut, verteilt seine Schläge, zwingt Fery viel ins Laufen – und der will zu hastig kontern. Eine Rückhand landet im Netz, ebenso ein Return. Danach schimpft er, gestikuliert in Richtung seiner Box "Was soll ich denn machen?". Mit dem nächsten Aufschlag-Winner stellt Zverev auf 2:2. Das geht hier gerade recht schnell – auch, weil Fery in dieser Phase einfach nicht mehr viel entgegensetzen kann. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 2:1 – Fery ballt die Faust. Er geht nochmals in Führung. Muss aber für jeden einzelnen Punkt hart arbeiten. Da fehlt zu oft die Schnelligkeit, der Esprit, auch ein wenig die letzte Körperspannung, die Beinarbeit, die in so einem Match – zumal gegen einen stark aufspielenden Zverev – nötig wäre. Das Publikum würdigt ihn trotzdem mit Applaus. Sogar ein Korkenknallen ist zu hören. Das ist jetzt aber doch sehr optimistisch. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 1:1 – Zverev lässt hier nichts anbrennen. Zu Null bringt er seinen Aufschlag durch, macht nicht viel Federlesens. 3. Satz, 6:7 (0:7), 2:6, 1:0 – Da wird es doch nochmal laut: Fery geht mit einem Ass zum Abschluss in Führung. Der Brite muss auch unbedingt zu seiner Spritzigkeit aus dem ersten Durchgang zurückfinden, wenn das hier noch länger gehen soll. 2. Satz, 6:7 (0:7), 2:6 – Im Centre Court ist es gerade ganz still. Auch das Publikum merkt, wohin sich dieses Match entwickelt. Alexander Zverev holt sich zu Null den zweiten Satz, ballt danach die Faust. Und Fery verlässt erst einmal den Platz, muss sich sammeln. Das war eine ganz starke Vorstellung von Zverev im Vergleich zum ersten Satz – da lief alles zusammen für den Hamburger, der weitaus sicherer auftrat, sich nur noch 9 unerzwungene Fehler leistete (halb so viel wie im ersten Durchgang), 12 zu 3 Winner schlug – beeindruckend. Er ist jetzt nur noch einen Satz vom Endspiel entfernt. 2. Satz, 6:7 (0:7), 2:5 – Es kann nicht alles für ihn laufen: Bei 15:15 kommt Zverev ans Netz – und bleibt im Netz hängen. Aber Fery tut ihm den Gefallen, sich darauf selbst einen Doppelfehler zu leisten. Er schimpft danach laut hörbar mit sich selbst. Per Vorhand-Cross stellt er auf 40:30, er will es jetzt erzwingen – und prallt am Netz an Zverev, der einfach nur den Schläger hinhalten muss, ab. Gleichstand. Bei eigenem Vorteil unterläuft Fery der nächste Doppelfehler, ein weiteres Zverev-Break liegt in der Luft. Mit viel Mühe aber bringt er aber doch noch seinen Aufschlag durch, Aufatmen auch im Publikum. Jetzt kann Zverev aber ausservieren. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:5 – Ein Lob des 1,98-Meter-Manns gegen seinen fast 25 Zentimeter kleineren Gegner, ein Service-Winner hinterher. Und dann? Sein zweiter Doppel-Fehler der Partie. Zverev schüttelt mit dem Kopf. Lässt sich aber nicht beirren. Das nächste Ass zum 40:15, mit einem weiteren Aufschlag-Winner schließt er ab. Fery und das Publikum scheinen aktuell wenig Hoffnung zu haben, dass da doch noch etwas geht. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:4 – Das war mal wieder schön gespielt vom Außenseiter: Er hält Zverev an der Grundlinie, kommt nach vorn und schließt per Volley ab. Aber er leistet sich aktuell zu viele Fehler, auch der erste Aufschlag kommt gerade nicht mehr. Und Zverev? Der kommt dagegen immer besser rein und bringt das nächste Highlight: Einen Stopp am Netz erläuft er noch – und hebt den Ball wunderschön auf die Linie, ballt danach die Faust. Zwei Breakbälle. Den ersten wehrt Fery noch ab, beim nächsten aber unterläuft ihm ein weiterer Vorhand-Fehler. Zverev hat das Doppel-Break, hier läuft gerade sehr viel – wenn nicht alles – für ihn. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:3 – Ganz stark! Zverev stellt mit einem bärenstarken Longline-Passierball vorbei am hervorgeeilten Fery auf 30:0. Beim Briten läuft gerade wenig bis gar nichts mehr zusammen. Symptomatisch: Bei der nächsten Rally kommt er wieder ans Netz – und bleibt mit einem Volley hängen. Mit einem Vorhand-Longline holt sich Zverev sein Aufschlagspiel zu Null. Wieder geht ein Raunen durchs Publikum, die Zuschauer spüren: Fery ist angeschlagen. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:2 – Wie im ersten Satz: Zverev holt sich beim zweiten Aufschlagspiel seines Gegners das Break. Kuriose Situation bei 30:0 aus seiner Sicht: Fery kommt ans Netz – aber ein Balljunge steht zeitgleich auf, irritiert den Briten unabsichtlich, der sich daraufhin beklagt. Der Punkt wird neu gespielt – und Zverev stellt mit einem Vorhand-Cross auf drei Breakbälle. Schon den ersten verwandelt er, weil Fery mit einer Rückhand im Netz bleibt. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:1 – Ganz sicher ist das gerade hier von Alexander Zverev bei eigenem Aufschlag – eigentlich. Aber noch immer hat er den einen oder anderen unerzwungenen Fehler drin. Wie beim 40:15, als er mit einer Rückhand im Aus landet. Mit einem Service-Winner bringt er seinen Aufschlag aber durch. Er wirkt angespannt, aber auch hochkonzentriert. 2. Satz, 6:7 (0:7), 1:0 – Fery bringt zum Start in Satz Nummer zwei seinen Aufschlag wieder durch. Aber: Er muss deutlich mehr arbeiten für seine Punkte, Zverev zwingt ihn über Gleichstand. Ist das ein Zeichen für den weiteren Verlauf? 1. Satz, 6:7 (0:7) – Und schon den ersten nutzt Alexander Zverev zum Gewinn dieses ersten Satzes. Zu Null holt er sich den Tie-Break mit dem nächsten starken Vorhand-Return. Fery hatte hier nichts entgegenzusetzen, wo er doch aber über den ganzen Durchgang mehr als nur mithalten konnte. Zverev hat hier bei weitem nicht sein bestes Tennis gespielt – 18 unerzwungene Fehler sind ihm unterlaufen, viel zu viele natürlich. Gut möglich aber, dass der Hamburger nun zunehmend an der dringend benötigten Sicherheit gewinnt. 1. Satz, 6:6 (0:6) – Stark wieder mit der Vorhand von Zverev, auf die Fery gerade keine Antwort weiß. Sechs Satzbälle für den Deutschen. 1. Satz, 6:6 (0:5) – Zverev baut seine Führung aus. In diesem Tie-Break läuft bisher alles für ihn. 1. Satz, 6:6 (0:4) – Sehr schön von Zverev: Er geht ins Serve-and-Volley und punktet am Netz. 1. Satz, 6:6 (0:3) – Fery schlägt einen Vorhand-Cross viel zu weit ins Aus. Ausgerechnet jetzt läuft es nicht beim Briten. 1. Satz, 6:6 (0:2) – Doppelfehler Fery. Puh. 1. Satz, 6:6 (0:1) – Mit einem Rückhand-Longline geht Zverev in Führung. 1. Satz, 6:6 – Da passiert auch Fery mal ein ungewöhnlicher Fehler: Er trifft einen Zverev-Return nur mit dem Rahmen, der Ball fliegt irgendwo hin, nur nicht auf die andere Seite des Felds. Stört den Briten aber nicht – und Zverev ist weiter irgendwie noch nicht richtig drin. Fery lockt ihn ans Netz, Zverev erreicht den Ball noch, aber sein Stopp-Konter ist zu zögerlich – und Fery steht mit einem Volley bereit. Dann unterläuft bei 30:40 auch Zverev ein Rahmen-Treffer – und wir haben direkt den Tie-Break. 1. Satz, 5:6 – Ganz stark! Zverevs bestes Aufschlagspiel bisher in dieser Partie. Zu Null stellt er auf 6:5, schließt mit einem scharfen Vorhand-Cross ab, den er seinem Gegenüber um die Ohren peitscht. Da gibt es Achtungsapplaus von den Rängen. Das muss ihm jetzt doch mal helfen. 1. Satz, 5:5 – Die Antwort: Fery gleicht nochmals aus. Selbst sein erster Doppelfehler der Partie bei 40:0 bringt ihn nicht raus. Zverev legt noch einen tollen Vorhand-Cross auf die Linie nach. Kann aber gegen den nächsten Aufschlag seines Gegners nichts ausrichten. Wieder kommt das pushende "Come on!" von Fery, das Publikum geht da voll mit. Der Deutsche wirkt hier einfach noch nicht so sicher, auch nicht so leichtfüßig wie im bisherigen Turnierverlauf. 1. Satz, 4:5 – Zverev bringt seinen Service endlich mal problemlos durch. Jetzt serviert Fery gegen den Satzverlust. Mal schauen, ob das etwas mit dem Underdog macht, der bisher so stabil bleibt und dem Favoriten große Probleme bereitet. 1. Satz, 4:4 – Fery lässt sich einfach nicht beeindrucken – auch nicht von einem Vorhand-Winner Zverevs zum 30:30. Wie reagiert der Brite? Mit einem ganz feinen Stopp am Netz. Und legt einen Service-Winner nach. 1. Satz, 3:4 – Ob das Zverev die benötigte Sicherheit bringt? Ein Ass zum 40:15 – aber dann hat er Pech, dass ein Return von Fery vom Netz unerreichbar für ihn in seine Hälfte des Spielfelds tropft. Fery entschuldigt sich danach. Mit einem Vorhand-Winner schließt der Weltranglistendritte aber ab. 1. Satz, 3:3 – Zverev wirkt etwas beeindruckt, beim Hamburger läuft gerade tatsächlich wenig zusammen. Ein ums andere Mal sind seine Schläge zu weit, so wie hier die Vorhand bei 15:15. Fery baut hier die Ballwechsel stark auf, gar nicht mit viel Geschwindigkeit, aber großer Genauigkeit. Damit kommt der Deutsche nicht zurecht. Aber – und das muss ihm helfen – trotzdem bleibt er stets in der Rally, entscheidet einen langen Ballwechsel mit einem Vorhand-Cross für sich. Es geht über Gleichstand. Mit einem Aufschlag-Winner stellt Fery auf Vorteil, dann landet Zverev erneut im Aus. Und wir haben ein Match. 1. Satz, 2:3 – Das ist ein Schlag für Zverev! Fery schafft direkt das Re-Break! Kuriose Situation: Fery beschwert sich bei Stuhlschiedsrichterin Veljovic, Zverevs Aufschlag hätte das Netz touchiert. Grund: In Wimbledon wird am Netz keine Kontrolltechnik eingesetzt. Doch er kann sich nicht durchsetzen, Veljovic bleibt bei ihrer Entscheidung auch mangels Alternativen. Ob das Fery motiviert hat? Erst setzt er sich am Netz durch, dann erläuft er einen Stopp, löffelt den Ball gerade noch über das Netz – und hat zwei Breakbälle. Schon die erste Gelegenheit nutzt er – weil Zverev mit einer Vorhand im Aus landet. Das Publikum jubelt. 1. Satz, 1:3 – Gutes Timing beim Return von Zverev. Mit einem scharf gezogenen Cross überrascht er Fery, kratzt am ersten Break. Legt einen Vorhand-Longline nach – und hat tatsächlich zwei Breakbälle. Direkt den ersten nutzt er, weil Fery mit einer Rückhand im Netz bleibt. Es geht ein erstes Raunen durchs Publikum. 1. Satz, 1:2 – Weiter sitzt der erste Aufschlag nicht perfekt beim Deutschen. Und Fery liest seinen zweiten sehr gut, bringt gerade alles zurück, führt damit zum nächsten unerzwungenen Fehler bei Zverev. Der aber legt dann ein Ass nach, kommt nach vorn und geht mit einer Rückhand am Netz durch den Ball durch, gegen Ferys Lauf. Ein Service-Winner zum 40:15, öffnet dann das Spielfeld stark, schließt mit einem Rückhand-Cross ab. Na bitte. 1. Satz, 1:1 – Fery macht das gut bei seinem Aufschlag, setzt Zverev unter Druck – und provoziert Fehler. Eine erste längere Rally gewinnt der Brite, weil Zverev mit einer Vorhand zu lang ist. Im nächsten Ballwechsel dann landet er mit einer Vorhand im Aus. Zu Null bringt Fery seinen Service mit dem nächsten Aufschlag-Winner durch. 1. Satz, 0:1 – Wackliger Start für Alexander Zverev. Er muss zuerst über den zweiten Aufschlag gehen. Trotzdem: Zwei Aufschlag-Winner zu Beginn. Dann aber landet er mit einem Drop-Shot im Netz – das Publikum jubelt das erste Mal für Fery auf. Und leistet sich dann einen Doppelfehler zum 30:30. Huch! Auf einen Vorhand-Winner folgt dann eine Rückhand knapp ins Aus. Gleichstand. Mit einem Ass stellt er auf Vorteil. Aber Fery bleibt weiter dran, returniert gut, wird etwas offensiver. "Come on!" spricht er sich danach zu. Nochmal Einstand. Jetzt agiert Zverev mehr, kommt ans Netz, schließt per Rückhand ab. Und bringt seinen Service mit einem Ass durch. Vor dem Match – Fery gewinnt den Münzwurf bei Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljovic. Er entscheidet sich, zuerst zurückzuspielen. Zverev hat also zuerst Aufschlag. Beide spielen sich jetzt noch kurz ein, dann geht es los. Vor dem Match – Unter großem Applaus betritt Fery zuerst den Centre Court, auf ihn folgt Zverev. Er winkt ins Publikum Vor dem Match – Tatsächlich ist Fery für Zverev noch ein unbeschriebenes Blatt: Die beiden standen sich bisher noch nie gegenüber. Ausgerechnet das Halbfinale von Wimbledon ist nun das erste Duell. Vor dem Match – Das Publikum am Centre Court wird heute aber wohl eher auf der Seite von Zverevs Gegner sein. Denn Arthur Fery ist die große Turnier-Überraschung – und das auch noch als Lokalmatador. Der 23-Jährige lässt die Insel dieser Tage gleichermaßen beben und auf den ersten Heimsieg seit Andy Murray 2016 hoffen. Der Brite nimmt dank einer Wildcard, also ohne die sportliche Qualifikation, am Rasenturnier in London teil. Fery ist erst der zweite Wildcard-Spieler in der Profi-Ära seit 1968, der bis ins Halbfinale kam. Zuvor war dies nur dem Kroaten Goran Ivanišević gelungen, der 2001 im Endspiel triumphierte. Vor dem Match – Der einstige Chefkritiker Boris Becker setzt auf Alexander Zverev als diesjährigen Wimbledon-Sieger. "Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen", sagte der 58-Jährige im gemeinsamen Podcast mit der früheren Top-Ten-Spielerin Andrea Petković. "Der Junge gefällt mir unglaublich gut." Im Endspiel würde Zverev übrigens auf den Sieger des Halbfinal-Krachers zwischen Jannik Sinner und Novak Djoković treffen, die am Freitagabend spielen.