"37°: Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi": Kämpferisch trotz dunkler Vergangenheit: ZDF porträtiert die Olympiasiegerin Yemisi Mabry
Die Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye gewann 2024 olympisches Gold für Deutschland. Wie tickt die talentierte Sportlerin, die nach zwei schweren Knieverletzungen als Außenseiterin startete? Das fragt die ZDF-Reportage "37°: Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi".
20,0 Meter – Das ist das Ergebnis, mit dem die Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye olympisches Gold für Deutschland holte. Dabei war die damals 25-Jährige an jenem 9. August 2024 in Paris als Außenseiterin angetreten. Zwei schwere Knieverletzungen lagen zu diesem Zeitpunkt bereits hinter ihr. Wie sie es trotzdem schaffte, Spitzensport zu betreiben, zeigt die ZDF-Reportage "37°: Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi", die bereits ab Montag, 27. Juli, auf zdf.de abrufbar ist.
Die Filmemacherin Tina Soliman und ihr Kollege Thorsten Lapp begleiten die Athletin unter anderem ins Trainingscamp nach Portugal. Gemeinsam mit ihrer Trainerin Iris Manke-Reimers will sie hier weiter an ihrer Technik feilen. Denn auch wenn Yemisi Ogunleye 2024 entgegen aller Erwartungen, olympisches Gold gewann, ist ihre sportliche Karriere noch lange nicht zu Ende: "Ich will einfach mitnehmen, was ich mitnehmen kann", betont die heute 27-Jährige im Interview zum Film: "Es ist unglaublich, dass ich so etwas erleben darf. Ich hoffe natürlich, in den nächsten Jahren gesund zu bleiben, meine Leistung zu stabilisieren und weiter an der Weltspitze zu bleiben."
"Wieder aufzustehen ist die Kunst"
Es ist mehr als nur sportlicher Ehrgeiz, der in der knapp 30-minütigen Reportage ganz klar zu erkennen ist. Yemisi Ogunleye, so dürfte vielen bereits bei der großen Pressekonferenz nach ihrem Olympia-Sieg klar geworden sein, hat einen unerschütterlichen Glauben in Gott. Vor den anwesenden Journalistinnen und Journalisten begann sie damals den Gospel-Song "I Almost Let Go" zu singen. Es war jener Soundtrack, der ihr half, als sie bei ihrem ersten Stoß stürzte: "Ich bin gefallen. Das bin ich oft in meinem Leben", erinnert sich Yemisi heute: "Wieder aufzustehen ist die Kunst."
Die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers spielt damit auf ihre Kindheit an, als sie Ausgrenzung und Mobbing erfuhr: "Ich hatte eine Lese-Rechtschreibung", erklärt sie im Interview zur Doku: "Damit bin ich im Unterricht aufgefallen. Ich konnte nicht perfekt vorlesen und hatte dadurch kein großes Selbstbewusstsein. Hinzukommt, dass ich eine andere Hautfarbe hatte. Ich war die einzige Farbige an der Schule." Die Selbstzweifel gruben sich tief in die Seele des jungen Mädchens. Mit zwölf Jahren, so heißt es im Film, habe sie sogar an Suizid gedacht. Es ist einer von vielen Momenten, der Zuschauerinnen und Zuschauer zutiefst betroffen und traurig macht.
Aus Yemisi Ogunleye wurde Yemisi Mabry
Hoffnung schenkte ihr das Treffen mit Abigail, der Jugendleiterin in ihrer Kirchengemeinde. Auch sie hatte in ihrer Vergangenheit Erfahrung mit Ausgrenzung gemacht. Für Yemisi wird Abigail zu einer Art großer Schwester. Bis heute sind sie eng befreundet. Abigail kommt auch in der Dokumentation zu Wort, ebenso wie Iris Manke-Reimers, die, kurz bevor sie Yemisi traf, ihren Trainerinnenjob eigentlich schon aufgeben wollte, und Yemisis Mutter.
Auf diese Weise entsteht ein beeindruckend berührendes und ein Stück weit auch poetisches Porträt, das erschüttert und inspiriert zugleich. Yemisi Ogunleye hat im März 2026, nach Ende der Dreharbeiten geheiratet. Ihr Ehemann ist der Footballspieler Tyler Mabry. Heute heißt die Sportlerin Yemisi Mabry.
37°: Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi – Di. 28.07. – ZDF: 22.15 Uhr
