Christian Friedel engagiert sich gegen eine AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt. Nun spricht er über Hasskommentare und Parallelen zur Nazizeit. Schauspieler Christian Friedel ist nicht nur in Theater und Film aktiv, sondern auch politisch. Er selbst ist in Magdeburg aufgewachsen und engagiert sich gemeinsam mit Schauspielerin Sandra Hüller im Verein "Mehr als uns trennt" gegen eine AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt. In einem Gespräch mit "Tag24" hat er die Partei, die laut Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall gilt, ins Visier genommen. "Die AfD spielt mit den Gefühlen der Leute", so Friedel. Viele Menschen in Sachsen-Anhalt fühlten sich von der Politik enttäuscht und abgehängt. Der Schauspieler befürchte, dass sie die AfD wählten, ohne deren Wahlprogramm zu kennen. "Man muss nur das Wahlprogramm lesen, da steht alles drin. Es ist ein faschistoides Weltbild, das da durchscheint", sagte der 47-Jährige. Mit der Initiative wolle man mit den Menschen ins Gespräch kommen und das Bewusstsein dafür wecken, dass man als Staatsbürger eine Verantwortung habe, wenn man wähle. "Spiegelungen der damaligen Zeit" Dass öffentliches Engagement gegen die AfD Reaktionen auslöst, erlebt Friedel nach eigenen Worten selbst. Er berichtete von einem Rentner, der ihm zunächst Beleidigungen geschrieben habe, dann aber von seinem Leben erzählt und davon, dass er in seinem Alter noch arbeiten müsse, weil wegen der vielen Ausländer kein Geld mehr für ihn da sei. Friedel sagte, der Mann mache es sich mit der Schuldzuweisung an Migranten zu leicht, möglicherweise helfe aber persönlicher Kontakt, "dass er von der Wut runterkommt". Parallelen zwischen der AfD und der Zeit des Nationalsozialismus sieht Friedel ebenfalls. Im Interview betonte er, er wolle nicht die "Nazikeule" schwingen. Die Verhältnisse heute seien andere als damals, und die AfD und ihre Wähler seien nicht alle Nazis. "Aber es gibt Nazis unter ihnen", sagte er. "Sie lächeln, sind verständnisvoll und inszenieren sich als Demokraten. Aber die Mechanik ihrer Politik, die Sprache und Bilder, die sie offerieren, sind Spiegelungen der damaligen Zeit."