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Steve Irwins Unfall – so starb der "Crocodile Hunter" vor 20 Jahren

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Vor 20 Jahren starb der "Crocodile Hunter" bei Dreharbeiten am Great Barrier Reef. Der Stachel eines Rochens durchbohrte sein Herz. Nun erinnert sich sein Kameramann an den erschreckenden Moment. "What a great boy!" oder "Crikey!" hörte man Steve Irwin oft voller Begeisterung rufen, während er ein wildes Tier in die Kamera hielt. Am 4. September jährt sich der Todestag des Dokumentarfilmers zum 20. Mal. Aus diesem Anlass erinnern sich Fans und Wegbegleiter in Australien diese Woche an einen der vormals größten Stars des Landes. Der als "Crocodile Hunter" bekannte Fernsehstar starb 2006 im Alter von 44 Jahren. Bei Dreharbeiten vor der Küste von Queensland wurde er von einem Kurzschwanz-Stechrochen tödlich verletzt. Die Nachricht erschütterte damals die Welt. Im Jahr 2018 erhielt der Australier posthum einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Kameramann spricht über Irwins letzte Momente In einem Interview anlässlich des 20. Todesjahres mit dem australischen Sender Channel 9 sprach Irwins früherer Kameramann Justin Lyons nun detailliert über die letzten Momente des Stars. Lyons war mit Irwin im Wasser, als es zu dem tragischen Unfall kam. Die beiden arbeiteten am Batt Reef im Norden von Queensland und wollten eigentlich vom Boot aus Tigerhaie filmen. Da sich zunächst keine Haie blicken ließen, hielten sie nach anderen Meereslebewesen Ausschau. "Wir sind etwa 10 bis 15 Minuten lang herumgefahren, bevor wir den Stachelrochen entdeckten", erzählt Lyons. "Wir haben schon hundertmal mit Stachelrochen gefilmt, das machte eigentlich immer großen Spaß." Nachdem sie mehrere Aufnahmen von Irwin mit dem Rochen im Kasten hatten, sollte für eine letzte Sequenz eine Aufnahme entstehen, bei der Irwin hinter dem Tier schwimmt. Der Rochen hatte bis dahin ruhig gewirkt und sich im Sand vergraben. Doch als Irwin über ihn hinwegschwamm, änderte sich die Lage schlagartig. "Das Wasser kochte förmlich. Ich konnte nicht erkennen, was vor sich ging. Blasen und wildes Toben – und dann hörte es plötzlich auf. Der Stachelrochen schwamm davon und das Wasser beruhigte sich." Als Lyons die Kamera wieder auf Irwin richtete, tauchte dieser schreiend und blutüberströmt aus dem brusttiefen Wasser auf. Der Kameramann erinnert sich, dass dem Tierschützer seine Verletzung falsch eingeschätzt hatte. "Er schrie: 'Er hat meine Lunge durchstochen!'" In Wahrheit hatte der Stachel Irwins Brustkorb durchschlagen sein Herz durchbohrt. Steve Irwin konnte nicht mehr gerettet werden Der Schwere seiner Verletzung war Irwin sich jedoch bewusst, so Lyons: "Er war bei Bewusstsein, sah mir direkt in die Augen und sagte unter Tränen: 'Ich sterbe.'" Kurz darauf verlor Irwin das Bewusstsein. Die Besatzung führte verzweifelt 45 Minuten lang Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Auch ein Sanitäter an Land konnte Irwin nicht mehr retten. "Es war absolute Verzweiflung", so Lyons. "Ich weiß noch, wie ich dachte: Meine ganze Welt hat sich gerade komplett verändert. Sie wurde nie wieder dieselbe." Der Kameramann vermutet, dass der Rochen Irwins Silhouette im flachen Wasser für die eines Tigerhais hielt – des natürlichen Fressfeinds der Tiere. In Sekundenbruchteilen schaltete der Rochen auf Verteidigung um und peitschte seinen mit Widerhaken versehenen, giftigen Schwanzstachel in einer blitzschnellen Bewegung nach oben. Dass eine Begegnung mit einem Rochen tödlich endet, kommt äußerst selten vor. Kurzschwanz-Stechrochen sind grundsätzlich friedliche und scheue Tiere. Sie attackieren Menschen nicht grundlos. Ihr gefährlicher Stachel dient als Abwehrwaffe, wenn sie sich akut bedroht oder in die Enge getrieben fühlen. Das Vermächtnis der Familie Irwin Nach dem Unglück führte seine Witwe Terri den Australia Zoo an der Sunshine Coast fort. Die Familie leitet dort auch eines der weltweit größten Wildtierkrankenhäuser und betreut in Queensland mehrere Schutzgebiete. Dazu gehört neben Koala-Habitaten auch das fast 134.000 Hektar große "Steve Irwin Wildlife Reserve" auf der Kap-York-Halbinsel im Norden, in dem Hunderte Tierarten in Sicherheit leben. Bis heute zieht der Australia Zoo jährlich Hunderttausende Besucher an. Irwins 28-jährige Tochter Bindi und sein 22-jähriger Sohn Robert engagieren sich ebenfalls von Kindesbeinen an im Natur- und Tierschutz. Gemeinsam mit ihrer Mutter waren sie die Stars der Reality-Serie "Crikey! It’s the Irwins", die von 2018 bis 2022 das Familienleben zwischen Krokodilen, dem eigenen Wildlife Hospital und verschiedenen Schutzprojekten dokumentierte. Die Irwin-Kinder zeigen jedoch auch abseits des Artenschutzes Talent: Bindi gewann 2015 im Alter von 17 Jahren die US-Version von "Dancing with the Stars". Genau zehn Jahre später holte auch ihr Bruder Robert dort die begehrte Tanz-Trophäe. Dennoch bleibt das Vermächtnis des Vaters ihre Priorität. Robert Irwin gehört in Australien mittlerweile zu den gefragtesten Medienberatern und Social-Media-Stars. An Steve Irwins Umgang mit Wildtieren gab es auch Kritik Steve Irwin begeisterte sich schon als Kind für die Tierwelt. Er begleitete oft seinen Vater, der von der australischen Regierung mit der Umsiedlung von Reptilien beauftragt worden war. Große Bekanntheit erlangte er schließlich durch seine unkonventionellen Tierdokumentationen, für die er sich regelmäßig großen Gefahren aussetzte. Die Sendungen liefen auch im deutschen Fernsehen und machten den Mann im Kaki-Outfit mit seiner überschwänglichen Energie weltweit zur Kultfigur. Obwohl sich der Krokodiljäger weltweiter Beliebtheit erfreute, geriet er auch in die Kritik. Große Aufregung verursachte er beispielsweise, als er seinen damals erst einen Monat alten Sohn Robert im Arm hielt und gleichzeitig ein Krokodil aus der Hand fütterte.






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