Bei den Ausbildungsplätzen in Deutschland sieht es noch recht gut aus. Danach aber gelingt es jungen Leute oft nicht, eine Stelle zu finden. Weniger Branchen bieten Chancen. Für Berufsanfänger ist der Weg ins Arbeitsleben deutlich schwieriger geworden. Nach einer Analyse der Online-Jobbörse Indeed haben sich die Stellenangebote für Einstiegsjobs seit dem Rekordjahr 2022 um zwei Drittel verringert. Die Zahl aller Stellenangebote sei hingegen nur um gut ein Drittel (39 Prozent) zurückgegangen. Der Rückgang bei den Einstiegsjobs zieht sich durch fast alle Bereiche, wie Indeed mitteilte. In 26 der 28 untersuchten Berufsgruppen sei das Angebot seit 2022 gesunken, in 23 davon stärker als der Gesamtmarkt. Am härtesten trifft es demnach Wissensberufe beziehungsweise Bürojobs: Im Marketing sank das Angebot um 75 Prozent, bei IT-Anwendungen und -Lösungen um 77 Prozent und im Projektmanagement um 60 Prozent. Lediglich zwei Gruppen legten nach der Indeed-Analyse zu: Pflege, Medizin und Pharmazie (plus 18 Prozent) sowie Lebensmittel, Gastronomie und Hotellerie (plus zehn Prozent). Expertin: Hauptgrund ist die schwache Konjunktur Für junge Menschen steige das Risiko, ihre Karriere mit einer Phase der Beschäftigungslosigkeit zu beginnen, fasste Indeed-Ökonomin Virginia Sondergeld zusammen. "Es droht ein Jahrgang, der mit einem Startnachteil ins Erwerbsleben geht." Die Frage, inwiefern Künstliche Intelligenz eine Rolle spiele, sei berechtigt, denn KI könne Routineaufgaben übernehmen, die traditionell von Berufseinsteigern erledigt worden seien. "Doch anhand der aktuellen Datenlage lässt sich ein KI-Effekt bislang nicht belegen. Der Rückgang bei den Einstiegsjobs begann bereits im Sommer 2022, also bevor ChatGPT überhaupt erschien", sagte Sondergeld. "Berufseinsteiger sind vordergründig das erste Opfer der schwachen Konjunktur, weil Unternehmen in unsicheren Zeiten zuerst dort sparen, wo sie in Nachwuchs investieren müssten."