Glücksforschung: Hohes Gehalt oder Vermögen? Studie zeigt, was glücklicher macht
Macht Geld glücklich? Bis zu einem gewissen Grad schon, sagen Studien. Eine neue Untersuchung zeigt, dass Einkommen und Vermögen ein unterschiedliches Gewicht haben.
Geld allein macht nicht glücklich – aber es hilft, auf angenehme Weise unglücklich zu sein. So ähnlich soll das einst der französische Schauspieler Jean Marais gesagt haben. Tatsächlich konnten Forschende zeigen, dass finanzieller Wohlstand bis zu einem gewissen Grad durchaus das durchschnittliche Glücksempfinden steigert – wobei die nötigen Beträge je nach Studie schwanken.
Eine Untersuchung des Freiburger Ökonomen Bernd Raffelhüschen fügt nun eine weitere Erkenntnis zum Thema Geld und Glück hinzu. Demnach trägt vor allem das persönliche Vermögen – und weniger ein hohes Einkommen – zur Lebenszufriedenheit bei. So berichtet es die „Wirtschaftswoche“ vorab aus der noch unveröffentlichten Studie für den „SKL Glücksatlas 2026“.
Dafür befragte das Umfrageinstitut Ipsos 3700 Menschen zwischen 18 und 71 Jahren, wie zufrieden sie mit ihrer finanziellen Situation sowie mit dem Leben insgesamt sind. Am zufriedensten – in beiden Punkten – zeigten sich die Menschen mit hohen Einkommen und Vermögen. Am unzufriedensten waren die Menschen mit geringen Einkommen und ohne nennenswertes Vermögen.
Mindestens 50.000 Euro auf dem Konto sind gut fürs Glückslevel
So weit, so erwartbar. Aber was ist mit den Menschen, die nur beim Einkommen oder nur beim Vermögen gut abschneiden? Es zeigte sich, dass sich vermögende Menschen mit geringem Einkommen im Schnitt als zufriedener einstufen, als Gutverdiener ohne nennenswertes Vermögen. Wobei wir hier nicht von Millionären sprechen – schon ein Kontostand von 50.000 Euro reichte aus, um als vermögend zu gelten.
Die Daten zeigten, dass die Lebenszufriedenheit etwa doppelt so stark vom Vermögen wie vom persönlichen Einkommen abhänge, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Studienautor Raffelhüschen drückt es so aus: „Vermögen hält die Lebenszufriedenheit hoch, auch wenn das Einkommen gering ist – aber ein hohes Einkommen kann fehlendes Vermögen in der Wohlbefindensbilanz nicht ausgleichen.“
Dass die Vermögen den stärkeren Effekt haben, könne daran liegen, dass sie eine finanzielle Sicherheit gegen Jobverlust und Einkommensausfälle bieten und generell die Unabhängigkeit im Leben erhöhten, heißt es in der Studie.
