93 Straftaten angeklagt: Spieler geohrfeigt und belästigt? Fußballtrainer vor Gericht
Ein Trainer soll in Ostfriesland minderjährigen Spielern seiner Jugendfußballmannschaft ins Gesicht geschlagen haben, wenn er mit ihrer Leistung nicht zufrieden war – es gibt noch weitere Vorwürfe.
Weil er minderjährige Spieler seiner Mannschaft geohrfeigt und sexuell belästigt haben soll, steht ein Fußballtrainer vor dem Amtsgericht in Aurich. Der Prozess begann am Vormittag vor dem Jugendschöffengericht, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Öffentlichkeit wurde bereits im Vorfeld für die gesamte Hauptverhandlung ausgeschlossen – zum Schutz der Zeugen und des Angeklagten, wie es hieß. Denn der Trainer war zu der vorgeworfenen Tatzeit juristisch gesehen ein Heranwachsender, also zwischen 18 und unter 21 Jahren alt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 93 Straftaten vor, zu denen es während seiner Arbeit als Jugendfußballtrainer zwischen 2022 und 2024 gekommen sein soll. Nach Angaben des Amtsgerichts soll der Trainer Spieler aus der von ihm trainierten Mannschaft in Ostfriesland immer wieder geohrfeigt und ins Gesicht geschlagen haben, wenn er mit ihren spielerischen Leistungen nicht zufrieden war.
Betroffene Spieler waren Jugendliche
Die Opfer sollen durch die Schläge laut Gericht „nicht unerhebliche Schmerzen“ erlitten haben. In einem anderen Fall soll der Trainer eine Wasserkiste nach einem Spieler geworfen haben. Mehrfach soll er zudem einen Spieler gegen seinen Willen geküsst haben.
Bei den Betroffenen soll es sich um Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahre gehandelt haben. Es gebe mehrere Geschädigte, wegen derer die Staatsanwaltschaft Anklage erhob, teilte der Gerichtsprecher mit. Eine genaue Zahl nannte das Gericht auf Anfrage nicht.
Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann 88 Fälle von Körperverletzung, vier Fälle der sexuellen Belästigung und einen Fall der gefährlichen Körperverletzung vor. In dem Verfahren sollen nach früheren Angaben zwölf Zeugen gehört werden. Ob es bereits am Dienstag ein Urteil geben sollte, war zunächst nicht klar.
