Der Autobauer aus Ingolstadt bringt gleich mehrere neue Modelle auf den Markt. Darunter ist auch eine Neuauflage eines alten Klassikers. Bei Audi läuft es – wie beim Großteil der deutschen Autohersteller – derzeit nicht rund. Im dritten Quartal 2026 verkauften die Ingolstädter 314.905 Autos, das waren 19,7 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum. 2023 waren es im dritten Quartal sogar noch rund 480.000. Gründe dafür sind unter anderem der schwächelnde chinesische Markt und die hohen US-Strafzölle. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte Audi deshalb eine große Modelloffensive gestartet. Ein neuer A4 (der nun A5 heißt), ein neuer A6, frische SUV-Modelle wie Q3 und Q5 sollten die Kehrtwende einleiten, von der bislang nicht viel zu spüren ist. Doch der Kampf um Kunden geht weiter. 2027 rücken zunächst drei Modelle in den Fokus, die bereits auf den Markt gekommen sind: Audi A2 e-tron Mehr als 20 Jahre nach dem Ende des ersten Audi A2 kommt zumindest der Name zurück – diesmal für ein reines Elektroauto . Einen direkten Nachfolger des technisch eigenwilligen Aluminium-Kleinwagens von 1999 sieht Audi darin nicht, die Verbindung liegt den Ingolstädtern zufolge eher in der Idee: viel Platz auf vergleichsweise wenig Fläche und ein möglichst niedriger Verbrauch. Der neue A2 e-tron ist mit 4,32 Metern deutlich länger als das Original, nutzt aber kurze Überhänge und einen langen Radstand für einen geräumigen Innenraum. Optisch erinnert vor allem das Heck mit abfallender Dachlinie und geteiltem Scheibenbereich an den alten A2. Technisch setzt Audi auf die MEB+-Plattform des Konzerns, eine weitgehend geschlossene Front, einen glatten Unterboden, Aero-Räder und weitere Maßnahmen zur besseren Aerodynamik. Der cW-Wert liegt bei 0,24. Angeboten wird der A2 e-tron in vier Leistungsstufen mit 125, 140, 170 und 240 Kilowatt sowie drei Batteriegrößen mit 52, 61 und 84 Kilowattstunden. Je nach Batterie lädt der A2 e-tron mit bis zu 183 Kilowatt, außerdem unterstützt er Vehicle-to-Load und in bestimmten Märkten Vehicle-to-Home. Im Innenraum setzt Audi auf zwei große Displays, viel Touchbedienung, einige klassische Bedienelemente und flexible Befestigungspunkte für Zubehör. Bestellbar ist der A2 e-tron ab Herbst 2026, die Preise beginnen bei 38.200 Euro. Audi Q7 Mit der dritten Generation entwickelt Audi den Q7 weiter , der 2005 den Einstieg der Marke ins SUV-Segment markierte. Das neue Modell tritt optisch breiter und kantiger auf: mit höherer Motorhaube, breiterem Singleframe-Kühlergrill, ausgestellten Radhäusern, steilerer D-Säule und fast waagerechter Dachlinie. Am Heck prägen ein durchgehendes Leuchtenband und optional OLED-Rückleuchten das Bild. Eine wichtige Rolle spielt die Lichttechnik: Matrix-LED-Scheinwerfer können Hinweise auf die Fahrbahn projizieren, das Blinksignal wird bei Dunkelheit zusätzlich auf den Boden geworfen. Innen kombiniert Audi ein gebogenes OLED-Display, ein serienmäßiges Beifahrerdisplay und Sprachsteuerung mit wieder stärker betonten klassischen Materialien wie offenporigem Holz. Beim Raumangebot bleibt der Q7 auf große Familien und Vielfahrer ausgelegt. Serienmäßig gibt es fünf Sitze, optional sechs oder sieben; neu ist eine Sechssitzer-Version mit Einzelsitzen in der zweiten Reihe. Das Kofferraumvolumen reicht je nach Bestuhlung von bis zu 806 Litern im Fünfsitzer bis maximal 2.075 Litern bei umgelegten Sitzen. Zum Marktstart bietet Audi den Q7 ausschließlich mit einem Dreiliter-V6-Diesel in zwei Leistungsstufen an: mit 245 PS oder 299 PS, später sollen ein V6-Benziner und ein Plug-in-Hybrid folgen. Der Q7 darf bis zu 3,5 Tonnen ziehen, die Preise beginnen bei 87.900 Euro. Audi Q9 Nach dem Ende des A8 verlagert Audi seine Flaggschiffrolle von der klassischen Oberklasse-Limousine auf ein großes SUV. Der neue Q9 tritt gegen Modelle wie Mercedes GLS und BMW X7 an und zielt mit seinen Abmessungen auch auf Märkte wie die USA und China . Mit 5,31 Meter Länge, 2,21 Meter Breite und 3,14 Meter Radstand ist er der größte Audi bislang. Optisch unterscheidet er sich durch eine aufrechter stehende Front, bis zu 23 Zoll große Räder und gebogene digitale OLED-Leuchten am Heck. Beim Abbiegen kann der Q9 das Blinksignal zusätzlich auf den Asphalt projizieren. Neu bei Audi sind außerdem elektrisch öffnende und schließende Türen, die per Taster oder Smartphone bedient werden können und ihre Bewegung bei erkannten Hindernissen stoppen. Innen bietet der Q9 serienmäßig sieben Sitze, optional gibt es zwei elektrisch verstellbare Einzelsitze in der zweiten Reihe. Das große Panoramaglasdach lässt sich elektronisch abdunkeln, optional in neun einzeln steuerbaren Bereichen. Im Cockpit nutzt Audi ein Panoramadisplay mit 12,3-Zoll-Kombiinstrument, 14,5-Zoll-Zentralbildschirm und serienmäßigem Beifahrerdisplay, der Sprachassistent bindet ChatGPT ein. Zum Marktstart gibt es den Q9 ausschließlich als Dreiliter-V6-Diesel mit 299 PS, 630 Newtonmetern, Mildhybridsystem, Achtgang-Automatik und Allradantrieb. Serienmäßig ist eine adaptive Luftfederung an Bord, optional kommen Allradlenkung und weitere Assistenzsysteme hinzu. Bestellbar ist der Q9 bereits, die Markteinführung ist für November geplant. Der Einstiegspreis liegt bei 108.400 Euro. Kommt das Concept C schon 2027 in Serie? Spekulationen gibt es noch darum, wann die Serienversion der Studie Concept C auf den Markt kommt. Mit ihr will Audi wieder zu einem reduzierteren Bedienkonzept zurückkehren, nachdem im Rahmen von Facelifts bereits wieder Schalter und Drehwalzen an den Lenkrädern in die Innenräume zurückgekehrt waren. Audi-Chef Döllner hatte im März in einem Interview gesagt: "Der erste Beweis für unsere Strategie ist das Concept C. Das haben wir letzten September vorgestellt – und innerhalb von zwei Jahren werden wir es auf den Markt bringen." Das Auto wird in der Szene als indirekter Nachfolger des Audi TT gehandelt und soll auf der PPE-Sport-Plattform des VW-Konzerns basieren, die auch der nächste Porsche 718 nutzt. Elektrischer A4 kommt wohl erst 2029 Der elektrische Audi A4 e-tron lässt hingegen noch auf sich warten. Nach Informationen des "Handelsblatts" soll die Produktion frühestens im März 2029 anlaufen, Insider halten auch einen Start Ende April oder Anfang Mai für möglich. Ursprünglich sollte die neue SSP-Plattform des Volkswagen-Konzerns deutlich früher kommen; damit verliert das Projekt rund drei Jahre gegenüber der früheren Planung. Für Audi ist das heikel, weil der A4 e-tron als wichtiges Mittelklassemodell gedacht ist – auch mit Blick auf Firmenkunden und den Wettbewerb mit BMW und Mercedes. Während BMW den neuen i3 vorbereitet und Mercedes bereits eine elektrische C-Klasse anbietet, fehlt Audi voraussichtlich länger ein vergleichbares Elektroauto in diesem Segment. Grund für die Verzögerung sind vor allem Probleme rund um die neue Konzernplattform SSP, die langfristig MEB und PPE ergänzen oder ablösen soll. Neben Softwarethemen und der Zusammenarbeit mit Rivian sorgt beim A4 e-tron auch die Umstellung auf ein 48-Volt-Bordnetz für zusätzlichen Aufwand. Audi-Chef Gernot Döllner soll diese Technik für das Modell angestoßen haben, weil sie leistungsfähigere Rechner und umfangreichere Elektroniksysteme ermöglicht. Gleichzeitig müssen Zulieferer dafür Komponenten neu entwickeln. Für Audi bedeutet die Verschiebung, dass die Marke ihre bisherigen Elektroarchitekturen länger nutzen muss – und in der elektrischen Mittelklasse später nachlegt als die wichtigsten deutschen Konkurrenten.