Prozess um riesiges Waffenarsenal in Remscheid: Sechseinhalb Jahre Haft
Im Prozess um ein riesiges Arsenal mit zahlreichen Kriegswaffen in einem Haus im nordrhein-westfälischen Remscheid hat das Landgericht Wuppertal einen 60-Jährigen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kammer sah es nach Angaben vom Freitag als erwiesen an, dass der 60-Jährige Kriegswaffen sowie andere Waffen hortete und weiterverkaufte. In dem Waffenlager wurden unter anderem zahlreiche Sturmgewehre, Maschinenpistolen, Revolver und Munition gefunden. Teilweise waren diese Waffen unbrauchbar.
Insgesamt soll er dem Urteil zufolge mit mehr als 70 Schusswaffen Handel betrieben haben. Der 60-Jährige galt in dem Prozess als Hauptangeklagter. Schuldig gesprochen wurde er unter anderem für den vorsätzlichen Erwerb der tatsächlichen Gewalt über Kriegswaffen.
Ursprünglich waren in dem Verfahren noch zwei weitere Männer angeklagt. Im September verurteilte das Landgericht sie in einem abgetrennten Verfahren unter anderem wegen Waffenhandels zu dreieinhalb Jahren beziehungsweise zweieinhalb Jahren Haft. Die Urteile gegen sie sind bereits rechtskräftig.
Einer von ihnen, ein 38-Jähriger, erwarb sechs Maschinenpistolen und Munition von dem 60-Jährigen. Diese verkaufte er teilweise mit Hilfe des zweiten Angeklagten, einem 35-Jährigen, an verdeckt ermittelnde Polizisten weiter.
Dem Urteil gegen den 60-Jährigen ging eine Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten voraus. Aus diesem Grund wurde das Geständnis des Angeklagten strafmildernd gewertet. Das Urteil gegen den 60-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig.
