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Babyboomer gehen meistens in Frührente: "Rente mit 63" besonders beliebt

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Junge Menschen gehen europaweit auf die Straße und wünschen sich mehr zukunftsgerichtete Politik. Mit der Rentenreform könnte die Bundesregierung einen Beitrag dazu leisten. Im vergangenen Jahr sind 1,1 Millionen Menschen vorzeitig in den Ruhestand gegangen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln . 63 Prozent der Babyboomer aus dem Jahrgang 1958 haben im Jahr 2025 eine Frührente bezogen, nur 37 Prozent gingen erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand. Dem IW zufolge nutzten 27 Prozent dieses Jahrgangs die abschlagsfreie Frührente, umgangssprachlich oft als "Rente mit 63" bekannt , obwohl der abschlagsfreie Ruhestand schon länger nicht mehr mit 63 Jahren beginnt. Diese Rente gibt es für Versicherte, die mindestens 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Wer die 45 Jahre nicht erreicht, aber trotzdem vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen möchte, muss dauerhaft Abschläge in Kauf nehmen. Babyboomer nutzen immer häufiger die Frührente Von den Frührentnern des Jahrgangs 1958 gingen sieben Prozent aufgrund von Schwerbehinderung früher in Rente . Diese Möglichkeit gibt es für Versicherte, die einen Grad der Behinderung von mindestens 50 haben. Diesen Grad erhalten unter anderem Personen mit Herzerkrankungen, schweren Depressionen, schwerer Migräne oder schwer einstellbarem Diabetes Typ 1. Weitere sechs Prozent des Jahrgangs wechselten mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters aus einer vollen Erwerbsminderungsrente in die Altersrente. Die Zahlen verdeutlichen den anhaltenden Trend zur Frührente in der Generation der Babyboomer – und erhöhen den Druck auf die Bundesregierung , das Rentenrecht anzupassen. Denn durch die Möglichkeit der abschlagsfreien Frührente gehen dem Arbeitsmarkt viele qualifizierte Arbeitskräfte verloren, für die es nicht genügend Ersatz aus den jüngeren Generationen gibt. Appell: Regierung muss Rente mit 63 abschaffen IW-Arbeitsmarktexpertin Stefanie Seele appelliert daher an die Regierung, die abschlagsfreie Frührente zeitnah abzuschaffen , wie es im Sommer auch die Rentenkommission empfahl: "Entscheidend ist jetzt, nicht noch mehr Arbeitskräfte vorzeitig gehen zu lassen, die Deutschland dringend braucht. Ohne die Einschränkungen bei der Frührente setzt sich die jüngste wirtschaftliche Krise in den nächsten Jahren fort." Bekannt werden die Zahlen in einer Zeit europaweiter Jugendproteste . Auch in Deutschland formiert sich, ausgehend von der Initiative "Gen Z regelt", eine Protestbewegung, die sich für eine generationengerechtere Politik einsetzt. Die jungen Menschen fordern mehr Geld für Schulen und Bildung sowie ein bezahlbares Leben, eine gerechte Verteilung der Lasten und eine konsequente Bekämpfung des Klimawandels. Ökonomen und Rentenexperten warnen schon seit Jahren, dass die Lasten in der aktuellen Rentenpolitik zu sehr auf die Schultern der jungen Generation geladen würden. Auch die Einigung aus dem vergangenen Jahr, das Rentenniveau bis 2031 auf 48 Prozent zu fixieren, war aus Sicht der Experten eine Ungerechtigkeit. "Die Rentenreform sollte die Jugend eigentlich zumindest gleichstellen. Aber man hat im Dezember letzten Jahres 100 Prozent auf die ältere Generation gesetzt", sagte etwa der Rentenexperte Axel Börsch-Supan in der "Zeit". "Da steht Deutschland sogar schlechter da als Frankreich , wobei dort auch das irre frühe Renteneintrittsalter finanziell reinhaut." Rentenreform bis Ende des Jahres geplant Ob sich die Bundesregierung am Ende auf eine Abschaffung der abschlagsfreien Frührente einigen wird, steht aber noch nicht fest. Der neue Arbeits- und Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD) soll in den nächsten Wochen einen Vorschlag für eine Rentenreform vorlegen, bis Ende des Jahres will das Bundeskabinett dann den Gesetzentwurf beschließen. In den vergangenen Wochen wurde vor allem um die Abschaffung der "Rente mit 63" gerungen: Sowohl in der SPD als auch innerhalb der Union gibt es Vorbehalte gegen die Streichung. Ohne eine Reform dürfte die Zahl der Frührentner in den nächsten Jahren stark ansteigen. Den IW-Zahlen zufolge sinkt seit Jahren der Anteil derer, die regulär in Rente gehen – obwohl die Regelaltersgrenze seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben wird. "Von 2012 bis 2025 stieg das gesetzliche Renteneintrittsalter um 14 Monate, das durchschnittliche Rentenzugangsalter dagegen nur um acht Monate", so die IW-Analyse.




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