Der Anfang vom Ende
Julia Görges hat heute ihren Rücktritt vom professionellen Tennissport bekannt gegeben. Nach sieben WTA-Einzeltiteln und dem unbestrittenen Höhepunkt ihrer Karriere, dem Erreichen des Halbfinals vor zwei Jahren in Wimbledon, ist nun Schluss. Während sich »Head of Women’s Tennis« Barbara Rittner im offiziellen Pressestatement des Deutschen Tennis Bundes damit rühmt, gemeinsam mit »Jule« alle Höhen und Tiefen miterlebt zu haben, sollte sie sich besser der Tatsache bewusst werden, dass der Rücktritt von Görges (31 Jahre alt) definitiv der vorzeitige Anfang vom Ende der so genannten »goldenen Generation« ist. Teilzeitprofi Andrea Petkovic (33) ist gefühlt die Nächste und auch Angelique Kerber (32) und Laura Siegemund (32) werden nicht mehr allzulange auf der Tour zu sehen sein. Bei Tatjana Maria (33) ist die Geburt des zweiten Kindes das vorherrschende Thema. Sportlich gibt es da – wie auch bei den anderen »Ü-Dreißigerinnen« keine Perspektive mehr. Corona spielt hierbei allen Vorgenannten ebenfalls nicht unbedingt in die Karten. Während DTB-Präsident Ulrich Klaus und »Head of« Rittner unisono in der Vergangenheit schwelgen, steht das deutsche Damentennis sportlich vor dem Nichts. Beginnend mit dem heutigen Rücktritt Görges‘ werden die Versäumnisse in der Nachwuchsförderung hoffentlich endlich deutlich. Zu lang hat man sich auf fremden Lorbeeren ausgeruht. Man darf sehr gespannt sein, wie man uns das schön reden wird. Zurück zu Julia Görges: die »Tennisredaktion« wünscht alles Gute »für die Zeit danach«…
Der Beitrag Der Anfang vom Ende erschien zuerst auf »Tennisredaktion.de«.
